Lkw-Maut: Betrugsverdacht bei Toll Collect

Seit dem Morgen wird offenbar die Berliner Zentrale des Mautbetreibers Toll Collect von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel geht es um möglichen Abrechnungsbetrug in Millionenhöhe.
Der Mautbetreiber Toll Collect ist in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Seit Ausweitung auf Bundesstraßen sollen erhöhte Kosten in Rechnung gestellt worden sein. | Foto. Toll Collect
Der Mautbetreiber Toll Collect ist in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Seit Ausweitung auf Bundesstraßen sollen erhöhte Kosten in Rechnung gestellt worden sein. | Foto. Toll Collect
Tobias Schweikl

Wie der Spiegel heute online berichtet, durchsuchen seit Mittwochmorgen etwa ein Dutzend Zivilpolizisten und zwei Staatsanwälte die Berliner Zentrale des Mautbetreibers Toll Collect am Potsdamer Platz. Die Razzia steht laut Spiegel-Informationen in Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren gegen zwei Toll-Collect-Manager und einen ehemaligen Mitarbeiter. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet demnach auf gemeinschaftlich begangenen schweren Betrug. Durch bewusst überhöhte Kalkulationen sollen die Verdächtigen den Bund um mindestens drei Millionen Euro geprellt haben, so der Spiegel.
Nach Spiegel-Informationen wurde das Ermittlungsverfahren Ende 2016 eingeleitet. Demnach ging zu diesem Zeitpunkt eine anonyme Strafanzeige mit detaillierten Angaben und Firmendokumenten bei der Staatsanwaltschaft ein. Die Vorwürfe beziehen sich wohl auf den Zeitraum seit der Ausweitung der Maut auf 1.100 Kilometer Bundesstraßen. Laut Anzeige soll Toll Collect dem Bund seitdem Betriebskosten in Rechnung gestellt haben, die bei der Erhebung auf Bundesstraßen gar nicht angefallen sind. Hauptgesellschafter von Toll Collect sind die Telekom und Daimler. Der bisherige Vertrag mit dem Bund läuft im kommenden Jahr aus.

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