LogiMAT 2024: Elektrifizierte Flurförderzeuge, Fahrassistenzsysteme und neue Technologien für eine effiziente Intralogistik

Elektrifizierte Antriebe und innovative Fahrerassistenzsysteme für eine effiziente Intralogistik stehen bei den Herstellern von Flurförderzeugen auf dem Messeprogramm. Beispiele sind spezielle Gummimischungen und Transportsysteme mit Mecanum-Rädern – aber auch neue Sensorik.

Neben neuen Staplerserien und Hubwagen stehen in den Hallen 9 und 10 auf dem Stuttgarter Messegelände insbesondere Neuheiten bei den Antriebsenergien und ihren Speichern, den Fahrerassistenzsystemen (FAS) sowie den Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) im Fokus. | Bild: Euroexpo
Neben neuen Staplerserien und Hubwagen stehen in den Hallen 9 und 10 auf dem Stuttgarter Messegelände insbesondere Neuheiten bei den Antriebsenergien und ihren Speichern, den Fahrerassistenzsystemen (FAS) sowie den Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) im Fokus. | Bild: Euroexpo
Tobias Schweikl

Auf der Intralogistikmesse LogiMAT 2024 (19. – 21. März, Messe Stuttgart) steht neben anderen Ausstellungsbereichen auch die Zukunft der Flurförderzeuge im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung hebt die Rolle elektromotorischer Geräte für die Optimierung von Material- und Warenflüssen hervor. Besucher können sich auf die Präsentation neuer Staplerserien, Hubwagen, fortschrittliche Antriebsenergien und -speicher, innovative Fahrerassistenzsysteme (FAS) sowie auf die neuesten Entwicklungen im Bereich der Fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) freuen.

„Mit diesem weitreichenden Überblick über ihr aktuelles Produkt- und Leistungsangebot setzt die FFZ-Branche auf der LogiMAT 2024 ein Ausrufezeichen hinsichtlich der Innovationskraft und des zukunftsorientierten Entwicklungsgrades der Hersteller“, so Messeleiter Ruchty. „Auch wenn es bei der Gewichtung der einzelnen Produktsegmenten Verschiebungen geben mag: Die vielfältigen Neuentwicklungen belegen, dass die elektromotorischen Flurförderzeuge das maßgebliche Instrument für effiziente Waren- und Materialflüsse in der Intralogistik sind und auf absehbare Zeit auch bleiben werden.“

Innovationen in den Hallen

In den Hallen 9 und 10 sowie auf dem Freigelände zwischen ihnen zeigen Aussteller aus der Flurförderzeugebranche zahlreiche Innovationen. Unter den vorgestellten Produkten befinden sich Reifen mit speziellen Gummimischungen, die ein helles Farbsignal bei einer Restlaufzeit von etwa 100 Betriebsstunden aktivieren, sowie elastische Vollreifen aus rund 60 Prozent nachwachsenden und recycelten Materialien. Außerdem werden Rollcontainersysteme mit integrierten Rollenbremsen, Polyamid-Räder, die bis zu 25 Prozent weniger Antriebsenergie benötigen, und Transportsysteme mit Mecanum-Rädern für omnidirektionale Bewegungen präsentiert.

Mehrere FFZ-Hersteller zeigen in Live-Szenarien die Möglichkeiten und Vorteile einer koordinierten Zusammenarbeit vollautomatisierter Lagergeräte. Fahrerlose Schubmaststapler und Hochhubwagen beispielsweise bedienen im Regalsystem eingesetzten Shuttle-Systeme.

Lithium-Ionen-Technologie als Standard

Die Messeaussteller legen einen besonderen Schwerpunkt auf die Lithium-Ionen-Technologie, die sich als Standard für Flurförderzeuge etabliert hat. Parallel dazu rücken alternative Antriebslösungen wie Brennstoffzellen in den Fokus, die als zukunftsweisende Energiesysteme für die Intralogistik gelten. Nach Einschätzung von Experten soll diese Technologie zukünftig im Mischportfolio mit Lithium-Ionen-Batterien die Intralogistik dominieren.

Fahrerassistenzsysteme steigern Sicherheit

Neben den technischen Innovationen stehen auch Fahrerassistenzsysteme (FAS) im Rampenlicht, die das Leistungsspektrum durch Komplettsysteme und KI-basierte Erkennungssysteme erweitern. Diese Neuerungen unterstützen die Fahrer unter anderem durch präzisere Steuerung der Zielposition und optimale Hubhöhe sowie durch effektiven Schutz vor Kollisionen.

Die FFZ-Hersteller sowie spezialisierte Entwickler aus den Bereichen Sensorik und IT weiten das Leistungsspektrum der Fahrerassistenzsysteme (FAS) mit Komplettsystemen und KI-basierten Erkennungssystemen weiter aus. Sie sollen beispielsweise Fahrern im Langguthandling etwa mit Vorwahlmöglichkeiten für die Gabelverstellung und den Mastausschub eine genaue Ansteuerung der Zielposition und die optimale Hubhöhe unterstützen oder, wie etwa ein neues kamerabasiertes Assistenzsystem, effektiven Schutz vor Kollisionen mit Objekten und Personen bieten.

Rahmenprogram & Know-how

Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, darunter Expertenforen zu aktuellen Trends und Herausforderungen in der Intralogistik, unterstreicht die LogiMAT ihre Bedeutung als Impulsgeber für die Branche.

In einem Expert Forum zu Thema „Zirkuläre Logistik – Demontage als Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften“ in der LogiMAT Arena, Atrium Eingang Ost. Prof. Dr.-Ing. erörtert am Nachmittag des ersten Messetags Johannes Fottner, Ordinarius am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) Technische Universität München (TUM), mit Podiumsgästen, wie die Demontage von Altprodukten der Grundstein für nachhaltiges Wirtschaften sein kann.

Dem Thema Automatisierung widmet sich am Nachmittag des zweiten Messetags ein Expertenkreis unter Moderation von Dr.-Ing. Günter Ullrich, Geschäftsführender Gesellschafter Forum-FTS GmbH und Leiter VDI Fachausschuss FTS. In dem Expert Forum in der LogiMAT Arena, Atrium Eingang Ost, beleuchten die Fachleute die Zukunft der mobilen Roboter aus Sicht der Sensorhersteller. Im Fokus stehen dabei die Herausforderungen an die sicherheitstechnische Auslegung der Roboter.