Nikola Tre: Testbetrieb mit E-Trucks im Hamburger Hafen

Drei vollelektrische Sattelzugmaschinen vom Typ Nikola Tre nehmen im Hafen Hamburg den Testbetrieb auf. Die ersten Probefahrten sind für Oktober geplant. Zuvor sind die Trucks auch der IAA Transportation in Hannover zu sehen.

Stieß auf allgemein großes Interesse: Die Übergabe der ersten batterieelektrischen Nikola Tre an den Hafen Hamburg: (Foto: C. Harttmann)
Stieß auf allgemein großes Interesse: Die Übergabe der ersten batterieelektrischen Nikola Tre an den Hafen Hamburg: (Foto: C. Harttmann)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Am 14. September 2022 wurden am Homeport in Hamburg die europaweit ersten drei batterieelektrischen (BEV) Nikola Tre Sattelzugmaschinen an den Habenbetrieb übergeben. Zunächst sind es 3-Achser amerikanischer Bauart, die im Hamburger Hafen unterwegs sein werden. Die europäische 4x2-Variante ist für das kommende Jahr angekündigt. Auf der IAA Transportation in Hannover feiert sie ihre Premiere.

Der vollelektrische Nikola Tre ist mit jeweils neun Batteriepaketen á 500 kg ausgerüstet. Damit schafft er bis zu 500 Kilometer, ohne Nachladen. Damit der Strom nicht ausgeht, bekommt der Truck im Hafen außerdem elf Ladesäulen mit jeweils zwei Chargern zum nachtanken.

Der Nikola Tre sei als reinrassiges Elektrofahrzeug komplett neu kontruiert worden, versichert Christian Sulser, Vorstand der Iveco Magirus AG. Der Truck läuft im eigens dafür gebauten Produktionswerk in Ulm vom Band. Angetrieben wird er mit einer von FPT Industrial entwickelten und produzierten eAchse. Zwei an der Antriebsachse angeflanschte Elektromotoren bringen 480 kW beziehungsweise 653 PS kontinuierliche Leistung auf die Straße. Das maximale Raddrehmoment liegt bei 38.000 Nm.

Der Hamburger Hafen als Innovationsstandort wolle zeigen, dass die Technologie umsetzbar ist, sagt Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft und Innovation in Hamburg, bei der Übergabe der Fahrzeuge.

„Ich wünsche uns allen und diesen neuen Fahrzeugen den besten Erfolg.“

Vor knapp einem Jahr, im September 2021, hatten Iveco und Nikola Corporation, anlässlich der Eröffnung des gemeinsamen Produktionswerks in Ulm ein Memorandum of Understanding mit der Hamburg Port Authority unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt einen zweiphasigen Testlauf und die Lieferung von insgesamt bis zu 25 Nikola Tre BEV Sattelzugmaschinen an Spediteure des Hamburger Hafens. Nun begrüßte Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority, die drei batterieelektrischen Nikola Tre BEV Sattelzugmaschinen als wichtigen Schritt zur Realisierung dieser gemeinsamen Pläne machen.

„Häfen spielen eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung und Luftreinhaltung. Deshalb ist es uns wichtig, alles dafür zu tun, unseren Beitrag zu leisten sowie eine Vorreiter- und Vorbildrolle einzunehmen.“

Die Hamburg Port Authority habe das Momorandum of Understanding mit dem Ziel unterschrieben, möglichst schnell ein Null-Emissions-Hafen und Vorreiter bei der Anwendung technischer Innovationen zu sein. Vor diesem Hintergrund setze der Hafen im Bereich Transport und Logistik künftig unter anderem auf die emissionsfreien Nikola Tre BEV Schwerlastsattelzugmaschinen.

Mit den nun übergebenen Fahrzeugen startet die erste Phase, nämlich ein dreimonatiger Testbestrieb der Fahrzeuge samt unterschiedlicher Lademöglichkeiten. In der zweiten Phase der Projektpartnerschaft erfolgen im Jahr 2023 die vollständige Integration der BEV-Fahrzeuge in den Hafenbetrieb sowie die Installation der Ladeinfrastruktur und die damit verbundenen Servicedienstleistungen unter Einbeziehung der wichtigsten Lieferanten.

„Die erste Phase dient zur Demonstration eines Zero-Emission-Containertransports im Hamburger Hafen auf öffentlichen Straßen, zur Akquise der ersten Kunden und zur Erprobung von Ladeinfrastruktur und -abläufen sowie zur Generierung von weiterführenden Projektinhalten und -ideen für den weiteren Projektverlauf“, sagt Christian Sulser, Vorstand Vertrieb & Marketing bei der Iveco Magirus AG. „Zum Projektstart nutzen wir mobile Ladegeräte, prüfen aber auch schon geeignete Standorte für eine Schnellladeinfrastruktur.“

Michael Lohscheller, Präsident der Nikola Corporation wertet das Projekt als Beweis dafür, dass

„der Nikola Tre BEV der richtige Lkw für Unternehmen ist, die mehr tun wollen, als nur über den Klimawandel zu reden. Diese Demofahrzeuge sind der Beleg, dass Unternehmen durch den Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge in ihren Flotten wirklich etwas für unseren Planeten tun können.“

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