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Lkw-Sicherheit: Westfalen führt Abbiegeassistenten ein

Mehr Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer und eine Entlastung der eigenen Fahrer – die Westfalen-Gruppe führt für alle neuen Lkw Abbiegeassistenten ein. Veranschlagt sind 1.000 bis 2.000 Euro Kosten je Fahrzeug.

Abbiegeassitenten versprechen mehr Sicherheit im Stadtverkehr. | Bild: Westfalen Gruppe
Abbiegeassitenten versprechen mehr Sicherheit im Stadtverkehr. | Bild: Westfalen Gruppe
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Tobias Schweikl

Die Westfalen Gruppe rüstet seit Juni alle neuen Lkw über acht Tonnen zulässigem Gesamtgewicht freiwillig mit Abbiegeassistenten aus. Verpflichtend sind die lebensrettenden Fahrerassistenzsysteme noch nicht.

Unfälle zwischen abbiegendem Lkw und anderen Verkehrsteilnehmern führen oft zu sehr schweren oder gar tödlichen Verletzungen“, so Gerhard Lahmann, Leiter Gefahrgutmanagement und Transportadministration der Westfalen Gruppe. „Der Abbiegeassistent an Bord erkennt Fußgänger und Radfahrer beim Rechtsabbiegen im toten Winkel der Lkw.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat kürzlich eine Aktion zur schnellen deutschlandweiten Einführung von elektronischen Abbiegeassistenten für Lkw gestartet. Eine gesetzliche Pflicht kann jedoch nur auf Ebene der Europäischen Union erfolgen – allerdings frühestens 2022.

So lange wollte die Westfalen Gruppe nicht warten. Das Unternehmen aus Münster sammelt bereits seit 2016 Erfahrungen mit dem Abbiegeassistenten. Damals war laut Aussage des Unternehmens nur ein Fahrzeughersteller in der Lage, ein derartiges System ab Werk zu liefern. Mittlerweile existierten diverse Nachrüstlösungen mit entsprechenden Zulassungen des Kraftfahrtbundesamtes.

„Daher haben wir uns jetzt entschieden, alle neu für uns zum Einsatz kommenden Lkw ab Werk oder per Nachrüstung mit einem Abbiegeassistenten auszustatten“, so Lahmann. „Da wir einen relativ jungen Fuhrpark betreiben, dauert es nur wenige Jahre, bis alle Lkw mit Assistenten ausgestattet sind. Dabei werden nicht nur alle Westfalen-Lkw, sondern auch alle von uns beauftragten Speditionsfahrzeuge entsprechend ausgerüstet.“

Die Kosten pro Fahrzeug liegen laut Angabe von Westfalen je nach System und Einbaubedingungen zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Zugelassene Abbiegeassistenzsysteme überwachen den Bereich rechts neben dem Fahrzeug mittels Radar, Ultraschall oder Kamera-Sensorik. Sie warnen den Fahrer optisch und akustisch, wenn sich in diesem Bereich ein Radfahrer oder Fußgänger bewegt, mit dem beim Abbiegen eine Kollision droht. Bei Kamerasystemen kann der Fahrer zusätzlich über einen Monitor die Situation neben seinem Fahrzeug einsehen.

„Da unsere Fahrer häufig innerorts unterwegs sind, um Kunden und Tankstellen zu beliefern, wollen wir schwächere Verkehrsteilnehmer besser schützen, zugleich aber auch unsere Fahrer bei ihrer Tätigkeit entlasten“, so Lahmann.

Der ADAC hatte jüngst in einem Test festgestellt, dass viele Abbiegeassistenten die EU-Vorgaben nicht erfüllen.

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