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Opel: Neuer Vivaro rollt auf kompakter PSA-Plattform

Nach nur vier Jahren löst Opel den erfolgreichen Vivaro durch ein Fahrzeug mit PSA-Technik ab. Wo das Fahrzeug produziert wird, erscheint wegen des Brexit unsicher. Generell wird es eine halbe Nummer kompakter.

Same same, but different: Nur die Frontoptik mit Opel-Grill unterscheidet den Vivaro von seinen baugleichen Brüdern. | Foto: Opel
Same same, but different: Nur die Frontoptik mit Opel-Grill unterscheidet den Vivaro von seinen baugleichen Brüdern. | Foto: Opel
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Johannes Reichel

Der Transporterhersteller Opel stellt wie angekündigt jetzt auch die Nutzfahrzeugvarianten seines Kompaktvans auf die Plattform der neuen Mutter PSA um. Nach dem Opel Zafira basiert jetzt auch der vom Rohbau identische neue Vivaro auf dem EMP2-Chassis, auf dem auch die 3,0-Tonner von Citroen, Peugeot und von Toyota fußen. Ebenso blieben der Aufbau und die Karosserie bis auf optische Retuschen an Frontpartie und den Heckscheinwerfern von den baugleichen Geschwistern nahezu unverändert.

Mit der Umstellung endet eine erfolgreiche, seit dem Jahr 2000 bestehende Kooperation mit Renault bei den Kompaktvans. Diese wird jetzt nur noch beim großen 3,5-Tonner Movano (auf Basis Renault Master) fortgeführt, dessen Nachfolger Opel allerdings für die gesamte PSA-Gruppe in Rüsselsheim entwickeln soll. Der dürfte aber nicht vor 2022 auf den Markt kommen. Vorher steht in jedem Falle eine vollektrisch angetriebene Variante des Vivaro auf der Agenda, die bereits im nächsten Jahr in Serie gehen soll. Zur Markteinführung will man bereits mit einer 4x4-Version aufwarten, die wie beim kleineren Modell Combo in Kooperation mit dem französischen Allradspezialisten Dangel entsteht. Von Anfang an gibt es wie beim Combo auch eine Schlechtwegevariante mit Baustellenpaket und elektronisch gesteuerten ESP-Traktionsprogrammen.

Brexit-Chaos: Vivaro-Werk Luton auf den Prüfstand

Der neue Vivaro war eigentlich erst vor vier Jahren präsentiert worden und hatte sich dank hoher Praktikabiliät, modernem Antrieb und agilen Fahreigenschaften dem Vernehmen nach gut verkauft. Seit Marktstart wurden eine Million der kantig gestalteten Modelle abgesetzt. Jetzt drängte aber der neue Eigentümer PSA auf eine Beendigung der Zusammenarbeit. Immerhin soll auch der neue Vivaro im britischen Werk Luton gefertigt werden, als Opel und als linksgelenkter Vauxhaull Vivaro. Die Produktion sollte sogar auf 100.000 Exemplare erhöht werden. Wegen der Brexit-Unsicherheiten hatte der PSA-Konzern zuletzt allerdings die Schließung eines der beiden britischen PSA-Werke zur Prüfung beauftragt.
 

Kein Hochdach mehr, dafür Kurzversion

Von den technischen Rahmendaten spiegelt der neue Vivaro exakt das Programm der Konzerngeschwister. Es gibt ihn also in drei Radständen, erstmals auch als 4,60 Meter XS-Version. Dafür baut das Modell generell sechs Zentimer schmaler und sieben Zentimeter flacher als der kubisch gestaltete Vorgänger. Mit bis zu 1.400 Kilo Nutzlast und bis zu 2.500 Kilo Anhängelast liegt der Vivaro aber sogar besser als der Vorgänger, dank eines höheren Gesamtgewichts. Dafür muss er beim Ladevolumen Abstriche machen: Maximal 6,6 Kubikmeter können bei der längsten Kastenvariante befördert werden, dank einer klappbaren Beifahrersitzbank, die das Volumen um 0,5 Kubik erhöht. Der alte Vivaro kam auf formal ebenfalls sechs Kubikmeter Volumen, bot aber noch die Variante mit Hochdach in den zwei Längen, die es auf 7,2 und 8,6 Kubikmeter brachte. Vor allem die Beladbarkeit verschlechtert sich mit dem neuen Modell: Die Schiebetür ist ganze zehn Zentimeter schmaler, ebenso misst die Hecköffnung in Höhe und Breite zehn Zentimeter weniger an Weite als beim nutzfahrzeugartigeren Vorgänger.

Hohes Niveau an Fahrerassistenz auf Wunsch

Dafür schafft der neue Vivaro mit zahlreichen Fahrerassistenzsystemen einen technologischen Mehrwert zum aktuellen Modell. Basierend auf Frontkamera- und Radarsensorgen sind etwa ein Spurassistent, Verkehrsschilderkennung, Müdigkeitswarner, der Abstandstempomat, ein Frontkollisionswarner sowie ein aktiver Notbremsassistent verfügbar. Zudem wachen beim Vivaro optional Ultraschallsensoren in der Front- und Heckschürze beim Einparken und warnen bei Fahrzeugen im toten Winkel. Eine Rückfahrkamera überträgt ihr Bild je nach Ausstattung auf den Innenspiegel oder den Sieben‑Zoll-Monitor. Bisher eine Alleinstellung im Segment ist das Head-Up-Display unterhalb der Frontscheibe, das das Handling an Bord erleichtern soll. Auch die optionale Türöffnung per Fußwischer hat das Modell für sich solitär. Bei der Konnektivität sollen die neuen PSA-Multimediasysteme mit 3D-Echtzeit-Navigation Fortschritte bringen. Auf hohem Niveau liegt der Vivaro auch in Sachen Service: Mit einem Wartungsintervall von bis zu 50.000 Kilometer reicht er zwar nicht ganz an Fords Transit Custom mit 60.000 km heran, liegt aber doch 10.000 km über dem Vorgänger.

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