Morris JE: Elektro-Van soll auch auf den Kontinent kommen

Der britische Hersteller Morris Commercials will den seinen kultigen und leichten Kompakt-Elektro-Transporter JE auch in Kontinentaleuropa, Nordamerika und Ozeanien anbieten.

Morris will den Je auch in mehreren Expoertmärkten anbieten. | Foto: Morris Commercial
Morris will den Je auch in mehreren Expoertmärkten anbieten. | Foto: Morris Commercial
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Der britisch-chinesische Elektro-Nutzfahrzeughersteller Morris Commercial hat angekündigt, seinen E-Van JE auch nach Kontinentaleuropa sowie Nordamerika und Ozeanien vertreiben zu wollen. Mit bis zu 200 Meilen Reichweite (das sind gut 320 Kilometer) soll der Retro-Van noch 2021 in Produktion gehen. Nach dem Launch in UK soll der Leichtbau-Elektro-Retrovan auch in Exportmärkte verkauft werden. Der Van soll ähnlich einem VW Transporter bis zu 5,5 Kubikmeter Ladevolumen und bis zu einer Tonnen Nutzlast bieten, was bedeuten würde, dass das Leergewicht nur 1,5 Tonnen beträgt, Leichtbau sei Dank. Allerdings ruft Morris Commercial auch rund 60.000 Pfund für seinen Erstling auf. Der Konfigurator ist bereits freigeschaltet und bietet extrem viele Farbvarianten an – neben dem Van sollen auch Bus- und Pritschenversionen angeboten werden.

Mit chinesischer Hilfe wieder auferstanden

Morris war im Oktober 2019 mit Hilfe der chinesischen Investorin Qu Li als Start-up neu gegründet worden. Bei der Präsentation des Morris JE präsentierte sich damals auch das erfahrene Senior Management Team, bestehend aus Qu Li, CEO und Gründer von Morris Commercial, Johanna Kriisa, Direktorin für Marketing und Investor Relations, und Tony Frazier, Direktor für Engineering und Lieferantenentwicklung, sowie Ewoud Vroegop, Direktor für Vertrieb und Geschäftsentwicklung.

„Wir haben ein schönes Retro-Design geschaffen, das auf einer hochmodernen, modularen BEV-Plattform basiert und Funktionalität und Funktionalität bietet, um mit den Besten in seinem Segment zu konkurrieren", hatte die Unternehmerin damals zu Protokoll gegeben. 

Obwohl die Chinesin zuerst Rover und dann die ehemalige British-Leyland-Van-Sparte LDV mit abgewickelt hatte und in ihr Heimatland verbrachte, wo beide Marken als „Roewe“ und „Maxus“ weiter existieren, ist sie wieder auf die Insel zurückgekehrt und konnte sich der großen BMC-Historie wohl nicht ganz entziehen: Der neue JE verfügt über einen hochmodernen, vollelektrischen Lithium-Ionen-Batterie-Antriebsstrang aus Großbritannien. Der Van profitiert von einem leichten, modularen Chassis, das es sehr anpassungsfähig für zukünftige Derivate wie Pickup, Minibus oder Reisemobil macht. Die Kombination aus einem fortschrittlichen, leichten Chassis und einer Kohlefaser-Karosserie soll den Morris JE zu einem der leichtesten LCVs auf dem Markt machen.

LOGISTRA-Kommentar:

Man darf gespannt sein, wie der neue Retro-Morris mit chinesischer Finanzpower ins Rollen kommt. Die Nische klingt interessant: Man bietet viel Volumen auf wenig Raum, gepaart mit Retro-Optik und kombiniert das mit Leichtbau und relativ kleinen Akkus. Googelt man die Adresse von Morris, landet man in einer großen Halle im Grünen vor dem Dorf Hinton in the Green – einer Häuseransammlung die zum Örtchen Evesham gehört, südwestlich von Birmingham. Umso gespannter sind wir, was diese Halle hervorbringen wird.

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