MAN & BGL-Aktion zum Fahrermangel: Trucker eskortieren TSV 1860-Spieler

Lkw-Fahrer begleiteten beim Samstags-Spiel des TSV 1860 München die Fußballmannschaft auf den Rasen. Damit wollten MAN und BGL auf den verschärften Mangel an Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern aufmerksam machen.

 

Ungewohnte Anblick im Grünwalder Stadion: Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer durften am Samstag den TSV 1860 auf das Spielfeld begleiten. | Foto: MAN Truck & Bus
Ungewohnte Anblick im Grünwalder Stadion: Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer durften am Samstag den TSV 1860 auf das Spielfeld begleiten. | Foto: MAN Truck & Bus
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Beim Samstags-Spiel TSV 1860 München gegen den FSV Zwickau begleiteten Lkw-Fahrer die Spieler auf den Rasen. Damit der Fußballverein mit einer Jahrzehnte alten Tradition: Normalerweise gehört es zum festen Ritual, dass vor dem Fußballspiel eine Einlauf-Eskorte von Kindern mit den Fußballern auf den Rasen läuft. Der ungewöhnliche Anblick, der sich den Zuschauern an diesem Samstag im Grünwalder Stadion bot – Lkw-Fahrer anstatt Kinder – sollte auf den sich massiv verstärkenden Mangel an Berufskraftfahrerinnen und -fahrer aufmerksam machen.

Die Aktion initiiert hatten der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus und der Bundesverband für Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Bereits heute würden nach Schätzungen des BGL etwa 100.000 Fahrer bundesweit fehlten, erklärten sie in einer gemeinsamen Pressemeldung im Nachgang des Spieles. Jedes Jahr gehen zudem rund 30.000 Berufskraftfahrer in Rente, demgegenüber stehen nur etwa 15.000 neue Berufseinsteiger.

„Den Fahrermangel nehmen auch wir als Nutzfahrzeughersteller sehr ernst. Wir sehen, dass der Transport- und Logistikmarkt nicht zuletzt wegen der fehlenden Nachwuchskräfte immer mehr unter Druck gerät. Aus diesem Grund möchten wir als MAN mit dieser Aktion ein Zeichen setzen. Denn ohne Lkw- Fahrerinnen und -Fahrer stehen die Lieferketten in Europa still“, erläutert Alexander Vlaskamp, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE.

Über 70 Prozent der Güter des täglichen Bedarfs würden mit dem Lkw transportiert. Deswegen sei durch die derzeitige Entwicklung die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs mittlerweile gefährdet, heißt es in dem Pressestatement weiter.

„Wenn wir englische Verhältnisse mit leeren Supermarktregalen verhindern wollen, muss hier auf allen Ebenen – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – ein konsequentes Umdenken stattfinden. Das heißt deutlich weniger Bürokratie, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung für die Leistung der Brummifahrer“, betont BGL- Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt zur Dramatik der Situation.

Gemeinsam mit dem Branchenverband BGL nutzte der bayerische Nutzfahrzeughersteller MAN, der auch Premiumpartner des TSV 1860 Münchens ist, das Spiel am Samstag, um auf diese ernstzunehmende Problematik in der Transport- und Logistikbranche aufmerksam zu machen.

MAN Truck & Bus engagiert sich schon seit einiger Zeit für die Belange von Berufskraftfahrerinnen und -fahrern und zieht dabei mit dem BGL gemeinsam an einem Strang. Neben der neuesten Truck Baureihe, bei der Fahrerinnen und Fahrer konsequent bei der Entwicklung mit einbezogen wurden, hat der Nutzfahrzeughersteller zudem mit „Fahren für Deutschland“ eine deutschlandweite Initiative ins Leben gerufen, die nachhaltig das Image des Berufsbildes der Berufskraftfahrenden sowie der Transport- und Logistikbranche steigern soll. Gleichzeitig soll die breite Öffentlichkeit mit der Initiative darauf aufmerksam gemacht werden, welchen wichtigen Beitrag Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer tagtäglich leisten, um die Grund- und Güterversorgung sicherzustellen.

Der BGL hat gemeinsam mit vielen anderen Branchenakteuren den Verein Pro-Fahrer-Image Profi gegründet und ist überdies auf allen politischen Ebenen aktiv, um für ein besseres Arbeitsumfeld der Brummifahrer zu kämpfen.

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