Nissan Townstar: Elektrisch wird Standard

Die Renault-Schwester stellt bei den City-Vans auf die Kangoo-Plattform um, fokussiert stärker auf das Elektromodell und will mit Fünf-Jahres-Garantie punkten. Konventionell nur Benziner, kein Diesel.

Grill-Fest: Vor allem mit eigenständiger Frontoptik, mit stärkerer Akzentuierung des E-Antriebs und Fünf-Jahres-Garantie wollen sich die Japaner abgrenzen. | Foto: Nissan
Grill-Fest: Vor allem mit eigenständiger Frontoptik, mit stärkerer Akzentuierung des E-Antriebs und Fünf-Jahres-Garantie wollen sich die Japaner abgrenzen. | Foto: Nissan
Johannes Reichel

Der japanische Automobilhersteller Nissan hat den Nachfolger des eigenständigen NV200 präsentiert und stellt dabei wie erwartet auf die neue Kangoo-Plattform des Allianzpartner Renault um. Der City-Van hört künftig auf den Namen Townstar und kommt mit einer vollelektrischen Antriebsoption sowie mit Benzinantrieb. Man wolle aufbauen auf die Technologie des e-NV200, den man als Pionier auf dem Markt für elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge sieht.

„Angesichts strengerer Abgasnormen, städtischer Zufahrtsbeschränkungen und der ständig steigenden Nachfrage nach Lieferungen auf der letzten Meile müssen große und kleine Unternehmen effektive und nachhaltige Lösungen finden, um wettbewerbsfähig zu bleiben", erklärt Emmanuelle Serazin, Direktor LCV & Corporate Sales bei Nissan Europe.

Die vollelektrische Variante, die den e-NV200 ersetzt, entwickelt 245 Nm Drehmoment bei 90 kW Leistung und bietet in Verbindung mit einer 44-kWh-Batterie bis zu 285 Kilometer Reichweite im WLTP. Zudem verweist man auf ein intelligentes Energiemanagement und eine effektiven Batteriekühlung. Wie bei Renault angekündigt, hält mit dem neuen Modell statt zuvor der japanischen Chademo-DC-Technik erstmals die in Europa verbreitete CCS-Ladetechnik ein. Bei einer Ladeleistung von 75 kW kann das Elektrofahrzeug an Gleichstrom-Schnellladesäulen in 42 Minuten auf 80 Prozent der Batteriekapazität geladen werden. Für das Laden mit Wechselstrom verfügt das Fahrzeug über ein Bordladegerät mit wahlweise 11 oder 22 kW. 

Paradigmenwechsel: Benziner wird zur "Alternative"

Als "Alternative zum Elektroantrieb", den man bei Nissan anders als bei Renault, als künftigen "Standard" betrachtet, wird ein weiterentwickelter 1,3-Liter-Turbo-Benziner sowohl für den Kastenwagen als auch für den Pkw-ähnlichen Hochdachkombi angeboten. Der Vierzylinder liefert 96 kW/130 PS, 240 Nm Drehmoment und soll Abgasnorm Euro 6d-Full erfüllen. Beide Antriebsversionen sind als Kastenwagen und als Hochdachkombi erhältlich sowie in zwei Längen und mit fünf bis sieben Sitzen wählen.

Fahrerassistenz: Beim E-Modell ist ProPilot Serie

Das Angebot an Assistenzsystemen übernimmt die Technologie des französischen Schwestermodells und umfasst etwa einen Seitenwind-Assistenten sowie eine Anhängerstabilisierung. Auch ein intelligentes Notbremssystem mit Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung sowie integriertem Kreuzungsassistenten, ein Spurhalte- und Totwinkel-Assistent, eine Verkehrszeichenerkennung, ein intelligenter Tempomat und ein Parkassistent sind lieferbar. Der Around View Monitor liefert eine 360-Grad-Rundumsicht. Beim E-Modell ist wie bei Nissan üblich, der sogenannte ProPILOT Serie, der teilautomatisiertes Fahren auf Autobahnen ermöglicht. Der Transporter folgt vorausfahrenden Fahrzeugen, beschleunigt und bremst selbstständig bis zum Stillstand und wird dabei mittig in der Spur gehalten – auch in leichten Kurven.

Neben dem Notrufsystem E-Call verfügt der Van in allen Modellreihen über eine Smartphone-Einbindung per Apple CarPlay und Android Auto, sowie kabelloses Laden. Die E-Variante bietet darüber hinaus verbesserte Connected Services. Gesteuert werden die Konnektivitäts- und Infotainmentfunktionen über den zentralen Acht-Zoll-Touchscreen, der zudem mit der zehn Zoll großen digitalen Instrumentenanzeige hinter dem Lenkrad verknüpft ist.

Der Laderaum mit verstellbarer Trennwand fasst bis zu 3,9 Kubikmeter Fracht, fasst zwei Europaletten und bis zu 800 Kilogramm Ladung und bis zu 1.500 Kilogramm Anhängelast. Wie üblich gewährt der japanische Automobilhersteller auch auf den Townstar eine europaweite Fünf-Jahres-Garantie bis 160.000 Kilometer Laufleistung. Sie umfasst einen eine Lackgarantie, Originalteile und -zubehör sowie eine Pannenhilfe – ein umfassender Schutz, der zusätzliche Sicherheit gibt. Für die Elektrovariante gilt darüber hinaus eine Acht-Jahres-Garantie bis 160.000 Kilometer auf die Batterie.

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