Mercedes-Benz und DB Cargo befördern Batterien per Bahn

CO2-neutrale Transportlogistik im Blick: Die Eröffnung des Automotive Logistics Centers für das Werk Bremen stellt einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer emissionsfreien Lieferkette dar.

Stromer auf die Schiene: DB Cargo organisiert für das Mercedes-Benz-Werk Bremen eine CO2-neutrale Akkulogistik. | Foto: Mercedes-Benz
Stromer auf die Schiene: DB Cargo organisiert für das Mercedes-Benz-Werk Bremen eine CO2-neutrale Akkulogistik. | Foto: Mercedes-Benz
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Klimaneutrale Transportlösungen für die Produktion der Elektrofahrzeuge, das ist das Ziel einer neuen Kooperation des Autoherstellers Mercedes-Benz sowie der DB Cargo, die dafür das Automotive Logistics Center in direkter Nähe zum Mercedes-Benz Werk Bremen offiziell eröffnet haben. Das Zentrum für Batterielogistik sei Dreh- und Angelpunkt des klimaneutralen Logistikkonzepts für die Batteriesysteme des neuen Mercedes-EQ Modells EQE, wirbt der Anbieter. DB Cargo transportiert dabei die Systeme ab diesem Jahr CO2-neutral vom Mercedes-Benz Werk Hedelfingen in Stuttgart über rund 650 Kilometer nach Bremen und liefert sie bedarfsgerecht und ebenso CO2-neutral bis ans Band des Bremer Mercedes-Benz Werks, skizziert der Anbieter den Ablauf.

Züge rangieren nahe der Werkshallen - Transport per E-Truck

Das Logistikzentrum ermögliche es der DB Cargo, Züge in direkte Nähe der Werkshallen zu rangieren und dort abzuladen. Die Lithium-Ionen-Batterien werden in einem Traileryard sowie einer Batteriehalle zwischengelagert und für die Anlieferung ans Montageband vorbereitet. Die Abwicklung erfolgt dabei konsequenterweise mit elektrischen Zugmaschinen.

„Die CO2-neutrale Transportlogistik ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zu einer klimaneutralen Fahrzeugflotte und deren Herstellung. Die intelligente Kombination nachhaltiger Transportmedien, wie im Bremer Batterielogistikzentrum, ist dabei maßgebliche Voraussetzung", kommentierte Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Produktion und Supply Chain Management:

Vorteil aufgegleist: Ein Zug ersetzt 52 Lkw

Aus Sicht von Sigrid Nikutta, DB-Vorständin für Güterverkehr, kann ein einziger Güterzug die Fracht von bis zu 52 Lkw befördern und spart automatisch 80 bis 100 Prozent des CO2-Ausstoßes ein im Vergleich zum reinen Straßentransport.

"Wir sind stolz, dass Mercedes-Benz uns nicht nur die Auslieferung von Neufahrzeugen in alle europäischen Länder anvertraut, sondern auch die Versorgung der Werke mit dem neuen Herzstück der E-Autos – die Antriebsbatterien. Batterien sind nicht gerade leicht, sensibel im Handling und müssen sorgsam transportiert werden, bis sie am Fließband sind", ergänzte Nikutta.

Die Transformation der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität wirke sich auf die gesamten Produktionsprozesse aus. Versorgungs- und Lieferwege über die Schiene erhielten dabei eine ganz neue Rolle, denn auch der Transport von Lithium-Ionen-Batterien stelle spezielle Anforderungen, skizziert der Hersteller den Hintergrund. Auch die Vorbereitung der Bauteile für die Montage am Fließband seien neue Aufgaben für den Bahnlogistiker DB Cargo.

Gleisanschlüsse als nachhaltiges Rückgrat

Dabei müsse sich die Bahnlogistik verlässlich auf den Produktionstakt der Automobilindustrie anpassen - „im Takt“ von Schiene, Logistik und Fließband. Der direkte Gleisanschluss vieler Werke stelle seit Jahren das Rückgrat der klimafreundlichen Automobillogistik dar und man setze dabei vollständig auf klimaneutrale Schienenlogistik, so die Schwaben. Unter dem Label „Eco plus“ organisiert die DB Cargo die Logistikketten des Herstellers vollständig CO2-neutral. Das gelte sowohl für die Anlieferung von allen Fahrzeugteilen per Schiene in die Mercedes-Benz-Werke, wie auch für die Auslieferung von fabrikneuen Fahrzeugen, präzisiert der Logistiker.

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