MB Sprinter: Softwareupdate in keinem Zusammenhang zu VW-Manipulation

Der Service an 11.000 Sprinter-Modellen des Baujahres 2013 Abgasnorm Euro VI erfolgt im normalen Intervall. Eventuell Ausleseprobleme bei TÜV und Dekra.
Entwarnung: Mit einer unglücklichen Formulierung zu einem Softwareupdate beim Fünf-Tonnen-Modell des Sprinter Euro VI sorgte Daimler unfreiwillig für Aufregung. | Foto: Daimler
Entwarnung: Mit einer unglücklichen Formulierung zu einem Softwareupdate beim Fünf-Tonnen-Modell des Sprinter Euro VI sorgte Daimler unfreiwillig für Aufregung. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Aufgrund einer fehlerhaften Software hat Mercedes-Benz 11 000 Sprinter des Baujahres 2013 mit Euro-VI-Motoren in die Werkstatt bestellt. Bei den betroffenen Transportern der Fünf-Tonnen-Klasse könnten unter Umständen die Prüfgeräte von TÜV und Dekra nicht mit den Fahrzeugsystemen kommunizieren. Somit ist die Hauptuntersuchung nicht durchführbar. Daimler betont, dass es sich bei der bereits Anfang Juni gestarteten Aktion nicht um einen Rückruf handelt, sondern um eine Dienstleistung für den Kunden. Lediglich das Anschreiben sei unglücklich formuliert worden, ließ MB-Vans-Chef Volker Mornhinweg gegenüber der Welt am Sonntag wissen. Es bestehe keine Verbindung zu den in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Abgasmanipulationen bei Volkswagen. Bei über der Hälfte der Sprinter sei die Kontrolle auch schon erfolgt.

Der Sonntagszeitung war der Fall eines Unternehmers mit Sprinter-Flotte bekannt geworden, der sich in Anbetracht des VW-Manipulationsskandals an ein Schreiben von Mercedes vom Juni diesen Jahres erinnerte. In diesem sei es auch um Abgas und Software gegangen, schilderte der Betroffene gegenüber der Welt am Sonntag. Man habe ihm mitgeteilt, dass sein Fahrzeug "im Rahmen einer Kundendienstmaßnahme die betroffenen Steuergeräte mit einer optimierten Software versehen" würden, um mögliche "Unannehmlichkeiten mit Behörden und Prüforganisationen auszuschließen." Immerhin einen Tag habe er das Fahrzeug aus dem Betrieb nehmen und für den Werkstatttermin freistellen müssen. Alles also nur heiße Luft. Aber der Fall zeigt, wie sehr derzeit in der Branche die Nerven blank liegen.

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