Lkw-Tankstellen: Standorte für CNG und LNG gesucht

Der Tankstellenbetreiber OrangeGas will sein Tankstellennetz für Bio-Kraftstoffe ausbauen und sucht dafür Flottenbetreiber, die mit ihm zusammenarbeiten.

Der Abschlepp- und Bergedienst Kfz-Service Röben aus Oldenburg hat einen Iveco Eurocargo 120EL20 NP mit einem Aufbau der Firma Falkom im Einsatz. | Bild: OrangeGas
Der Abschlepp- und Bergedienst Kfz-Service Röben aus Oldenburg hat einen Iveco Eurocargo 120EL20 NP mit einem Aufbau der Firma Falkom im Einsatz. | Bild: OrangeGas
Tobias Schweikl

Neue CNG und LNG-Tankstellen will der Tankstellen-Betreiber OrangeGas errichten und sucht dafür Kooperationspartner. Man sehe derzeit gerade in der Lebensmittellogistik eine steigende Nachfrage nach Bio-CNG. Aber auch Speditionen und die Baustellen-Logistik würden mit Gas-Lkw deutlich wirtschaftlicher fahren als mit Diesel, sagt dazu Johan Bloemsma, Deutschland-Chef des Unternehmens. Da OrangeGas in der Regel öffentliche Tankstellen betreibt, profitiere außerdem die Allgemeinheit durch ein sehr gutes Tankstellen-Netz mit Bio-CNG.

„Wir realisieren Tankstellen in enger Zusammenarbeit mit Logistik-Unternehmen; wir bieten dort regeneratives Bio-CNG und Bio-LNG an, wo Bedarf besteht", so Bloemsma weiter.

Die OrangeGas Germany GmbH setzt bei ihren derzeit rund 125 Stationen auf den Vertrieb von 100 Prozent regenerativem Bio-CNG. Die Konzernmutter OrangeGas B.V. verfügt in den Niederlanden derzeit über 80 CNG-Tankstellen. Dort betreibt OrangeGas auch Tankstellen für flüssige regenerative Kraftstoffe und Wasserstoff sowie Elektro-Ladesäulen. Das von OrangeGas bundesweit verkaufte Bio-CNG wird nach eigener Aussage 100 Prozent regenerativ und nachhaltig aus Abfall und landwirtschaftlichen Reststoffen produziert.

Die CO2-Einsparung von rund 90 Prozent durch regeneratives Biomethan spiele neben den niedrigen Betriebskosten immer öfter eine Rolle beim Umstieg auf CNG-Lkw und in Zukunft auch bei Bio-LNG. Logistik-Kunden erwarteten mittlerweile, dass Speditionen den CO2-Fußabdruck aktiv senken. Der schnellste, praxistauglichste und für Flottenbetreiber auch wirtschaftlichste Weg sei dabei der Umstieg von fossilem Diesel auf regeneratives Bio-CNG.

Man sehe aktuell besonders bei großen Flotten eine deutliche Bewegung Richtung Bio-CNG. Beispielhaft nennt Bloemsma hier Amazon, Rewe und Transgourmet, die jeweils mehrere hundert Lkw mit regenerativem CNG in Deutschland fahren wollten.

Neben Pendelverkehren böte Bio-CNG auch im regionalen Umfeld eine schnell zu realisierende Lösung. Ob regionale Möbelhäuser, Bäckereien mit Filialnetz oder Fuhrunternehmen für Baustoffe und Recyclingmaterial – sie alle eint laut OrangeGas, dass sich ihre Einsatzprofile oft hervorragend für CNG-Lkw eigneten.

„Die hohen Reichweiten von LNG-Lkw lassen bei vielen Unternehmen das verflüssigte Methan zuerst als attraktiver erscheinen“, berichtet Bloemsma aus den Gesprächen mit Spediteuren.

Doch ein genauer Blick zeige, dass Bio-CNG oft die bessere Wahl für das Unternehmen sei.

„Die Kosten sprechen meist klar für Bio-CNG – und die Tankstellensituation auch“, so Bloemsma.

Da OrangeGas beide Kraftstoffe im Portfolio habe, könne zu Bio-CNG und Bio-LNG eine kundenorientierte Beratung erfolgen.

Oft fehle in den Unternehmen noch die notwendige Erfahrung mit den Besonderheiten von CNG und LNG. Daraus entstünden gravierende Fehleinschätzungen, die im Unternehmensalltag dann Probleme bereiten könnten. Eine Tankstelle, an der fünf oder sechs CNG-Lkw eines Unternehmens täglich tanken, müsse ganz anders dimensioniert und ausgestattet werden als es bei den vielen Pkw-Tankstellen in Deutschland der Fall ist.

„Wir besprechen mit unseren Kunden daher die benötigten Kapazitäten und bringen auch Standortalternativen ein“, erklärt Bloemsma das Vorgehen von OrangeGas.

Oft würden die Speicher erweitert oder Zapfsäulen so verlegt, dass sie von Lkw besser zu erreichen wären. Ganz wichtig sei bei Lkw die Verfügbarkeit der Tankstellen.

„Bei wichtigen Ankerkunden statten wir die Anlagen mit redundanten Verdichtern aus oder planen eine Reservetankstelle in der Region“, berichtet der Deutschland-Chef von OrangeGas.

Die langjährige Erfahrung der Konzernmutter in den Niederlanden zeigt, dass der Weg über Kooperationspartner und Ankerkunden eine Win-Win-Situation ist: „Unsere Kunden haben eine für sie optimierte CNG-Tankstelle dort, wo sie sie benötigen. Wir können bedarfsorientiert investieren und so einen wirtschaftlichen Betrieb der Tankstellen sicherstellen“, erläutert Bloemsma.

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