MAN Truck & Bus: Wechsel in der Geschäftsführung - Batterie statt Brennstoffzelle

In der Geschäftsführung der MAN Truck & Bus Deutschland folgt Georg Brieschenk auf Christopher Kunstmann. Überraschend verlässt Betriebsratschef Stimoniaris das Unternehmen. Technologisch priorisiert man jetzt die Batterie vor der Brennstoffzelle und will Trucks mit 500 bis 1.000 Kilometer Reichweite realisieren.

Georg Brieschenk übernimmt zum 1. September 2021 die Geschäftsführung im Bereich Finanzen & Operations Management bei der MAN Truck & Bus Deutschland. (Foto: MAN Truck & Bus)
Georg Brieschenk übernimmt zum 1. September 2021 die Geschäftsführung im Bereich Finanzen & Operations Management bei der MAN Truck & Bus Deutschland. (Foto: MAN Truck & Bus)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Wie das Unternehmen meldet, übernimmt Brieschenk die Geschäftsführung im Bereich Finanzen & Operations Management bei der MAN Truck & Bus Deutschland zum heutigen 1. September 2021. Bereits seit August verantwortet er dort die Leitung Finanzen & Operations Management. In dieser Position ist er für die Ressorts Vertriebscontrolling, Rechnungswesen, kaufmännische Prozesse & FI sowie IT zuständig. Georg Brieschenk bringt langjährige Erfahrung aus Volkswagen Konzern mit und war bereits für die Konzernmarken Audi und Škoda tätig. Seit Mitte 2019 ist er bei der MAN Truck & Bus SE und leitete dort  zuletzt das Vertriebs-Controlling für die Sales Area Europe.

Betriebsratschef Stimoniaris nimmt überraschend den Hut

Zudem gaben die Münchener überraschend und per kurzer Mitteilung bekannt, dass der langjährige Betriebsratsvorsitzende der MAN Truck & Bus SE, „Saki" Stimoniaris, zum 31. August 2021 "aus persönlichen Gründen" das Unternehmen verlässt. Er war seit 2002 Betriebsrat bei MAN, seit 2015 Vorsitzender und zudem Betriebsratschef bei Traton und Aufsichtsratschef der Traton SE, außerdem stellvertretender Chef im VW-Aufsichtsrat und im IG-Metall-Vorstand München. Der Vorstand der MAN Truck & Bus SE danke für die geleistete Arbeit und wünsche ihm für seine weitere Zukunft alles Gute, heißt es nur knapp. Laut Manager Magazin spielten zum einem gesundheitliche Gründe eine Rolle, zum anderen aber auch inhaltliche Differenzen über die Neuausrichtung des Unternehmens, das massiv Stellen abbauen will, bis Ende nächsten Jahres 3.500 Arbeitsplätze.

Batterie statt Brennstoffzelle: Schneller auf Diesel-Niveau

Technologisch fokussiert sich das Unternehmen jetzt aber auf den batterieelektrischen Antrieb als Alternative in Lkw und Bussen. MAN-Truck&Bus-SE-Chef Andreas Tostmann erklärte im Handelsblatt, das Kostenniveau eines Diesels sei mit einem Batterieelektroantrieb schneller zu erreichen als mit einer Brennstoffzelle. Vor allem Hyundai, Daimler und Volvo, aber auch Iveco setzen verstärkt auf die Fuel Cell in schweren Lastwagen. MAN will in drei Jahren in die Produktion von E-Trucks im Stammwerk in München starten. Die Strom-Lkw sollen eine Reichweite von anfangs 500 Kilometer, später 700 bis 1.000 Kilometer bieten. Stadtbusse vertreibt MAN ohnehin mit batterieelektrischem Antrieb. Man gehe davon aus, dass 2030 neun von zehn Citybussen mit E-Antrieb ausgestattet seien. Gerüchte über eine Ablösung hat Tostmann in diesem Zuge zurückgewiesen. Es sei sein Auftrag, den Zukunftsplan für MAN umzusetzen, so der Manager. ha/jr

 

Kunstmann wechselt zur SE

Brieschenk folgt auf Christopher Kunstmann, der als Senior Vice President Customer Service Management zur MAN Truck & Bus SE wechselte und in dieser Position das weltweite Customer Service Management verantwortet. Christoph Huber, Vorsitzender der Geschäftsführung, MAN Truck & Bus Deutschland, erklärt dazu:

„Wir freuen uns, dass wir mit Georg Brieschenk einen kaufmännischen Experten mit weitreichender Konzern-Erfahrung gewinnen konnten, der uns tatkräftig dabei unterstützen wird, unsere Marktanteile in den drei Produktsegmenten Truck, Bus und Van weiter auszubauen. Gleichzeitig ist es mir ein besonderes Anliegen, mich im Namen der gesamten MAN Truck & Bus Deutschland GmbH bei Christopher Kunstmann für seine herausragende Arbeit in den letzten Jahren zu bedanken und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg bei seiner neuen Tätigkeit innerhalb der MAN Truck & Bus.“

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