Mercedes-Benz Vito Facelift: Auf die inneren Werte kommt es an

Binnen weniger Monate hat das Unternehmen Sicherheitstechnik Ramsl seine Flotte getauscht – auf zwei Mercedes-Benz Vito, von denen der zweite das sechste überhaupt georderte Faceliftmodell ist. Der Firmeninhaber spürt die Fortschritte bei MBUX und Licht.

Viel mehr als ein Facelift? Sicherheitstechnik Ramsl gehört zu den ersten Kunden des neuen Vito. | Foto: G. Soller
Viel mehr als ein Facelift? Sicherheitstechnik Ramsl gehört zu den ersten Kunden des neuen Vito. | Foto: G. Soller
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Großes Hallo in der Mercedes-Benz-Niederlassung am Frankfurter Ring in München: Nachdem der erste Vito 119 CDI 4x4 einige Monate auf sich warten ließ, weshalb Ramsl den baugleichen Vorgänger länger fuhr, kam der neue in zwei Monaten: Der 116 CDI für Kollege Sven Willecke wurde am 15.1. bestellt und war am 15.3.2024 auslieferungsfertig.

Beide kamen einst von anderen Fabrikaten und wie s immer so ist: Service und Verfügbarkeit machen den Unterschied, nicht das Premiumgeschwafel von Mercedes-Benz Vans, denn: In dem Fall sitzen Verkauf und Service buchstäblich ums Eck, verstehen meist (leider auch nicht mehr ganz so durchgängig wie einst), was die Sicherheitstechniker wie brauchen und können entsprechende Angebote machen, denn: Ramsl braucht einen durchaus speziell konfigurierten Sortimo-Innenausbau und möchte keinen Stress mit Abholung und Rücknahme seiner „Werkzeuge“ haben. Ein Grund, weshalb die Entscheidung auf Mercedes-Benz fiel.

Vans wurden deutlich teurer: Die Raten stiegen empfindlich

Bei Ramsl selbst ging dem Vito ein 119 CDI 4x4 voraus, dem ein anderes Fabrikat vorausging, dessen Rücknahme etwas holprig verlief. Also Vito, für einst 516,75 Euro im Monat mit Drei-Wege-Finanzierung für mehr Flexibilität. Das war Anfang der 2020er Jahre, das dezente „Facelift“, eines der letzten gelieferten 2023er-Modelle schlägt da mit 919,80 Euro zu Buche, Service geht extra. Kurzer Sidekick, da Ramsl trotz räumlicher Nähe der Sterne auch anderen Marken anbieten ließ: Ford, VW und Co. rufen für ähnlich konfigurierte Vans ähnliches Geld auf. Der 116 CDI ohne Allrad kommt da deutlich günstiger: Er kostet im Leasing 715,09 Euro – woraus mit Service aber über 1.000 Euro werden! Beide Verträge laufen über vier Jahre mit 120.000 Kilometern.

MBUX ist ein Riesenfortschritt

Und jetzt das Facelift – was bringt es? Vor allem MBUX ist ein Riesenschritt gegenüber dem Audio-40-System im Vorgänger: Während dieses sich oft ein paar hundert Meter Zeit lässt, bis es gebootet ist, steht MBUX quasi mit dem Schlüsseldreh bereit! Und gibt sich gut bedienbar und vor allem sprachverständig.

Es werde Licht!

Ansonsten? Die Optik blieb von hinten komplett gleich, vorn gibt es eine neue Tagfahr-Lichtsignatur und dramatisch bessere Scheinwerfer: „Da wird der Wald zum Studio in Tageslicht“ scherzt Ramsl, er auf einen dezent geringeren Verbrauch hofft: Beim 119 CDI 4x4 wollen je nach Fahrweise 8,5 bis 10,5 l/100 km Diesel nachgefüllt werden, der 116er könnte öfter mal unter 8 Liter kommen. Interessant hier: Da das Unternehmen immer wieder mal Aufträge annimmt, die deutlich weiter als 100 km entfernt liegen, ließ man auch die 160-km/h-Begrenzung wieder aufheben, die beim 116er im Konfigurator automatisch mitgezogen wurde. Denn ab und an muss es auch mal schnell gehen…

Details machen den Unterschied – vor allem bei der Kompetenz

Ansonsten wundert sich Ramsl immer noch über Details im Ausbau, als Elektriker umso mehr, wie LED-Innenleuchten und Schalter teils verbaut sind. Trotz jahrzehntelanger Erfahrung macht hier tatsächlich immer noch die individuelle Kompetenz des Serviceberaters (in dem Fall von Sortimo) den Unterschied. Was auch für die Mercedes-Benz-Niederlassung gilt, die jetzt vom Van-Center losgelöst agiert, was zu zusätzlichen Schleifen bei der Fahrzeugrücknahme des Vorgängers führte.

Die Ramsl eigentlich vermeiden wollte und weshalb er eigentlich zu Mercedes-Benz gewechselt war…denn einmal mehr gilt hier: das erste Auto verkauft der Verkäufer, das zweite der Service. Und das dritte in dem Fall nicht das Facelift, sondern auch der kompetente Mercedes-Benz-Mitarbeiter. Weshalb der Verkauf der Niederlassungen vielleicht keine ganz so glorreiche Idee sein könnte. Denn Kompetenzgerangel zwischen Hersteller und Servicepunkt am Ende zu Lasten der Kunden können alle anderen auch. Was für Sicherheitstechnik Ramsl einst der Grund war, die Marke zu wechseln.

Was bedeutet das?

Mit dem Facelift gewann der Vito vor allem in Sachen, Licht (und damit Sicht) und Infotainment hinzu. Die bis auf die Software fast identischen „Ölmotoren“ von 119 und 116 CDI knuspern beide bekannt vor sich hin. Also künftig Elektro für die Elektriker? Dafür liegen Ramsl aktuell Entfernungen mit dem schweren Innenausbau und die Raten (noch) zu hoch.