LogiMAT 2022: Kooperative Automatisierung im Lager

Wie autonome mobile Roboter gemeinsam mit automatisierten Vertikalförderern die Prozesse im Lager optimieren, will Still in Stuttgart anhand praktischer Abläufe demonstrieren.

Still hat im Januar 2022 seine neuen AMR-Fahrzeuge in drei Ausführungen auf den Markt gebracht – mit Tragfähigkeiten von 600 bis 1.500 kg. | Bild: Still
Still hat im Januar 2022 seine neuen AMR-Fahrzeuge in drei Ausführungen auf den Markt gebracht – mit Tragfähigkeiten von 600 bis 1.500 kg. | Bild: Still
Tobias Schweikl

Der Hamburger Flurförderzeug-Spezialist Still zeigt auf der Intralogistikmesse LogiMAT 2022 (31. Mai bis 2. Juni, Messe Stuttgart) erstmals seine neue ACH-Baureihe einer breiten Öffentlichkeit. Die „Autonomen Mobilen Roboter“ (AMR) arbeiten mit automatisierten Vertikalförderern wie Schubmast- oder Schmalgangstaplern zusammen. Das Ergebnis sei eine neue Form der modernen Arbeitsteilung, welche die Transportprozesse in Lager oder Produktion künftig auf eine völlig neue Ebene heben soll, so der Hersteller.

Still will auf der Messe Abläufe nachstellen, die so oder ähnlich auch in Lager- und Produktionshallen stattfinden: das Auslagern von Halbfertigprodukten aus dem Hochregallager, der Transport zur Weiterverarbeitung, der anschließende Rücktransport zum Hochregallager und die abschließende Einlagerung der veredelten Produkte. Diese Prozesse sollen sich künftig durch optimierte Arbeitsabläufe kostengünstiger und effizienter gestalten lassen.

„Diese Prozessoptimierung erreichen wir durch eine neue Form der Arbeitsteilung, bei der jede Maschine genau die Aufgaben übernimmt, für die sie optimiert wurde. Der automatisierte Vertikalförderer lagert Waren im Hochregallager ein oder aus und unsere neuen automatisierten mobilen Roboter sind verantwortlich für den horizontalen Transport. Durch ihre sehr kompakten Abmessungen sind sie im Lager oder in der Produktion deutlich wendiger und erreichen damit problemlos fast jede Position – bis hin zum Produktionsmitarbeiter an der Fertigungslinie“, erläutert Torsten Wiecker, Vice President Brand Management Still EMEA.

Die AMR-Fahrzeuge kamen im Januar 2022 in drei Ausführungen auf den Markt. Dank ihrer Sensorik bewegt sich die ACH-Serie selbstständig im Lager – auch im Mischbetrieb mit Menschen und anderen Flurförderzeugen.

Das Modell ACH 06 eignet sich mit einer Tragfähigkeit von 600 kg und Abmessungen von 956 x 730 x 240 mm vor allem für den automatisierten Transport von leichteren Waren. Es kann Güter bis zu einer Unterfahrhöhe von 270 mm aufnehmen oder ablegen. Beladen erreicht der kleine Flitzer eine Fahrgeschwindigkeit von 1,5 m/s. Die mittelgroße Variante, das ACH 10, misst 1.182 x 832 x 260 mm und kann 1.000 kg Last transportieren.

Wer noch schwerere Lasten automatisiert befördern muss, der greift auf das ACH 15 zurück. Das leistungsfähigste der drei Modelle misst ebenfalls 1.182 x 832 x 260 mm und ist für Lasten bis 1.500 kg ausgelegt. Die Aufnahme- und Abgabehöhe beträgt beim ACH 10 ebenso wie beim ACH 15 290 mm. Beladen erreichen die beiden größeren Varianten eine Geschwindigkeit von bis zu 1,2 m/s. Die verfügbare Ladefläche beträgt beim ACH 06 900 x 900 mm. Die beiden anderen Modelle erreichen über eine Ladeplattform ein Flächenmaß von 1.200 x 1.200 mm.

Ihre Energie erhalten alle drei Modelle von einer Lithium-Ionen-Batterie. Diese lässt sich sehr komfortabel über die zum System gehörende Ladestation laden. Die Fahrzeuge docken sich dafür bei Bedarf automatisch an die Station an.

Die Fahrzeuge transportieren Ladungsträger auf ihren Plattformen und können an verschiedene Übergabepunkte angepasst werden. Dabei arbeitet das AMR – je nach Bedarf – eigenständig oder über die Anbindung an die Softwaresysteme der Betreiber.

Halle 10, Stand B41/B51

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