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Logistikindikator: Pessimismus bei Anwendern und Dienstleistern wächst

Der Handel und die Industrie bewerten laut der Erhebung des Ifo-Instituts und des BVL die Lage positiver als Logistikdienstleister.

Zum Jahresende herrscht im Wirtschaftsbereich Logistik eher Ernüchterung, so der Logistikindikator von BVL und Ifo. | Foto: Industrieblick/Fotolia
Zum Jahresende herrscht im Wirtschaftsbereich Logistik eher Ernüchterung, so der Logistikindikator von BVL und Ifo. | Foto: Industrieblick/Fotolia
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Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Der Geschäftsklimaindikator der deutschen Logistikwirtschaft hat sich im November bereits den siebten Monat in Folge verschlechtert und lag mit einem Wert von 96,1 spürbar im negativen Bereich. Dies geht aus den monatlichen Erhebungen zum Logistik-Indikator hervor, die das Ifo Institut im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Rahmen seiner Konjunkturumfragen durchführt. Per saldo wurde die Geschäftssituation demnach zwar weiterhin günstig eingeschätzt, allerdings wurde sie deutlich weniger positiv beurteilt als im Vorjahr (103 aktuell; 115,6 im Vorjahresmonat) und der entsprechende Wert lag zuletzt im September 2013 niedriger. Darüber hinaus blickten die befragten Unternehmer nochmals pessimistischer auf die Entwicklungen in den kommenden sechs Monaten (89,7). Weiterhin planten die Firmen der Befragung zufolge den Personalbestand zu verringern.

Knapp einer technischen Rezession entgangen

Die deutsche Wirtschaft ist laut Ifo nur knapp einer technischen Rezession entgangen. Das Statistische Bundesamt gab für das dritte Quartal ein geringes Wachstum von 0,1 Prozent zum Vorquartal an, nach einem Rückgang von 0,2 Prozent im zweiten Quartal. Bislang erweise sich die konsum- und baunahe Binnenkonjunktur als weitgehend robust gegenüber der sich kräftig abkühlenden Industriekonjunktur, so die Erheber des Indikators. Deshalb dürfte das Bruttoinlandsprodukt ihrer Ansicht nach auch im vierten Quartal nur wenig expandieren. Insbesondere die exportabhängigen Industriebranchen leiden, so BVL und Ifo, unter den Folgen der Unsicherheit, die im Zusammenhang mit dem Brexit und dem Handelskonflikt zwischen den USA und China stehen. Zudem befindet sich die Automobilindustrie in einem ausgeprägten strukturellen Wandel. Hingegen wird die Binnenkonjunktur durch einen kräftigen Beschäftigungszuwachs, niedrigen Zinsen und einer expansiven Finanzpolitik gestützt.

Logistikdienstleister blicken skeptisch auf das nächste Halbjahr

Die Logistikdienstleister bewerteten ihre aktuelle Situation in der Befragung von BVL und Ifo zwar etwas positiver als im Vormonat, allerdings lag der entsprechende Indikator mit 99,4 Indexpunkten weit unterhalb seines langjährigen Mittelwerts. Mit Blick auf das kommende halbe Jahr überwogen die skeptischen Stimmen nochmals deutlicher (86,7). Das Geschäftsklima trübte sich weiter ein und sank auf 92,8 Indexpunkte – niedriger war der Wert zuletzt im November 2012. Der Umsatz sank den Angaben der Teilnehmer zufolge im Vormonat weiter und ein größerer Anteil der Firmen gab an, dass die Umsätze auch zum Vorjahr niedriger ausgefallen sind. Ein Großteil der Firmen sah sich laut der Erhebung mit einem verhältnismäßig kleinen Auftragsbestand konfrontiert. Erste Firmen reagieren demnach bereits mit Entlassungen auf diese Entwicklung. Bei zunehmend verhaltenen Umsatzerwartungen sollen die Personalzahlen in den kommenden Monaten nur vereinzelt angehoben werden.

Preise zuletzt konstant, hoher Lagerdruck

Im Bereich der Logistikanwender aus Handel und Industrie nahmen die negativen Stimmen bezüglich der erwarteten Entwicklung in den kommenden sechs Monaten erneut ab (93,1 nach 92,7 im Vormonat). Die Geschäftssituation stellte sich im November genauso günstig dar wie im Vormonat (107,5). Insgesamt verbesserte sich das Geschäftsklima zum zweiten Mal in Folge, verblieb jedoch weiterhin im negativen Bereich. Der Index notierte bei genau 100 Punkten. Den Angaben zufolge wurden die Preise in den vergangenen drei Monaten nahezu konstant gehalten, allerdings sieht ein zunehmend großer Anteil der Befragten die Möglichkeit, höhere Preise am Markt durchsetzen zu können. Vielerorts wurde von einem hohen Lagerdruck berichtet. Bereits seit einem Dreivierteljahr wird dem Logistikindikator zufolge mit Personalentlassungen geplant – der entsprechende Saldo markierte den niedrigsten Wert seit März 2010.

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