Mercedes-Benz: 25.000ster E-Van als Meilenstein der Elektrifizierung

Die Elektrifizierung kommt auch bei den Vans der Marke mit Stern allmählich ins Rollen: Über 25.000 E-Vans wurden bisher produziert und mit dem eCitan respektive T-Klasse und EQT steht ein elektrischer City-Van in den Startlöchern, der eVito und den bald zur Erneuerung anstehenden eSprinter ergänzt. 

Elektrisiert: Die Van-Sparte unterm Stern steht auf Strom(er) und forciert sein Portfolio an rein elektrischen Transportern. Vom Hybrid-Antrieb hält man bei den Transportern nichts. | Foto: Mercedes-Benz
Elektrisiert: Die Van-Sparte unterm Stern steht auf Strom(er) und forciert sein Portfolio an rein elektrischen Transportern. Vom Hybrid-Antrieb hält man bei den Transportern nichts. | Foto: Mercedes-Benz
Johannes Reichel

Der Transporterhersteller Mercedes-Benz Vans hat die Marke von 25.000 produzierten vollelektrischen Transportern überschritten und sieht darin einen Meilenstein. Der Top-Seller bei den elektrischen Vans ist der eVito, gefolgt vom eSprinter und der Großraumlimousinenversion des Vito EQV, teilte der Anbieter mit. Man verweist auf die langjährige Erfahrung, die mit der Kleinserie des Vito E-Cell 2010 früh begonnen hatte, dann aber auch in Ermangelung leistungsfähiger Batterien stockte. Das heutige Elektro-Portfolio umfasst sowohl Fahrzeuge aus dem Midsize- (EQV, eVito und eVito Tourer) als auch aus dem Large-Van-Segment (eSprinter) und wird 2022 um vollelektrische Small Vans (eCitan, EQT) ergänzt.

Der eVito wurde im Jahr 2017 erstmals präsentiert, 2019 folgte dann der eSprinter, 2020 der EQV. Die Produktion der nächsten Generation eSprinter soll im zweiten Halbjahr 2023 in Charleston (South Carolina, USA) und startet anschließend in Düsseldorf und in Ludwigsfelde. Rund 350 Millionen Euro hat der Hersteller in die nächste Generation eSprinter investiert. Für die Anpassung der Produktion in den drei Werken werden davon rund 150 Millionen Euro investiert. Die Produktion in allen eigenen Mercedes-Benz Vans Werken soll ab 2022 CO2-neutral erfolgen.

Flexible Produktion auf einer Linie

Zudem will man die Fertigung an einem Band wie den Pendants mit Verbrennungsmotor realisieren und so die Nachfrage flexibel bedienen können. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Marke vollelektrisch sein, mit der Einschränkung, "überall dort, wo es die Marktbedingungen zulassen". Konkret sollen ab Mitte des Jahrzehnts alle neu entwickelten Vans ausschließlich elektrisch sein, basierend auf der komplett neuen, modularen und rein elektrischen Fahrzeugarchitektur VAN.EA. Bis es soweit ist, fährt der Hersteller eine Multiantriebsstrategie, bei den großen Vans ebenso wie am anstehenden Citan/T-Klasse-Modell, die auf Basis des Renault Kangoo E-Tech realisiert werden. Nach der erfolgreichen Wintererprobung mit Fokus auf Fahrperformance, Vorkonditionierungsfunktionen und Klimakomfort stehen in den nächsten Monaten noch weitere Erprobungen mit dem vollelektrischen Van in Südeuropa an. Hierbei werden in der Hitze unter anderem die Vorklimatisierung auch beim Laden und das Fahren unter Volllast abgesichert. Der EQT rundet das Portfolio dieses Jahr mit einem 5-Sitzer ab, im nächsten Jahr folgt ein 7-Sitzer.

Zwischenschritt für den eSprinter

Die Anforderungen an die nächste eSprinter-Generation habe man in Kooperation mit Kunden, so zum Beispiel aus dem KEP-Sektor (Kurier-, Express- und Paketdienst) sowie Aufbauherstellern, definiert. Zudem wurden die für konventionelle Fahrzeuge üblichen Wintertests absolviert. Auf dem Prüfgelände im schwedischen Arjeplog analysierte der Hersteller die Auswirkungen extremer Kälte auf Handling, Ergonomie, Thermomanagement und Innenraumkomfort. In Kältekammern wurden die Fahrzeuge zusätzlich vor Fahrtbeginn heruntergekühlt, um so die Kälteabsicherung von Antriebskomponenten, Heizungssystemen, Software und Schnittstellen zu überprüfen. Und auch das Ladeverhalten sowie das Lademanagement wurden dezidiert untersucht und optimiert. Schon nach gut der Hälfte des mehrwöchigen Testzeitraums habe sich gezeit, dass die nächste Generation eSprinter auch mit extremer Kälte klarkommt, so das Versprechen. Mit drei Batterie- und mehreren Aufbauvarianten vom Kastenwagen bis hin zum Fahrgestell etwa für Kofferaufbauten soll die nächste Generation eSprinter nicht nur neue Kundensegmente erschließen, sondern auch neue Märkte, unter anderem die USA und Kanada. Die Reichweite werde sich im Vergleich zum aktuellen eSprinter je nach Konfiguration mehr als verdoppeln, so das Versprechen.

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