LogiMAT.digital: Intralogistik-Award BESTES PRODUKT 2021 verliehen

Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten wählte die drei Sieger des Intralogistik-Awards „BESTES PRODUKT 2021“. Die Preisverleihung wurde live im Internet übertragen.

Die Preisträger des Intralogistik-Awards "BESTES PRODUKT" erfüllen in herausragender Weise die Wettbewerbsbedingungen: Produktivitätssteigerung, Kostenersparnis und Rationalisierung in der Logistik. | Bild: Euroexpo
Die Preisträger des Intralogistik-Awards "BESTES PRODUKT" erfüllen in herausragender Weise die Wettbewerbsbedingungen: Produktivitätssteigerung, Kostenersparnis und Rationalisierung in der Logistik. | Bild: Euroexpo
Tobias Schweikl

Im Rahmen des LogiMAT.digital Summer Summit wurde am 22. Juni 2021 die Auszeichnung BESTES PRODUKT 2021 verliehen. Die Gewinner des Intralogistik-Awards: Ein intelligenter Arbeitsplatz, mit dem sich manuelle Prozesse so digitalisieren lassen, dass eine Null-Fehler-Strategie ermöglicht wird, ein omnidirektionales Unterfahr-FTF mit autonomer Warenträgerfindung und ein innovatives RFID-Label, mit dem sich Behälter dauerhaft kennzeichnen lassen. Die Sieger setzten sich gegen mehr als 100 Mitbewerber durch.

Die drei Preise wurden live an die Gewinner Grenzebach Maschinenbau GmbH, inotec Barcode Security und KNAPP AG überreicht. Das Branchenevent fand auf dem Stuttgarter Messegelände statt und wurde live online ausgestrahlt.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr.-Ing. Robert Schulz, Leiter des Instituts für Fördertechnik und Logistik (IFT), Universität Stuttgart neben den Preisträgern auch alle Bewerber, die sich in diesem Jahr trotz fehlender Präsenzveranstaltung um den Preis beworben haben und betonte die Innovationskraft der Branche.

Die Sieger im Detail

In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ ging der Preis „BESTES PRODUKT 2021“ an die Grenzebach Maschinenbau GmbH für das omnidirektionale Unterfahr-FTF für den autonomen Teiletransport mit dem Produktnamen OL1200S.

Das OL1200S schafft die Verbindung zwischen omnidirektionaler Fahrweise und autonomer Warenträgerfindung bei gleichzeitiger 360°-Fahrbereichsüberwachung. Die hohe Manövrierfähigkeit in Kombination mit der Warenträgerfindung macht es möglich, auch verschobene Warenträger auf wenig Raum autonom aufzunehmen. Dafür sind keine zusätzliche Sensorik im Fahrzeug sowie Einrichtungen am Behälter notwendig.

Bahnhöfe und Übergabestationen entfallen komplett. Anwender profitieren von der Platzersparnis, geringen Investitionskosten und einer schnellen Inbetriebnahme. Anpassungen an bestehende Anlagen sind schnell und unkompliziert möglich. In Kombination mit der zusätzlichen, dreidimensionalen Fahrbereichsüberwachung erkennt das OL1200S zusätzlich Hindernisse im Fahrweg, abhängig von Geschwindigkeit, allen Fahrtrichtungen und Beladung. Anwender vermeiden dadurch Transportschäden. Gespeicherte schematisierte Bilddaten ermöglichen eine Störanalyse und zielgerichtete Ablaufoptimierung. Mit diesem Gesamtpaket an Leistungen macht das OL1200S den autonomen Teiletransport und insbesondere den Transport langer Warenträger besonders effizient.

In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ ging der Preis „Bestes Produkt“ an die inotec Barcode Security GmbH für das RFID Inmould Label.

Mit dem inotec RFID Inmould Label ist eine permanente Kennzeichnung von Kunststoffpaletten, Behältern und Trays möglich wie z. B. der neuen GS1-Smart-Box. Die Inmould Labels sind resistent gegenüber Abnutzung, UV-Licht, Reinigungsprodukten, schwachen Säuren und anderen Chemikalien. Außerdem sind sie unablösbar dauerhaft mit dem Behälter verbunden und absolut hygienisch. Damit erfüllen sie auch die hohen Hygieneanforderungen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie und sind industrieweit für die Fleischbehälterkennzeichnung GS1-zertifiziert.

Das einschichtige Etikett mit integriertem Barcode, der gedruckten RFID-Antenne sowie dem montierten RFID-Chip, wird im Spritzgussverfahren untrennbar mit dem Ladungsträger verbunden. So wird der RFID-Tag ein integraler Bestandteil des Ladungsträgers und damit manipulationssicher. RFID-Inmould-Lösungen sind außerdem perfekt, wenn es darum geht, Daten aus der Entfernung oder ganz ohne Sichtkontakt auszulesen.

In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ ging der Preis „Bestes Produkt“ an die KNAPP AG für den Montagearbeitsplatz ivii.smartdesk.

Der ivii.smartdesk ist ein Montagearbeitsplatz, der mit einem Bilderkennungs- und Bildverarbeitungssystem ausgestattet ist. Somit sind die Montagearbeiten zu 100 Prozent softwaregestützt. Das Echtzeit-Feedback-System des ivii.smartdesk überwacht jeden Arbeitsschritt, was eine Null-Fehler-Strategie und durchgängige Rückverfolgbarkeit im Montageprozess – Beispielsweise in der Produktion ermöglicht. Dabei erfasst das Bilderkennungs- und Bildverarbeitungssystem alle Komponenten, die für die Montage benötigt werden.

Jeder Arbeitsschritt wird überprüft und validiert. Der nächste Arbeitsschritt kann erst folgen, wenn der vorangegangene vom Bildverarbeitungssystem als „in Ordnung“ anerkannt wurde. So ist sichergestellt, dass alle Komponenten in der richtigen Reihenfolge und Qualität zusammengefügt sind. Der Mitarbeiter erhält dank des Echtzeit-Feedback-Systems sofort Rückmeldung über die Qualität seiner Ausführung.

Ein spielerischer Ansatz der Arbeitsschritte – die Gamification – ist motivierend für die Mitarbeiter und trägt zu einer lernenden Organisation und zur hohen Mitarbeiterzufriedenheit bei. Der ivii.smartdesk kann auch im Wareneingang eingesetzt werden, um mit seiner Hilfe zu überprüfen, ob alle Waren in entsprechender Menge und Qualität angeliefert wurden. Die Lieferung wird dokumentiert und gespeichert, was die nachträgliche Beweispflicht erleichtert. Dies spart nicht nur Zeit, sondern senkt auch die Reklamationskosten.

Hintergrund BESTES PRODUKT

Der Preis „BESTES PRODUKT“ wurde vor 17 Jahren vom Veranstalter der LogiMAT initiiert, um die Spitzenleistungen der Aussteller, von denen viele aus dem Mittelstand kommen, zu würdigen. Seitdem werden innovative Produkte ausgezeichnet, die wesentlich zur Rationalisierung, Kostenersparnis und Steigerung der Produktivität in der innerbetrieblichen Logistik beitragen. Die Auszeichnung wird in drei Kategorien verliehen:

  • Software, Kommunikation, IT
  • Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik
  • Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung

Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury gekürt, die die eingereichten Bewerbungen kritisch nach den genannten Gesichtspunkten im Vorfeld der Messe sondiert. Zu den Jurymitgliedern zählen Vertreter aus Wissenschaft und Medien. Der Preis hat sich mittlerweile als eine der begehrtesten Auszeichnungen in der Intralogistik-Branche etabliert. Die Sieger des Wettbewerbs werden mit einer Urkunde und einer Medaille ausgezeichnet.

Der Fachjury für den Preis „BESTES PRODUKT“ gehören an:

  • Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik, Technische Universität München (Vorsitz)
  • Jan Kaulfuhs-Berger, Fachzeitschrift Hebezeuge Fördermittel / Technische Logistik
  • Prof. Dr.-Ing. Rolf Jansen, Institut für Distributions- und Handelslogistik (IDH) des VVL e.V.
  • Matthias Pieringer, Fachzeitschrift LOGISTIK HEUTE
  • Prof. Dr.-Ing. Wolf-Michael Scheid, VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL)
  • Tobias Schweikl, Fachzeitschrift LOGISTRA
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