Linde Material Handling: Vom Gabelstaplerhersteller zum Lösungsanbieter

Die Automatisierung der Kommissionierung soll einer der größten Wachstumstreiber der Logistik werden. Sensorik und Predictive Analytics werden Teil des Portfolios.
Linde möchte sich den Herausforderungen der Digitalisierung mit intelligenten Lösungen und innovativen Technologien stellen. | Archivbild: Linde Material Handling
Linde möchte sich den Herausforderungen der Digitalisierung mit intelligenten Lösungen und innovativen Technologien stellen. | Archivbild: Linde Material Handling
Tobias Schweikl

Der Flurförderzeugehersteller Linde Material Handling möchte sich den Herausforderungen des digitalen Wandels stellen und zukünftig verstärkt auf komplette Lösungen, anstatt reine Produkte setzen. Das erklärten Vertreter des Unternehmens auf dem zweijährlich stattfindenden Linde Symposium, Mitte September in Aschaffenburg. Demnach sollen zukünftig auch Technologien wie Sensorik, Predictive Analytics und der Einsatz mobiler Endgeräte im Portfolio des Herstellers eine Rolle spielen. Ziel sei es, der erhöhten Dynamik des Warenflusses Rechnung zu tragen. „Die Individualisierung von Produkten und Anwendungen, die wir derzeit beobachten, verändert auch den Durchsatz von Waren und fordert höhere Geschwindigkeiten. Damit wir entsprechende Anwendungen bieten können, brauchen wir innovative Lösungen mit verbesserten Sicherheitsaspekten“, erklärte Andreas Krinninger, Chief Executive Officer sowie Chief Financial Officer des Unternehmens, dem Publikum.
Im Vordergrund stünden für den Firmenchef dabei insbesondere die Bedürfnisse der Kunden. „Wir erleben in unserer täglichen Arbeit häufig, dass die Käufer unserer Produkte je nach Bereich mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Für diese Anforderungen wollen wir maßgeschneiderte Lösungen entwickeln“, so Krinninger. Um die Gefahren intralogistischer Prozesse gleichzeitig zu minimieren, hat das Unternehmen mit Sitz in Aschaffenburg erst kürzlich das auf Sicherheitslösungen spezialisierte Start-up Comnovo erworben. Die Anwendungen des Dortmunder Jungunternehmens basieren auf Ultra-Breitband-Technologie und sollen so in der Lage sein, Fahrzeuge rechtzeitig zu orten, bevor es zu einem Zusammenstoß mit Menschen oder Infrastruktur kommt. Zudem könnten durch die Entwicklung Stapler demnächst effizienter geroutet und Fahrwege optimiert werden.
Den größten Innovationssprung erwartet sich Linde eigenen Angaben zufolge aber von der Automatisierung der Kommissionierung. „Vollautomatisches Picken und verpacken wird einer der größten Wachstumstreiber der Logistik werden. Das technisch zu ermöglichen, darauf möchten wir uns konzentrieren“, so Markus Schmermund, seit September Vice President Intralogistic Solutions im Unternehmen. Um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kunden dabei trotzdem im Blick zu behalten, möchte der Experte Automatisierungslösungen nach dem Baukastenprinzip anbieten. So sollen je nach Bedarf unterschiedliche Grade der Automation bereits vorhandene Prozesse ergänzen.

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