Luminar & Plus: Lidar und KI sollen Fahrerassistenz boosten

Anbieter kooperieren zur Weiterentwicklung von hochautomatisierten Fahr- und Sicherheitssystemen für Nfz-Hersteller. Konkret geht es um Lidar- und KI-basierte Fahrassistenzsoftware.

Truck mit Langstrecken-Lidar und installierter PlusDrive-Lösung. (Foto: Plus)
Truck mit Langstrecken-Lidar und installierter PlusDrive-Lösung. (Foto: Plus)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Anna Barbara Brüggmann)

Der Hersteller von Automobiltechnologie Luminar und Plus, ein globaler Lösungsanbieter für hochautomatisiertes und vollautonomes Fahren, gaben eine Kooperation bekannt: Die Vereinbarung sieht vor, dass Luminar der exklusive Anbieter von Lidar-Systemen mit mittlerer bis großer Reichweite für PlusDrive wird, das werkseitig installierte, assistierte Fahrsystem von Plus.

Zugleich soll Plus wiederum der exklusive Drittanbieter von KI-basierter Fahrerassistenzsoftware für Luminars Lösung für Nutzfahrzeug-OEMs werden.

„Der Lkw-Bereich ist für Luminar ein wachsender Schlüsselmarkt. Dieselben Produkte und Technologien, die wir erfolgreich in unseren Programmen für Pkw eingesetzt haben, werden nun auch in Nutzfahrzeugen eingesetzt“, so Luminar-Gründer und CEO Austin Russell.

Russell zufolge sähe man Plus als neuen strategischen Partner, „um Sicherheit und Autonomie für Serien-Nutzfahrzeuge in noch größerem Umfang zu ermöglichen“. Die Lidar-Sensorlösung namens Iris Lidar von Luminar gewähre eine hochleistungsfähige Umgebungswahrnehmung mit großer Reichweite und könne bis zu 600 Meter weit voraussehen. Dies entspreche einer Sichtweite von bis zu 20 Sekunden bei Autobahngeschwindigkeiten, auch voll beladene Lkw sollen bei Bedarf probemlos zum Stehen kommen können, so die Angaben des Unternehmens.

Dies soll eine schrittweise Funktionsverbesserung für ADAS-Systeme darstellen und zudem die Grundlage für vollständig autonomes Fahren schaffen.

„Mit Luminar erreicht PlusDrive neue Bestwerte bei der Wahrnehmung von größeren Entfernungen sowie bei Autobahngeschwindigkeiten. Dies ermöglicht die skalierbare Kommerzialisierung der Driver-in-Technologie schon heute und beschleunigt den Weg unserer Kunden zur vollständigen Autonomie“, zeigt sich David Liu, CEO und Mitbegründer von Plus, überzeugt.

Die PlusDrive-Lösung ist bereits verfügbar und wird von einigen Flotten für die Frachtauslieferung verwendet. Genutzt werden Komponenten wie Lidar, Radar und spezielle Kameras, „um 360 Grad um das Fahrzeug herum und Hunderte von Metern vorauszusehen“, so die Hersteller-Angaben.

Verhalten umgebender Fahrzeuge prognostizieren

Eine KI-basierte Software verarbeitet die Daten und soll das Verhalten der umliegenden Fahrzeuge prognostizieren sowie das Fahrzeug sicher manövrieren. Sie regle automatisch den Stop-and-Go-Verkehr, den Spurwechsel, das Zusammenführen von Fahrspuren, die Annäherung an ein übergroßes Fahrzeug und das Beibehalten der Fahrspurmitte – bei zugleich wachsamem und aufmerksamen Fahrer, betont Plus. Neue Fahrfunktionen würden über Software-Updates aktualisiert.

Die Kooperationspartner wollen nach eigenen Angaben zudem auch bei Luminars Versicherungsprogramm für Nutzfahrzeuge, hochauflösenden Kartierungen und der Integration von Sensoren für den Lkw-Verkehr namens Blade zusammenarbeiten.