Mercedes Sprinter: Sauberer Motor, feiner Allrad und praktische Schwingtür

Mit einem moderneren, leiseren und nach Euro6D sauberen Motor, einer 9-Gang-Automatik, einem komfortableren Allrad und einer Doppelschwingtür hält der Hersteller den Klassiker "up to date".

Mehr Grip, weniger Geld: Der neue 4x4 kostet knapp 4.000 Euro weniger und soll dennoch mehr Performance bieten, bei geringerem Verbrauch. Im Normalbetrieb fährt das System als Hecktriebler. | Foto: Daimler
Mehr Grip, weniger Geld: Der neue 4x4 kostet knapp 4.000 Euro weniger und soll dennoch mehr Performance bieten, bei geringerem Verbrauch. Im Normalbetrieb fährt das System als Hecktriebler. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Mit einem bereits im Juli angekündigten Technik-Update des Motors auf Euro 6D hält Mercedes-Benz den Sprinter aktuell und legt ausstattungsseitig noch die Option einer Schwenktür für den Lieferverkehr nach. Im Mittelpunkt der Aktualisierung steht der aus dem Pkw-Baukasten übernommene, kraftvollere, effizientere und laufruhigere 2,0-Liter-Diesel OM 654. Der Vierzylinder ist demnächst in vier Leistungsstufen bestellbar zu 84 kW/114 PS, 110 kW/150 PS, 125 kW/170 PS und 140 kW/190 PS. Ebenfalls aus dem Pkw-Programm übernimmt der Transporter in allen Varianten das komfortabler, kompaktere und schneller stufende 9G-TRONIC Automatikgetriebe, Standard ist das 6-Gang-Schaltgetriebe. Als weitere Neuheit folgt für den Sprinter 4×4 im September der Verkaufsstart eines neuen Allradantriebs mit einem eigenentwickelten Torque-on-Demand-System, das auf ein Untersetzungsgetriebe verzichtet. Er ersetzt das bisherige zuschaltbare System und lehnt sich ebenfalls an die Pkw-Technologie an.

Allrad-Sprinter: Im Normalfall ein Hecktriebler

Anders als beim zuschaltbaren und etwa 4.000 Euro teureren Vorgängersystem, das im 4x4-Modus 35 Prozent des Drehmoments an die Vorder- und 65 Prozent an die Hinterachse leitete, kann dieses die Antriebsmomente situationsabhängig und ohne Zutun des Fahrers vollvariabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen (Torque-on-Demand). Für die Momentenverteilung sorgt eine in das Verteilergetriebe integrierte elektronisch geregelte Lamellenkupplung. Ist im normalen Fahrbetrieb die Lamellenkupplung offen, treibt ausschließlich die Hinterachse das Fahrzeug an. Bei geschlossener Kupplung kommt die Vorderachse zum Einsatz. Das soll für eine hohe Traktion und souveränes Fahrverhalten sorgen.

Höherer Komfort, niedrigeres Geräusch

Als weitere Vorteile gegenüber dem vorherigen zuschaltbaren Allradantrieb führt man den höheren Komfort durch die automatische Momentenverteilung und den deutlich leiseren Betrieb ins Feld. Bei drohendem Unter- oder Übersteuern unter Last wird zunächst das Antriebsmoment so verteilt, dass sich das Fahrzeug stabilisiert. Erst dann greifen die an das 4×4-System angepassten Regelsysteme ESP oder 4ETS ein. Der neue Allradler ist standardmäßig in Kombination mit dem 140 kW-Motor und 9-Gang-Automatikgetriebe erhältlich, bis zu einer Gewichtsklasse von 5,5 Tonnen zGG.

Erster Eindruck: Schlechtwege-Allrad fit fürs Gelände

Eine erste Proberunde ergab in der Tat hohes Traktionsvermögen auch auf sehr schlammigem und steilerem Geläuf sowie deutlich leiseren Lauf des Antriebs als bisher. Zudem verspannt der elektronisch basierte Antrieb weniger. Auch Anfahrvorgänge an steilen Steigungen oder das rückwärts Reversieren am Berg beherrscht das System jetzt besser, die vor allem im unteren Drehzahlbereich üppigere Kraft des neuen Motors wird nötigenfalls unmerklich auch auf die Vorderräder geleitet. Zudem ergänzt eine Bergabfahrhilfe mit schnell zuschaltbarer Taste das Manövrieren im Gelände, indem sich ein Tempo fix einstellen lässt, das das Fahrzeug dann ohne weiteres Zutun des Fahrers per Bremseingriff hält. Auch der Wendekreis bleibt unverändert und kompakt.

Speed Delivery Door erleichtert Arbeit von Paketboten

Speziell für den Lieferverkehr legt der Hersteller zudem eine "Speed Delivery Door" auf, die als Schwingtür den Zustieg zum Fahrzeug erleichtern soll. Die automatische, sensorgesteuerte Doppelschwingtür auf der Beifahrerseite ersetzt die Schiebetür. Eine Lichtschranke erkennt den Fahrer, sobald dieser vom Fahrersitz aus den Laderaum betritt, die Tür wird entriegelt, geöffnet und hinter dem Fahrer verschlossen Das spart Zeit und erleichtert das Handling. Eine automatische Verriegelung lässt sich als weitere Option mitbestellen. Zudem ist die Tür von innen durchsichtig, was die Sicht zur Seite deutlich verbessert.

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