Mercedes Citan: Fahrerassistenz auf teilautonomem Niveau

Der Hersteller gibt weitere Details zum neuen City-Van bekannt und setzt auf Fahrassistenz in Serie sowie in Abgrenzung zu Renault auf das hauseigene Infotainment MBUX mit natürlicher Sprachsteuerung.

Salamitaktik: Mercedes lässt scheibchenweise Details zum Kangoo-Verwandten aus Stuttgart durchblicken. | Foto: Daimler
Salamitaktik: Mercedes lässt scheibchenweise Details zum Kangoo-Verwandten aus Stuttgart durchblicken. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz Vans hat den Start des vom Renault Kangoo abgeleiteten neuen Citan für den 25. August angekündigt und will mit Sicherheit in Serie sowie modernem Infotainment punkten. Der Hersteller verweist allem voran auf die komplett neue Karosseriestruktur mit energieabsorbierenden Lastpfaden sowie auf die bis zu sieben serienmäßigen Airbags. Beim Kastenwagen sind serienmäßig sechs Airbags an Bord. Zudem soll es schon in der Basis eine umfangreiche Ausstattung mit Fahrassistenzsystemen geben. Die zeitgleich angekündigte E-Version orientiert sich am Package des Kangoo und dürfte mit einer Kombination aus 44-kWh-Akku (netto) sowie 75-kW-E-Motor eine Reichweite von an die 270 Kilometer bieten.

„Ziel bei der Abstimmung der Fahrassistenzsysteme war es, die Philosophie von Mercedes-Benz Cars der komfortablen, harmonischen Regeleingriffe auch für einen Van umzusetzen“, erklärt Dirk Hipp, strategischer Projektleiter und Chefingenieur Small Vans bei Mercedes-Benz.

Das tendenziell sanfte Eingreifen gelte für ESP, aber auch für die Berganfahrhilfe oder den Seitenwind-Assistenten. Die Umfeldüberwachung basiert auf Radar- und Ultraschallsensoren sowie Kamera, nötigenfalls greifen sie warnend und unterstützend ein. Wie in den neuen Generationen von Mercedes C- und S-Klasse arbeitet der aktive Spurhalteassistent dabei mit Lenkeingriff und agiert somit besonders komfortabel, ein Feature, das es bisher bei den Mercedes-Vans nicht gab.

Aktiver Lenkeingriff erstmals bei den Vans

Neben den gesetzlich gebotenen Systemen ABS und ESP verfügen die Modelle der neuen Generation serienmäßig unter anderem die Berganfahrhilfe, den Seitenwind-Assistenten, den Müdigkeitswarner sowie Notruf. Beim Kombi Citan Tourer sind der aktive Brems-Assistent, der aktive Spurhalte-Assistent, der Totwinkel-Assistent sowie der Geschwindigkeitslimit-Assistent Serie. Optional führt der Hersteller wie die technische Basis von Renault einen aktiven Abstandsassistent  mit automatisches Staufolgefahren ein. Der Tourer verfügt serienmäßig über einen Mittenairbag, der sich bei schweren Seitenkollisionen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz entfalten kann.

MBUX: High-Tech-Infotainment auf Wunsch

Vom französischen Pendant abgrenzen wollen sich die Schwaben über das hauseigene Infotainmentsystem namens MBUX mit dem Sprachassistenten, der jetzt auch auf "natürliche Sprache" hören soll. Das System soll in verschiedenen Ausbaustufen erhältlich sein und mit einem intuitiven Bedienkonzept per sieben Zoll großem Touchscreen oder Touch Control-Buttons am Lenkradsowie die Freisprecheinrichtung per Bluetooth-Anbindung und Digital Radio (DAB und DAB+) aufwarten. Die schnelle Festplatten-Navigation soll sich per Sprachassistenten bedienen, Ziele auch als Dreiwortadressen auf Basis des dem Vernehmen nach hochpräzisen what3word-Systems (w3w) eingeben lassen.

Zudem verknüpft man mit dem MBUX diverse Connectivity-Services. Zu den weiteren Funktionen von me connect gehören Remote-Dienste wie die Fernabfrage des Fahrzeugstatus. Dank Navigation mit Live Traffic-Informationen und Car-to-X Daten ist man mit Echtzeit-Daten unterwesgs, was Staus ersparen und Zeit sparen soll.

Printer Friendly, PDF & Email