mocci: Profi-Pedelec peilt auf Lieferdienste

Mit einem "smarten" Pedelec will eine Münchener Firma den Markt für gewerblich genutzte E-Bikes aufrollen. Das modulare Konzept verspricht hohe Flexibilität, wartungsfreie Tretunterstützung mit "digitalem" Antrieb, volle Konnektivität und kommt mit passendem Trailer.

Auch in der Intralogistik und innerbetrieblichen Wegen hat das E-Bike seine Vorzüge. | Foto: mocci
Auch in der Intralogistik und innerbetrieblichen Wegen hat das E-Bike seine Vorzüge. | Foto: mocci
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die Münchener CIP-Group hat den Start eines High-Tech-Pedelec-Projekts bei der Spin-Off-Tochter CIP mobility GmbH unter dem Label mocci angekündigt. Die Firma, die vor kurzem mit dem Wirtschaftspreis für Frauen LaMonachia 2021“ der Stadt München ausgezeichnet wurde, entwickelt unter Führung von Mitgründerin und Vorstandsvorsitzender Yao Wen seit 2015 ein elektrisch unterstütztes "smartes" Fahrrad, das vor allem für gewerbliche Zwecke wie den Einsatz bei Lieferdiensten oder Bike-Sharing-Services geeignet sein soll und hohe Robustheit mit modernem Design, Konnektivität und wartungsfreiem Antrieb kombiniert. Auch eine originäre Trailer-Lösung für das E-Bike ist in Vorbereitung. Der Name ist abgeleitet aus dem Chinesischen und bedeutet so viel wie "magische Fortbewegung".

"Die mocci Smart Pedal Vehicles (SPV) verbinden smarte Hardware mit smarter Software und schaffen so ein neuartiges Erlebnis, das sichere, vollvernetzte und langfristige Mobilität ermöglicht", wirbt der Hersteller, der noch in diesem Jahr mit dem Bike an den Start gehen will.

Clou an dem aus recyclierbarem Polyamid gefertigten Rad ist der Antrieb. In diesem Fall gibt es keinen direkten Ketten- oder Riemenantrieb, spricht mechanische Verbindung, sondern das Pedalieren des Fahrer treibt einen Generator an, der die Energie für den Elektromotor im Hinterrad erzeugt, ein serieller Hybrid. Es gibt quasi "digitale Gänge", die je nach Topographie die Trittfrequenz immer im angenehmen Bereich halten soll. Zusätzliche Unterstützung liefert die aus dem Rahmen nach oben entnehmbare, leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterie, die für 80 Kilometer Tretunterstützung gut sein soll. Wird mehr Energie produziert, als der Antrieb aktuell benötigt, fließt diese zurück in die Akkus. Der E-Motor agiert also auch mit Rekuperation und als Bremsgenerator.

Recyclierbarer Hight-Tech-Kunststoff als Rahmen

Statt Stahl- oder Aluminiumrahmen setzt der Hersteller auf eine Bauweise aus einem recyclebaren Hochleistungs-Kunststoff. Auch das neuralgische Thema Felgen beantwortet der Hersteller konsequent: Die Laufräder bestehen aus nur einem Struktur-Bauteil. Die originären Komponenten sollen schnell verfügbar sein, entwickelt und produziert wird in Deutschland. Zudem verspricht der Anbieter durch die Kombination aus 30 Prozent weniger Bauteilen und dem Wegfall der mechanischen Kraftübertragung ein sicheres und wartungsarmes System. Zudem kombiniert man für das mit 40 Kilogramm auf dem langgestreckten Gepäckträger beladbare Solo-Fahrrad eine Anhängekupplung mit einem einachsigen Trailer, der noch einmal 60 Kilo Nutzlast bietet.

Updates "over the air" kommen ins Fahrrad

Bei einem digitalen Antrieb selbstverständlich ist darüber hinaus die konnektive Anbindung des Bikes per Luftschnittstelle. Damit sollen sich Updates der Fahrradsoftware "over the Air" aufspielen lassen. Außerdem verfügt das E-Bike über zahlreiche Bordinfos über das am Lenker montierte Smartphone und die zugehörige App. In Bezug auf Verkehrssicherheit soll die Software präventive Wartungszyklen steuern, auf Gefahren aufmerksam machen oder bei Auffahrsituationen eingreifen. Bei Boxsystemen lassen sich Inhalte erkennen und bei Essenslieferung die Temperatur. Möglich sei mit dem selbstlernenden System etwa auch die Einschätzungs über den Gesundheitszustand des Fahrers und die passende Regulierung der Fahrunterstützung. Essentiell für ein hochwertiges Rad ist selbstredend die Diebstahlsicherung, die durch eine Systemsteuerung geschieht.

"Für die Vision einer Stadt der Zukunft ist für sie nichts so naheliegend wie der Vorstoß der Mikromobilität", findet Yao Wen.

Sie sieht eine Faszination in der digitalen Planbarkeit der Logistik, die Vernetzung aller Elemente der Lieferkette das Faszinierende. Das effiziente Handling der Waren spart Zeit und Kosten, die intelligente Anlieferung bringe Innovation, Flexibilität und Nachhaltigkeit auf die Straße.meint Wen.

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