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Mercedes-Benz Vans hält hohes Niveau und startet Elektrifizierung

Zum Jahresende erwartet der Hersteller trotz dem Umstellung auf den neuen Sprinter Verkäufe mindestens auf Vorjahresniveau und wappnet sich für den Start der Elektrifizierung.

Frohe Botschaft: Bei Daimlers Van-Sparte ist man mit den Verkäufen zum Jahresende sehr zufrieden. Auch der Pick-Up X-Klasse trug sein Scherflein bei. | Foto: J. Reichel
Frohe Botschaft: Bei Daimlers Van-Sparte ist man mit den Verkäufen zum Jahresende sehr zufrieden. Auch der Pick-Up X-Klasse trug sein Scherflein bei. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Beim Jahresgespräch der Transportersparte des Daimler-Konzerns in Ulm hat der Geschäftsleiter des Bereichs in Deutschland Jochen Dimter eine positive Bilanz gezogen. Trotz der Produktionsumstellung auf den neuen Sprinter und entsprechende Anpassungen in den Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde strebe Mercedes-Benz Vans Verkäufe mindestens auf Vorjahresniveau an, erklärte Dimter. 2017 setzte der Hersteller 105.800 Fahrzeuge ab. In diesem Jahr hatte man aufgrund der Produktionsumstellung ursprünglich mit einem leichten Rückgang gerechnet, so Dimter. Dieser sei nicht eingetreten, was sich wohl im vierten Quartal bestätigen werde. Stand drittes Quartal liegen die Verkäufe bei 73.000 Fahrzeugen in Deutschland.

Debatte: Der Diesel bleibt konkurrenzlos bei TCO

Die Debatte um den Diesel-Motor wirke sich auf die Transportersparte nicht spürbar aus, wie Dimter berichtete. Die Restwerte auch gebrauchter Fahrzeuge lägen weiter auf gutem Niveau.

"Allerdings kommen die Kunden gut informiert in die Gespräche und wissen sehr wohl um die einzelnen Abgasstufen Euro 6-Norm", erklärte Dimter.

Jedoch sei speziell im Sprinter-Bereich, aber auch beim Vito/V-Klasse der Diesel von den Gesamtbetriebskosten konkurrenz- und damit einstweilen alternativlos, begründete der Leiter Verkauf Neufahrzeuge Stefan Sonntag den anhaltend hohen Selbstzünderanteil.

Neue Varianten des Sprinter kommen gut an

Der neue Sprinter sei gut bei den Kunden angekommen, vor allem die Varianten Triebkopf im Wohnmobilbereich sowie Frontantrieb, der auf Anhieb 20 Prozent der Verkäufe errang, sorgten für zusätzliche Nachfrage. Diese soll im Jahr 2019 mit der Ergänzung weiterer Varianten wie dem 4x4 weiter steigen. Auch der Pick-Up X-Klasse trug sich mit 3.000 verkauften Exemplaren in die Verkaufsliste ein, ebenso erreichte der Citan mit 9.000 Stück gute Verkaufswerte. Auch Vito und V-Klasse lagen auf weiterhin hohem Niveau.

"Jahr der Umsetzung": Die Elektrifizierung rollt an

Mit Blick auf das nächste Jahr hofft Dimter auf eine zusätzliche Nachfrage, etwa durch eine anstehende Modellpflege bei der V-Klasse und Vito mit zusätzlichen Konnektivitätsfeatures und nicht zuletzt durch elektrisch angetriebene Varianten. Nach dem eVito, der bereits bestellbar ist, kommt auch der eSprinter auf den Markt. "Die Nachfrage ist schon jetzt ordentlich, wir peilen schon eine vierstellige Zahl an Verkäufen an", berichtete Stefan Sonntag, Leiter Verkauf Neufahrzeuge bei MB Vans. Er ergänzte allerdings, dass das anfangs große Interesse am Fahrzeug unterfüttert werden müsse mit Lösungen zur Ladeinfrastruktur, wo viele Kunden dringenden Beratungsbedarf hätten.

"Das sind weniger die Einzelkunden, denen wir mit einer Wallbox helfen können. Beratungsintensiver sind Flottenkunden, die eine Elektrifizierung im größeren Maßstab planen", meinte Sonntag.

Hier müsse man smarte Lademanagementlösungen bis hin zu Ausbau der Netzinfrastruktur planerisch berücksichtigen. "Gefühlt wird hier aber gerade viel ausprobiert", so die Analyse des Vertriebsmannes. Auch die Nutzfahrzeugzentren bereiteten sich nunmehr intensiv und konkret auf die Integration der Hochvolt-Technik in die Werkstatt- und Serviceabläufe vor, berichtet Sonntag weiter.

Konnektiv: Hohe Nachfrage nach MBUX auch im Gewerbe

In Sachen Konnektivität im Fahrzeug verzeichnete der Hersteller eine laut Geschäftsleiter Dimter "unterwartet hohe Nachfrage" nach dem sprachgesteuerten Multimediasystem MBUX. Das fände nicht nur bei Wohnmobilisten mit dem großen Touchscreen, sondern auch bei gewerblichen Nutzern mit der kleineren Variante regen Absatz. Offenbar war es sogar zu vorübergehenden Liefergengpässen gekommen. In der Praxis werde vor allem die "Live Traffic"-Funktion der Navigation und die direkte Kommunikation mit dem Fahrer und Lokalisierung des Fahrzeugs geschätzt, gerade auch von Gewerbetreibenden, wie Verkäufer Patrick Leyendecker bestätigte.

Das Ende der Prospekte: Digitalisierung im Verkauf

Auch die Digitalisierung der Verkaufsräume schreitet weiter voran. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurde etwa die hauseigene App "Van Seller" verfeinert und etwa mit Erklärvideos unterlegt. Auch eine individuelle Konfiguration von Spezialfahrzeugen ist machbar. "Das ist das Ende der Prospekte", prophezeiht Leyendecker, der neben der höheren Anschaulichkeit für den Kunden auch auf den Faktor des Papiersparens hinweist. Das Tool, mit dem die Verkäufer auch Außentermine wahrnehmen, ist iPad-basiert und erlaubt auch die direkte Vertragsabwicklung inklusive Versicherung aus einer Hand. Bald soll auch eine digitale Signatur möglich sein.

Service: Digital wird das Fahrzeug gescannt

An neuen Diensten hat man in dem jüngst eröffneten Mercedes-Benz-Nutzfahrzeugzentrum in Neu-Ulm auch einen Digital Vehicle Scan (DVS) der gleichnamigen Passauer Firma installiert, der schon in Bochum bei einem Pilotprojekt mit Amazon eingesetzt wird. Damit lassen sich in wenigen Sekunden Flottenfahrzeuge sowohl Lkw, wie auch Transporter und Pkw auf Schäden und Zustand überprüfen, bis hin zum Reifendruck und Profiltiefe. Die nahezu wartungsfreie, in drei Varianten Lkw/Pkw/Offen erhältliche Anlage wird gemeinsam mit dem TÜV Süd betrieben. Der Nutzen der RFID-gestützten, mit zahlreichen Kameras bestückten Durchfahrlösung sei vor allem für Vermietflotten, aber auch die eigene Werkstatt, etwa bei der Prüfung von Leasingrückläufern sehr hoch, so der Anbieter.

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