Maut-Index: Wirtschaftliche Erholung deutet sich an

Im Juni 2020 tourten wieder mehr Lkw auf den deutschen Straßen. Entsprechend legte die Fahrleistung um mehr als vier Prozent zu. Der Index gilt als Indikator für die Konjunkturentwicklung.

Der Lkw-fahrleistungs-Index weist auf eine leichte wirtschaftliche Erholung hin. | Foto: Toll Collect
Der Lkw-fahrleistungs-Index weist auf eine leichte wirtschaftliche Erholung hin. | Foto: Toll Collect
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Wie das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilen, ist im Juni 2020 die Fahrleistung der mautpflichtigen Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf den deutschen Autobahnen saisonbereinigt um 4,7 Prozent gegenüber Mai 2020 gestiegen. Im Vorjahresvergleich lag im Juni 2020 die kalenderbereinigte Lkw-Maut-Fahrleistung um 3,8 Prozent unter der des Juni 2019.

Seit einigen Monaten schon prägt die Corona-Krise die Entwicklung des Lkw-Maut-Fahrleistungsindex. Daher ziehen BAG und Destatis auch den Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Saison- und kalenderbereinigt war damals die Lkw-Maut-Fahrleistung noch um 6,6 Prozent höher als im Juni 2020 um 6,6 Prozent. Da die Lkw-Fahrleistung in engem Zusammenhang mit der Industrieproduktion in Deutschland stehe, so die Einschätzung, gebe der Index frühe Hinweise zur Konjunkturentwicklung.

Der Maut-Index dient als Konjunkturindikator

Im Zuge der Lkw-Mauterhebung werden digitale Prozessdaten unter anderem über die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkw in Deutschland erzeugt. Das BAG hat daraus den Lkw-Maut-Fahrleistungsindex entwickelt, der den Verlauf der Fahrleistung nachzeichnet. Wegen seiner schnellen Verfügbarkeit und der konjunkturellen Aussagekraft hat das Statistische Bundesamt den Index als saisonbereinigten Konjunkturindikator aufbereitet und führt diesen seit Dezember 2018 in seinem Veröffentlichungsprogramm.

Wegen der aufgrund der Corona-Pandemie hohen Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung und des zugleich hohen Bedarfs an aktuellen Konjunkturdaten aktualisieren das BAG und das Statistische Bundesamt die Ergebnisse für die Dauer der Corona-Krise nicht mehr nur monatlich, sondern auch arbeitstäglich. Die Tagesdaten werden unter anderem in kalender- und saisonbereinigter Form veröffentlicht, diese Bereinigung wird von der Deutschen Bundesbank durchgeführt. Die Ergebnisse bilden damit die Fahrleistung mit fünf- bis neuntägigem Abstand sehr aktuell ab.

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