Österreichische Post: Emissionsfreie Belieferung in Linz

Der Logistiker investiert drei Millionen Euro, um die Flotte auf elektrisch umzustellen. In Linz sind bereits knapp die Hälfte der Fahrzeuge elektrifiziert. Doch die Pläne gehen noch weiter.

v.l.: Klaus Luger, Bürgermeister von Linz, Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG, Martin Kyburz, CEO, KYBURZ Switzerland AG. Bild: Österreichische Post AG
v.l.: Klaus Luger, Bürgermeister von Linz, Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG, Martin Kyburz, CEO, KYBURZ Switzerland AG. Bild: Österreichische Post AG
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Nadine Bradl)

Die Österreichische Post will bis 2030 alle Pakete, Briefe, Printmedien und Werbesendungen in ganz Österreich CO2-frei zustellen. In Linz ist die Post nach eigenen Angaben ihrem Ziel schon einen großen Schritt nähergekommen und hat nun über 50 E-Fahrzeuge in Betrieb, die neuesten kommen speziell im Innenstadtbereich zum Einsatz. Damit werde fast die Hälfte des Linzer Fuhrparks elektrisch – und damit CO2-frei – angetrieben. Als Investitionssumme zur kompletten Umstellung des Linzers Fuhrparks samt erforderlicher Infrastruktur rechnet die Post heute mit über drei Millionen Euro. 

„Schon seit 2011 stellen wir alle Sendungen in Österreich CO2-neutral zu, bis 2030 wollen wir sogar CO2-frei werden. In Linz werden wir dieses Ziel 2025 erreichen, schon heute wird die Hälfte unseres Fuhrparks in der Landeshauptstadt elektrisch betrieben, damit haben wir bei der Umsetzung einen wichtigen Meilenstein geschafft“, erklärt Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG.

E-Fahrzeug mit Anhänger

Die Post hat österreichweit rund 50 E-Fahrzeuge des Schweizer Herstellers Kyburz bestellt, die nun in vier Tranchen in Betrieb genommen werden. Den offiziellen Start macht Linz, wo 12 neue E-Fahrzeuge für die Verbundzustellung zum Einsatz kommen werden. Die neuen Fahrzeuge werden erstmals samt Anhänger im Zustellalltag verwendet, wodurch ein deutlich höheres Fassungsvermögen als etwa bei Mopeds erzielt werden kann. Diese könnten dadurch langfristig durch den neuen Fahrzeugtyp ersetzt werden.
 
Der Kyburz DXP 4.0 hat eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und kann im täglichen Zustellbetrieb 45 bis 60 Kilometer zurücklegen. Durch den Anhänger ist eine Zuladung von bis zu 270 Kilogramm Nutzlast möglich, wodurch das E-Fahrzeug ideal für den Einsatz in der Citylogistik sei.

111 Fahrzeuge, drei Basen, 2 Logistikzentren

Die Zustellung für den Großraum Linz erfolgt über drei Zustellbasen innerhalb der Stadtgrenzen sowie direkt von den zwei Logistikzentren in Enns und Allhaming aus. Insgesamt besteht der Linzer Fuhrpark der Post derzeit aus 111 Fahrzeugen, mit Inbetriebnahme der neuen E-Fahrzeuge werden 51 davon elektrisch angetrieben – damit ist fast die Hälfte es Fuhrparks komplett CO2-frei.
 

 

Es ist noch was zu tun

Der Vollausbau der grünen Zustellung für Linz erfordert laut Post als nächsten Schritt eine Umstellung der Paket-Transporter, die bei den zwei Logistikzentren stationiert sind. Zusätzlich treibt die Post den Ausbau der Ladeinfrastruktur voran. Hierzu braucht es entsprechende E-Tankstellen und ein intelligentes, per Software gesteuertes Lademanagement. Zum Einsatz kommt dabei ausschließlich grüner Strom aus Österreich: Bereits heute besitzt das Logistikzentrum in Allhaming eine Photovoltaikanlage mit 500 Kilowatt peak (kWp) Leistung, weitere 500 kWp werden im Zuge der derzeit stattfindenden Erweiterung ausgebaut. Langfristig ist sogar eine Verdopplung auf insgesamt 2.000 kWp möglich, mit denen die Sortiermaschinen im Logistikzentrum sowie die E-Flotte mit grünem Sonnenstrom „betankt“ werden soll, teilt das Unternehmen mit.

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