Mosolf/Hyundai: Größte Parkplatz-Photovoltaik startet

Das Automobillogistikzentrum in Rackwitz liegt strategisch günstig zum Hyundai Werk im tschechischen Nošovice. Ein zweiter Abschnitt erweitert auf 35.000 Module auf neun Hektar und über 6.000 Fahrzeugen. 16 Megawatt Peakleistung angepeilt. Mosolf: Neuen Anforderungen an Logistibranche Rechnung getragen.

Am laufenden Band: Deutschlands größte Parkplatz-Photovoltaik wurde jetzt im sächsischen Rackwitz eröffnet - und sie soll zügig erweitert werden. | Foto: Hyundai/Mosolf
Am laufenden Band: Deutschlands größte Parkplatz-Photovoltaik wurde jetzt im sächsischen Rackwitz eröffnet - und sie soll zügig erweitert werden. | Foto: Hyundai/Mosolf
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die MOSOLF Group hat an ihrem Logistikstandort in Rackwitz im Beisein von Sachsens Staatsminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt den ersten Bauabschnitt von Deutschlands künftig größter Photovoltaik-Parkplatzüberdachung in Betrieb genommen. Man leiste damit gemeinsam mit den Partnern Hyundai Motor Deutschland und Hyundai GLOVIS einen wichtigen Beitrag für die Energie- und Mobilitätswende. Im zweiten Quartal des kommenden Jahres soll die Anlage vollständig fertig gestellt und in Betrieb genommen werden. Dann stehen über 35.000 Solarmodule, getragen von 838 Pfosten und verteilt über eine Fläche von neun Hektar, für insgesamt bis zu 6.000 Fahrzeuge als Überdachung bereit, skizzieren die Partner. Man sieht darin einen großen Beitrag zur Nutzung Erneuerbarer Energien in der Logistik-Branche. Verbaut wurden zudem über 1.600 Tonnen an Stahlbauelementen, verlegt wurden rund 86 Kilometer Gleichstromkabel und fünf Kilometer Kabeltrassen. Die Anlage wird nach Fertigstellung eine Gesamtleistung von mehr als 16 Megawatt im Peak erzeugen können.

„Mit diesem Projekt trägt die MOSOLF Group den neuen Anforderungen an die Branche sowie denen unserer Kunden Rechnung. Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts von Deutschlands zukünftig größter Photovoltaik-Parkplatzüberdachung zeigt auch, wie vorhandene Flächen von Wirtschaftsunternehmen für die Installation von Erneuerbaren Energien genutzt werden können, ohne weiteren Eingriff in die umgebende Flora und Fauna“, resümiert Jörg Mosolf, Vorstandsvorsitzender der MOSOLF Group.

Der Standort Rackwitz sei mit Blick auf das nahegelegene Werk im tschechischen Nošovice strategisch sehr günstig gelegen, ergänzte Jürgen Keller, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland GmbH. Man wolle gemeinsam mit den Partnern der MOSOLF Group und Hyundai GLOVIS das Logistikterminal für unsere Hyundai Bestseller TUCSON und i30 nutzen.

„Die PV-Anlage produziert 40-mal so viel Strom, wie das Unternehmen an diesem Standort verbraucht. Ich bin sicher: Diese Investition wird sich schnell rechnen“, ist Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung sicher.

Minister: Wo es sich rechnet, geht's ohne Förderung

Das Beispiel zeige aber auch, dass wo es technisch funktioniert und sich wirtschaftlich rechnet, kein staatlicher Zwang zur Solarstromerzeugung auf Gebäuden nötig sei, so der Politiker. Man sehe einen deutlich gewachsenen Willen in der Bevölkerung und bei den Unternehmen, sich möglichst unabhängig zu machen von der öffentlichen Energieversorgung. Gerade die Photovoltaik spiele dabei eine tragende Rolle. Bauherren, Eigentümer und sogar ein Teil der Mieter seien bereit, in Solarenergie zu investieren. Es gelte, bestehende Hemmnisse abzubauen. Diese reichten von der Verfügbarkeit von Solarmodulen und weiterer erforderlicher Technik wie Wechselrichter und Speicher über langwierige Verfahren bei der Anmeldung oder Inbetriebnahme von Anlagen bis hin zu den rechtlichen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wenn der erzeugte Strom in das Netz eingespeist werden soll. Auch der zunehmende Fachkräftemangel bereitet dem Politiker Sorge. In der Bauordnung habe man die Errichtung von Photovoltaikanlagen gerade erleichtert, in vielen Fällen sogar verfahrensfrei. Sachsen habe damit wichtige Verbesserungen geschaffen, die den Ausbau der Photovoltaik beschleunigen werden“, so der Minister weiter.

„Extremwettereignisse nehmen zu, das spüren wir in der Transport- und Logistikbranche ebenfalls unmittelbar. Mit dem heutigen Tag kommen wir einer CO2-neutralen Lieferkette vom Werk bis zum Endkunden ein kleines Stück näher. Der notwendige Schutz der Fahrzeuge bedingt durch die zunehmenden Extremwetterereignisse im Zusammenspiel mit der Erzeugung von Energie ist eine perfekte Kombination“, ergänzt Il-hak Ju, CEO & Präsident von GLOVIS Europe.

Es sei etwas besonderes, Teil Deutschlands größter Photovoltaik-Parkplatzüberdachung zu sein, ergänzte Ingo Berens, Geschäftsführer der Sybac on Power GmbH, einem Unternehmen der WI Energy. Der rheinland-pfälzische Projektentwickler und Solartechnikanbieter verantworte den Bau sowie den Betrieb der Anlage und speist die nachhaltig erzeugte Energie ins Stromnetz des städtischen Versorgers ein. Der nun fertig gestellte Bauabschnitt kann bereits 7,3 Megawatt Peak erzeugen und bietet Platz für bis zu 2.600 Fahrzeuge. Genutzt für eine nachhaltige Lagerung der Fahrzeuge wird die Fläche von GLOVIS für den gemeinsamen Kunden Hyundai Motor Deutschland.

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