LogiMAT 2022: Die Silicon Economy kommt

Open-Source-Ansätze und die Potenziale von künstlicher Intelligenz in der Intralogistik standen im Fokus des Eröffnungsforums der Intralogistikmesse LogiMAT 2022.

Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel bei seinem Impulsvortrag auf dem Eröffnungsforum der LogiMAT. (Foto: Therese Meitinger)
Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel bei seinem Impulsvortrag auf dem Eröffnungsforum der LogiMAT. (Foto: Therese Meitinger)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

„Das Kerngeschäft von heute ist nicht mehr das Kerngeschäft von morgen“, begann Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel am 31. Mai das Eröffnungsforum der LogiMAT 2022. Zusammen mit Jakub Piotrowski, CIO und Chief Digital Officer der BLG Logistics Group, und Stefan Hohm, Chief Development Officer der Dachser Group, wollte er – so der Titel der Veranstaltung – den „Aufbruch in die Silicon Economy“ einläuten.

Perspektivisch sollte das disruptive Potenzial von künstlicher Intelligenz und Open Source für die Zukunft der Intralogistik beleuchtet werden, konkret stellten ten Hompel, Hohm und Piotrowski das „Big Picture“ einer datengetriebenen Silicon Economy, verschiedene Entwicklungsprojekte und die Open Logistics Foundation vor.

Künftig werde Wertschöpfung in der Logistik vor allem über Daten und den daraus erwachsenden Wissensvorsprung funktionieren, so ten Hompel in seinem einleitenden Impulsvortrag. Die Vision einer durchgängig digitalen Silicon Economy gebe es schon lange, doch gerade seien die dafür ausschlaggebenden Technologien wie beispielsweise Blockchain dabei, das nötige Momentum zu gewinnen.

„Wir können zunehmend ein digitales Kontinuum aufbauen, das es erlaubt, die physische Realität in Echtzeit mit der Simulation zu verbinden“, so ten Hompel.

Dies erlaube etwa das Trainieren von FTS über einen Digitalen Zwilling.   

Doch den Absprung könne man nur gemeinsam über einen Open-Source-Ansatz schaffen. Proprietäre Schnittstellen, die immer wieder neu programmiert werden müssen, sind für den Wissenschaftler ein Entwicklungshemmnis.

Einen gegenteiligen Ansatz verfolgt der Interessenverbund Open Logistics Foundation, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, Hard- und Softwarekomponenten, Schnittstelle und Anwendungen gemeinsam und Open Source auf den Weg zu bringen. Mit dem „Repository“ wollen Partnerunternehmen wie etwa Dachser und BLG Logstics gemeinsame Softwarestandards für Logistikanwendungen etablieren will.

„2017 haben wir mit dem Dachser Enterprise Lab in Kooperation mit dem Fraunhofer IML den ersten Funken für die Open Logistics Foundation gelegt“, sagte etwa Stefan Hohm.

In der LogiMAT sieht er eine Möglichkeit, weitere Verbindungspunkte für das Internet of Things zu finden.

Jakub Piotrowski von BLG Logistics wandte sich an Unternehmen, die fürchten, aus dem Open-Source-Ansatz könnten Wettbewerbsnachteile entstehen, da Wissen abwandere. Man profitiere vielmehr von der erweiterten Perspektive:

„Es ist ein Geben und Nehmen“, so Piotrowski.

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