Mehr Automatisierung und ein neues WMS: Schmidt Groupe steigert Effizienz

Der Küchenhersteller Schmidt Groupe hat seine Ein- und Auslagerungen sowie die Kommissionierung der Waren und den Materialfluss optimiert. Projektpartner war Dematic.

Fördertechnik transportiert die angeforderten Artikel zu den verschiedenen Arbeitsstationen der Schmidt Groupe. Die Dematic-Lösung ermöglicht eine Automatisierung der zuvor manuellen Ein- und Auslagerung sowie Kommissionierung der Waren und des Materialflusses. (Bild: Dematic, Knud Dobberke)
Fördertechnik transportiert die angeforderten Artikel zu den verschiedenen Arbeitsstationen der Schmidt Groupe. Die Dematic-Lösung ermöglicht eine Automatisierung der zuvor manuellen Ein- und Auslagerung sowie Kommissionierung der Waren und des Materialflusses. (Bild: Dematic, Knud Dobberke)
Tobias Schweikl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Gunnar Knüpffer)

Dematic hat das Kommissionierlager des französischen Küchenherstellers Schmidt Groupe S.A.S. an dessen Standort in Lièpvre im Elsass automatisiert. Der Anbieter von Automatisierungstechnik entwickelte dafür eine Lösung mit wenig Platzbedarf, die aus einem Multishuttle-System für die mehrfachtiefe Lagerung auf rund 6.000 Stellplätzen sowie aus spezieller Behälterfördertechnik besteht, kommunizierte Dematic am 21. April gegenüber der Öffentlichkeit. Innerhalb des Multishuttlesystems übernehmen zwölf Shuttles die Auftragssequenzbildung. Die Fördertechnik transportiert die angeforderten Artikel zu den verschiedenen Arbeitsstationen. Dadurch ermöglicht die Lösung eine Automatisierung der zuvor manuellen Ein- und Auslagerung sowie Kommissionierung der Waren und des gesamten Materialflusses.

Die Schmidt Groupe ist im Bereich Möbelfertigung und -vertrieb tätig und konzipiert individuelle Küchen. Am Elsässer Standort werden beispielsweise Seitenwände, Türen, Beschläge und Griffe gelagert und kundenspezifisch zusammengestellt. Um diese intralogistischen Prozesse effektiver zu gestalten, hatte sich das Unternehmen für die Automatisierung des Materialflusses in Lièpvre entschieden.

„Mit dem Dematic Multishuttle lassen sich Geschwindigkeit, Lagerdichte, Genauigkeit und Verfügbarkeit innerhalb des Kommissionierungslagers signifikant erhöhen“, sagte Boris Herrmann, Process Manager bei der Schmidt Groupe. „Darüber hinaus ermöglicht das Gesamtsystem hohe Durchsatzraten sowie eine fehlerlose Kommissionierung und garantiert uns damit eine effiziente und zuverlässige Auftragsabwicklung.“

Die Auftragszusammenstellung startet an den Kleinteile-Arbeitsplätzen. Dort bestücken Mitarbeitende mithilfe eines Pick-by-Light-Systems Kartons individuell mit den angeforderten Artikeln. Anschließend werden diese zu den nachfolgenden Stationen mittels spezieller Rollen- und Gurtförderer transportiert. Müssen einem Auftrag größere Artikel hinzugefügt werden, wird der Kleinteilekarton auf ein Tablar geladen und im Multishuttle-Lager eingelagert oder gepuffert. Auf zwölf Ebenen bietet dieses Platz für 5.760 Stellplätze. Ein Dutzend Shuttles übernehmen innerhalb des Multishuttlesystems die automatische Auftragssequenzbildung sowie die Ein-, Um- und Auslagerung.

Über die Fördertechnik werden die gefüllten Behälter und Tablare anschließend zu den weiteren Arbeitsstationen transportiert. Eine Durchlaufwaage kontrolliert dabei das Gewicht. Ist der Auftrag komplettiert, werden die sequenzierten Behälter kontrolliert, die Kartons verschlossen und mit Versandetiketten versehen.

Dematic hat zudem ein WMS (Warehouse Management System) installiert, das Bestände und Aufträge nach ABC-Zugehörigkeit verwaltet. Für die Überwachung der technischen Vorgänge wurde das von Siemens entwickelte Prozessvisualisierungssystem WinCC mit in die Lösung integriert.

Es ermöglicht einen übersichtlichen Informationsfluss der anfallenden Daten und fungiert als Benutzerschnittstelle, wie Thomas Meyer-Jander, Director EMEA und Head of Marketing & Communications bei Dematic, erklärt: „Auf diese Weise haben Anwender jederzeit Zugang zum aktuellen Betriebsstatus und können diese Daten nutzen, um Optimierungsmaßnahmen für eine bessere Leistung abzuleiten.“

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