Werbung
Werbung
Werbung

Nutzfahrzeuge: VW Truck Group vermeldet steigende Verkäufe

Vor allem Scania profliliert sich weiter als umsatz- und renditestarke Marke im Lkw-Portfolio. Auch MAN verzeichnet Aufwärtstrend, verhaltener Einstieg ins Transportergeschäft.
Rivalen unter einen Dach: MAN und Scania sollen künftig enger zusammenarbeiten, setzten 2017 aber jeweils verschiedenene Schwerpunkte, MAN mit optimiertem Diesel, Scania mit Erdgas. | Foto: VW Truck & Bus
Rivalen unter einen Dach: MAN und Scania sollen künftig enger zusammenarbeiten, setzten 2017 aber jeweils verschiedenene Schwerpunkte, MAN mit optimiertem Diesel, Scania mit Erdgas. | Foto: VW Truck & Bus
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen um einen Börsengang der Lkw-Sparte des VW-Konzerns, hat Volkswagen Truck & Bus gute Jahreszahlen vermeldet. Die Gruppe aus MAN, Scania und VW do Brasil hat im Geschäftsjahr 2017 Umsatz und operatives Ergebnis im Nutzfahrzeuggeschäft deutlich gesteigert. Der Umsatz legte dank eines starken Absatzwachstums bei allen Marken um 12,1 % auf 23,9 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um 26,8 % auf 1,7 Milliarden Euro. Das entspreche einer operativen Rendite von 6,9 Prozent.

„Wir machen kontinuierlich Fortschritte. Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit unserer Global Champion-Strategie auf dem richtigen Weg sind und die Initiativen erste Früchte tragen", befand Andreas Renschler, CEO von Volkswagen Truck & Bus und Vorstandsmitglied der Volkswagen AG. Alle drei Marken hätten 2017 starke Ergebnisse erzielt. Der Umsatz von MAN Truck & Bus legte um 8,6 Prozent auf 10,0 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis stieg deutlich um 27,9 Prozent auf 532 Millionen Euro. Allerdings konnte der interne schwedische Rivale Scania mit 12,8 Milliarden Euro einen nach wie vor höheren Umsatz vorweisen, der zudem um 13,2 Prozent gestiegen war. Vor allem verdient die Marke mit dem Greif im Emblem offenbar glänzend, denn beim operatives Ergebnis wuchs man noch stärker und erreichte 1,3 Milliarden Euro. Nach einem konjunkturschwächeren Jahr 2016 in Brasilien stiegen die Umsätze von Volkswagen Caminhões e Ônibus 2017 um 32,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis blieb zwar aufgrund einer noch schwachen Nachfrage und eines starken Wettbewerbs weiter negativ, Umsatzanstieg und Effizienzprogramme führten jedoch zu einem Rückgang des Verlusts um 44,7 Prozent auf 105 Millionen Euro, relativierte der Hersteller die Zahlen.

MAN verkauft Transporter, Scania elektrifiziert

Für die Marke MANhob der Vorstand die Erweiterung des Portfolios um leichte Nutzfahrzeuge hervor, die mit 3.000 Bestellungen des Modells TGE erfolgreich angelaufen sei. Außerdem verwies Renschler auf den Start der sogenannten "Digital-Marke" RIO bei MAN für die VW Truck Gruppe sowie die Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung bei MAN. Darüber hinaus habe der Hersteller sich bei der Pflege und Neuentwicklung der Produktreihen auf die Themen Verbrauchsreduzierung, Emissionsreduzierung, alternative Antriebe und Verwendung alternativer Kraftstoffe fokussiert. Jüngst hatte der Hersteller einen neuen, deutlich verbrauchsärmeren SCR-Only-Motor für die TGL- und TGM-Baureihe vorgestellt, der fünf Prozent weniger Verbrauch bieten soll.

Bei Scania hätten höhere Fahrzeug- und Servicevolumina die höheren Produktionskosten ausgeglichen und so die Profitabilität gesteigert, analysierte der VW-Lkw-Chef. Die Marke profitiere zudem vom "stetigen Ausbau ihres marktführenden Dienstleistungsportfolios", wie Renschler formulierte. Konkret benannte er das Flottenserviceportfolio um das neue Produkt "Fleet Care mit Uptime-Garantie", der für für den Betrieb von Flotten mit engen Zeitfenstern und hoher täglicher Auslastung der Fahrzeuge entwickelt worden war. Darüber hinaus liege der Fokus des Herstellers auf den Bereichen Automatisierung, Konnektivität sowie Elektrifizierung. Der Hersteller hatte jüngst aber auch einen neuen Erdgasmotor mit CNG- und LNG-Option vorgestellt.

„Das ist ein toller Beleg für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen unseren Marken. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft kontinuierlich weitere Synergien heben können", interpretierte Matthias Gründler, CFO von Volkswagen Truck & Bus die Jahreszahlen.Vor kurzem war in den Medien über eine Ausgliederung und einen Börsengang der Lkw-Sparte spekuliert worden. Diese könnte dem Vernehmen nach noch im März diesen Jahres vorbereitet und im nächsten Jahr realisiert werden. VW-Truck-Chef Andreas Renschler hatte schon vor längerer Zeit angedeutet, man halte sich alle Optionen offen.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung