Mercedes-Benz: 3.000 Softwareentwickler für das Betriebssystem

Sindelfingen wird für Mercedes-Benz zum zentralen Campus für das zukünftige Betriebssystem MB.OS. Markteinführung bis 2024 geplant.

Die Mercedes-Benz AG verfolgt im Bereich der Fahrzeug-Software einen ganzheitlichen Ansatz, der von der Grundlagenforschung und Entwicklung bis hin zum Coding von Softwareumfängen reicht. | Bild: Mercedes-Benz AG
Die Mercedes-Benz AG verfolgt im Bereich der Fahrzeug-Software einen ganzheitlichen Ansatz, der von der Grundlagenforschung und Entwicklung bis hin zum Coding von Softwareumfängen reicht. | Bild: Mercedes-Benz AG
Tobias Schweikl

Um die Transformation in Richtung „Digital First“ zu beschleunigen, stellt die Mercedes-Benz AG am Standort Sindelfingen rund 1.000 Softwareentwicklerinnen und Softwareentwickler ein. Weitere 2.000 Stellen sollen perspektivisch im globalen R&D-Verbund in den Tech Hubs wie Berlin, Tel Aviv, Seattle, Sunnyvale, Beijing, Tokio und Bangalore entstehen.

„Mit dem erfolgreichen Verhandlungsabschluss zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat am Standort Sindelfingen beschleunigen wir gezielt die Transformation. Um unser zukünftiges Betriebssystem MB.OS in-house zu entwickeln, vertrauen wir auf ein Team aus hochqualifizierten Mitarbeitern, welches wir nun um global bis zu 3.000 neue Stellen an Software-Experten verstärken. Denn Software verändert die Welt, bildet das zentrale Nervensystem unserer modernen Fahrzeuge und ist der entscheidende Erfolgsfaktor für digitale Innovationen. Sie ermöglicht ein sicheres, komfortables, aber auch luxuriöses Kundenerlebnis. Wir planen, langfristig mehr als 60 Prozent der Wertschöpfung im Bereich Software im Auto, auf Cloudebene und bei den IoT-Anwendungen in-house zu erzielen“, so Sajjad Khan, Chief Technology Officer und Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG.

Der Standort Sindelfingen mit seiner über 100-jährigen Geschichte soll als zentraler Campus für die Entwicklung des zukünftigen Betriebssystem MB.OS im globalen Forschungs- und Entwicklungsverbund des Unternehmens ausgebaut werden. Er ist bereits als Kompetenzzentrum für die Fertigung von Fahrzeugen der Ober- und Luxusklasse im weltweiten Produktionsnetzwerk zuständig. Ebenso gilt er im Konzern als weltweit führendes Kompetenzzentrum für Sicherheit, Innovation und Design.

Das Unternehmen verfolgt im Bereich der Software-Kompetenz bei Fahrzeugen nach eigener Aussage einen ganzheitlichen Ansatz, der von der Grundlagenforschung und Entwicklung bis hin zum Coding von Softwareumfängen reiche. Zusätzlich baue der Standort Sindelfingen seine Expertise im Bereich Elektrik und Software als zukünftiger Campus für die Entwicklung des Mercedes-Benz Operating Systems (MB.OS) im bestehenden Mercedes-Benz Technology Center aus.

Eine zentrale Rolle spiele dabei als integratives Kompetenzzentrum für elektrische und elektrifizierte Antriebe und Digitalisierung der zukünftige „Mercedes Benz Electric Software Hub“. Dieser wird sich über eine Fläche von ca. 65.000 m² (ca. acht Fußballfelder) erstrecken und soll Anfang 2022 in Betrieb gehen.

Ab 2024 soll ein eigenes, datengestütztes und flexibel updatefähiges Mercedes-Benz Operating System in die Mercedes-Benz Fahrzeuge Einzug halten und diese mit der Cloud und der IoT-Welt vernetzen. Diese Beherrschung der Softwareplattform über die Domänen im Fahrzeug bis in die Cloud und in die IoT-Welt sei eine wichtige Grundlage, um zukünftig noch schneller und flexibler auch während des Produktlebenszyklus auf die Bedürfnisse der Kunden nach digitalen Services und erweiterten Produktfeatures zu reagieren, heißt es bei Mercedes-Benz. Bis ins Jahr 2025 plant das Unternehmen, mit digitalen Diensten zirka eine Milliarde € EBIT zu erwirtschaften.

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