Logistikroboter: Sonderkonjunktur für autonome Helfer

Die International Federation of Robotics hat ihr Jahrbuch "World Robotics 2021 - Service Robots" veröffentlicht. Das Ergebnis: Der Markt für Serviceroboter boomt. 

Jeder dritte professionelle Serviceroboter wird laut IFR für den Transport von Waren oder Gütern eingesetzt. (Foto: Phonlamaiphoto/Adobe Stock)
Jeder dritte professionelle Serviceroboter wird laut IFR für den Transport von Waren oder Gütern eingesetzt. (Foto: Phonlamaiphoto/Adobe Stock)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Der Markt für professionelle Serviceroboter hat weltweit einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar erzielt – ein Plus von zwölf Prozent im Jahr 2020 (Stichprobenmethode). Gleichzeitig stieg der Umsatz mit Servicerobotern für den privaten und häuslichen Gebrauch um 16 Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Das berichtete am 8. November die International Federation of Robotics (IFR) mit der Veröffentlichung des Jahrbuchs „World Robotics 2021 – Service Robots“.

„Die Serviceroboter setzen ihren Erfolgskurs fort und zeigen weltweit ein enormes Marktpotenzial“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „Der Absatz von professionellen Servicerobotern stieg um beeindruckende 41 Prozent auf 131.800 Einheiten im Jahr 2020."

Von einem Nachfrageschub, der von der weltweiten Pandemie ausgelöst wurde, profitierten dem IFR zufolge auch Logistikroboter: Jeder dritte professionelle Serviceroboter wird demnach für den Transport von Waren oder Gütern eingesetzt. Der Umsatz mit autonomen mobilen Robotern (AMR) inklusive Lieferrobotern stieg um elf Prozent auf über eine Milliarde US-Dollar. Die meisten verkauften Einheiten kommen in Innenräumen zum Einsatz – beispielsweise in der Produktion oder in Lagerhäusern.

Einen Trend gibt es dem Bericht zufolge für flexible Lösungen, mit denen die AMRs in komplexen Umgebungen agieren können – beispielsweise zusammen mit Gabelstaplern, anderen mobilen Robotern oder Menschen. Darüber hinaus bestehe ein starkes Marktpotenzial für Transportroboter mit Publikumsverkehr im Außenbereich, beispielsweise bei der Zustellung auf der letzten Meile, heißt es. Die Vermarktungs- und Monetarisierungsmöglichkeiten hingen nach wie vor von der Einführung gesetzlicher Rahmenbedingungen ab, deren Fehlen derzeit in den meisten Ländern einem großflächigen Einsatz dieser Roboter noch im Wege steht.

Die Serviceroboter-Branche weist dabei einige strukturelle Besonderheiten auf.

„Jedes Jahr erscheinen viele Start-up-Unternehmen am Markt, die innovative Serviceroboter-Anwendungen entwickeln und bestehende Konzepte verbessern“, so IFR-Präsident Milton Guerry. „Einige dieser jungen Unternehmen verschwinden allerdings ebenso schnell wie sie aufgetaucht sind.“

Die Aktivität im Bereich der Servicerobotik bleibe jedoch hoch, so Guerry weiter: einerseits durch Übernahmen etablierter Unternehmen und andererseits durch Übernahmen von Firmen aus anderen Branchen, die in diesem spannenden Bereich expandieren und arbeiten wollen.

Weltweit gelten 80 Prozent der erfassten 1.050 Anbieter von Servicerobotern als etablierte Unternehmen, die vor mehr als fünf Jahren gegründet wurden. 47 Prozent der Anbieter von Servicerobotern kommen aus Europa, 27 Prozent aus Nordamerika und 25 Prozent aus Asien.

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