LogiMAT 2023: Mobile Roboter intelligent laden

Geringere Energiekosten und längere Batterielebensdauer – der Hersteller Wiferion stellt auf der LogiMAT in Stuttgart seine neue Charge Optimization Platform für AMR vor.  

Mit der Charge Optimization Platform (COP) etaHUB präsentiert Wiferion auf der LogiMAT eine Lösung für Smart Robot Charging. | Bild: Wiferion
Mit der Charge Optimization Platform (COP) etaHUB präsentiert Wiferion auf der LogiMAT eine Lösung für Smart Robot Charging. | Bild: Wiferion
Tobias Schweikl

Mit seiner neu entwickelten Charge Optimization Platform „etaHUB“ präsentiert Wiferion auf der LogiMAT 2023 (25. bis 27. April, Stuttgart) eine Lösung für smarte Laden mobiler Roboter. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Lösungen für die mobile, kabellose Stromversorgung von fahrerlosen Transportsystemen (FTS/AGV), autonomen mobilen Robotern (AMR) und Flurförderzeugen (FFZ).

„Der Markt für Transportroboter und Batterien wächst exponentiell. Smart Charging ist die Grundvoraussetzung, um automatisierte Roboter- und Automatisierungslösungen robust skalieren zu können“, so Florian Reiners, CEO und Mitgründer von Wiferion.

Mit der cloudbasierten IoT-Anwendung etaHUB sollen Roboterflotten effizienter werden. Intelligente Algorithmen analysieren die Energiedaten, die Wiferion mit seinen induktiven Ladesystemen und Batterien ermittelt. Die Auswertung von mehr als 70 Datenpunkten wie Batterietemperatur, Netzspannung und Batteriezustand (State of Health, SoH) ermögliche erstmals Smart Robot Charging für mobile Roboter, so das Unternehmen.

Die Energieversorgung von Robotern werde somit in drei Bereichen optimiert:

1. Datenüberwachung und Warnmeldungen

Der „etaHUB“ überwacht den Ladezustand in Echtzeit. Tritt ein Fehler im Energiesystem auf, erscheint dieser im Dashboard. Auch eine Push-Nachricht auf PC oder Handy sind möglich. Die Fehleranalyse erfolgt remote – ein Vorteil bei immer größer werdenden Roboterflotten, die über mehrere Standorte verteilt sind. „etaHUB“ erstellt auch Prognosen über die zu erwartende Batterielebensdauer. So könne die Wartung oder der Tausch der Batterie frühzeitig geplant werden, bevor es zu Roboterausfällen komme.  Das Tool sammelt alle Informationen zentral in einem Batteriepass.

2. Anpassung der Ladeleistung

Mit Smart Robot Charging könne die Batterielebensdauer durch die Steuerung der Lade- und Entladegeschwindigkeit (C-Rate) um bis zu zehn Prozent verlängert werden. „etaHUB“ reduziert die C-Rate in Zeiten mit wenigen Transportaufträgen, um die Batterie zu schonen, und erhöht die Ladegeschwindigkeit, wenn die Roboter viele Aufträge bearbeiten müssen.

3. Anpassung des Roboterverhaltens

Bei Integration von „etaHUB“ in einen Flottenmanager erhöhe sich die Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Die Software liefert Daten über die Dauer eines Ladevorgangs und darüber, wann welcher Roboter in Zukunft an einem Ladepunkt sein wird. Der Flottenmanager könne so die FTS exakt und ohne redundante Ladezeiten einplanen. Zudem erhöhe die Charge Optimization Platform die Sicherheit der Produktion. Bei zu hoher Batterietemperatur kommuniziert das System mit dem Flottenmanager, um den Roboter eine Sicherheitszone zu fahren.

Smart Charging ermöglicht es auch, die Ladezeiten von mobilen Robotern in Zeiten mit niedrigen Stromkosten zu planen. Beispielsweise nachts, wenn der Strombedarf allgemein geringer ist. Auch die Kopplung mit Daten zum Energiemix (Anteil erneuerbarer Energien) aus Energiemanagementsystemen oder mit Daten des Fraunhofer-Instituts ist möglich. Darüber hinaus verbessert die Wiferion-Lösung die Netzauslastung, da nicht alle Roboter gleichzeitig geladen werden, z. B. am Ende der Schicht.

Halle 6, Stand C45