Nachhaltigkeit: Shell CO2-kompensiert nun auch Schmierstoffe

Der Mineralölkonzern Shell will nun auch seine Schmierstoffe CO2-kompensieren. Die Maßnahme soll für Kunden kostenneutral sein.

Im Bereich Schmierstoffe für Nutzfahrzeuge will Shell ausgewählte Produkte aus der Produktfamilie „Shell Rimula“ künftig CO2-kompensieren. | Bild: Shell
Im Bereich Schmierstoffe für Nutzfahrzeuge will Shell ausgewählte Produkte aus der Produktfamilie „Shell Rimula“ künftig CO2-kompensieren. | Bild: Shell
Tobias Schweikl
(erschienen bei PROFI-Werkstatt von Tobias Schweikl)

Nach den Kraftstoffen bietet Shell nun auch CO2-kompensierte Schmierstoffe für Pkw, schwere Lkw und Nfz sowie Industrie-Anwendungen an. Damit komme man der wachsenden Bereitschaft von Endverbrauchern und Wirtschaft entgegen, ihren CO2-Fußabdruck zu senken, heißt es vom Unternehmen.

Bei der im vergangenen Jahr von Shell gestarteten CO2-Kompensation für Kraftstoffe können Verbraucher freiwillig einen CO2-Aufschlag von 1,1 Cent an der Tankstelle aufschlagen. Im Gegensatz dazu soll die Kompensation der Schmierstoffe für den Kunden kostenneutral sein. Shell ist nach eigenen Angaben direkt oder über seine Produkte indirekt beteiligt an rund zehn Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland.

„Als weltweit größter Schmierstoffanbieter sind wir gut positioniert, um den sich ändernden Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Wir arbeiten ebenfalls intensiv daran, CO2-Emissionen zu vermeiden oder zu reduzieren, indem wir bei der Herstellung unserer Schmierstoffe verstärkt auf erneuerbare Energie setzen, Abfall reduzieren und die Energieeffizienz unserer Betriebstätigkeit steigern. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden bei der Minderung ihrer CO2-Emissionen inklusive der Kompensation von CO2-Emissionen im Zusammenhang mit ihrem Schmierstoffbedarf“, so Parminder Kohli, Vice President für das Schmierstoffgeschäft in Europa, Russland und Afrika bei.

CO2-kompensiert werden sollen folgende Schmierstoffe: Ausgewählte Produkte aus den Produktfamilien „Shell Helix“ für Pkw-Motoren, „Shell Rimula“ für Nutzfahrzeuge sowie eine Palette von Industrieschmierstoffen wie „Shell Omala“ für den Windsektor, Shells Sortiment an Eco-Label Produkten unter der Marke „Shell Naturelle“ und spezielle „Shell Gadus“-Schmierfette für den Windsektor. Im Nutzfahrzeugbereich betrifft die Kompensation die Produktreihen „Shell Rimula R6“ und „Shell Rimula Ultra“.

„Unsere Kunden aus der Transportindustrie suchen nach Möglichkeiten, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und gleichzeitig ihr Geschäft profitabel auszubauen. Als einer der führenden Anbieter von Dieselmotorenölen für Nutzfahrzeuge spielen wir für sie eine wichtige Rolle bei der Erreichung dieser Ziele. Unsere Shell Rimula Premium-Produkte können durch eine Verbesserung der Motorleistung und der Kraftstoffeffizienz zu einer Reduzierung der Gesamtbetriebskosten beitragen. Durch den Ausgleich der CO2-Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus dieser Produkte - von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung am Ende der Lebensdauer – unterstützen wir unsere Kunden nun auch dabei, ihre Ziele bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu erreichen“, so Uwe Tribian, Shell Geschäftsleiter Schmierstoffe Deutschland.

Die CO2-ausgeglichenen Schmierstoffe sollen in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und der Türkei erhältlich sein. Sie werden auch über die Shell-Markenpartner vertrieben.

Shell verkauft jährlich rund fünf Milliarden Liter Schmierstoffe an die Automobilindustrie, Nutzfahrzeugbranche, Luft- und Schifffahrt, Bergbauindustrie, Energieerzeugung und Industriesegmente. In der Summe wolle man mit der Maßnahme über alle Märkte Gesamtemissionen von mehr als 200 Millionen Litern synthetischer oder auf Synthesetechnologie basierter Schmierstoffe über deren gesamte Lebensdauer hinweg kompensieren. Das entspreche nach Berechnungen von Shell rund 700.000 Tonnen CO2e-Emissionen pro Jahr.

Die internationalen Anker-Projekte für den CO2-Ausgleich von Shell sollen zum einen das „Katingan Mentaya“-Projekt in Indonesien und das „Cordillera Azul“-Projekt in Peru sein, so das Unternehmen. Des Weiteren unterstütze Shell in Europa eine Reihe von lokalen Klimaschutzprojekten, bei denen es um Wiederaufforstung sowie Wald- und Moorschutz geht. Darunter ein Wiederaufforstungsprojekt in Norddeutschland, eines in Österreich sowie ein Moorschutzprojekt in der Schweiz. Allerdings generieren diese Projekte derzeit noch keine Emissionsgutschriften für den CO2-Ausgleich, so Shell.

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