Opel Vivaro-e Hydrogen kommt noch im Herbst

Der Elektro-Transporter mit Kombination auf Plug-in-E-Antrieb und kleiner Brennstoffzelle soll Kunden mit höherem Last- und Reichweitenanspruch ansprechen und schon ab Herbst geliefert werden.

Made in Rüsselsheim: Opel-Chef Michael Lohscheller präsentiert den Vivaro-e Hydrogen und kündigt die Auslieferung der ersten Modelle schon für Herbst 2021 an. | Foto: Opel
Made in Rüsselsheim: Opel-Chef Michael Lohscheller präsentiert den Vivaro-e Hydrogen und kündigt die Auslieferung der ersten Modelle schon für Herbst 2021 an. | Foto: Opel
Johannes Reichel

Die Stellantis-Tochter Opel hat den Start des unter ihrer Federführung für den Konzern entwickelten Vivaro-e Hydrogen mit Plug-in-Hybrid-Fuel-Cell-Antrieb bereits für den Herbst 2021 angekündigt. Das Fahrzeug, das zum Start auch bei den PSA-Marken Citroen und Peugeot eingeführt wird, verfügt über einen in Kooperation mit dem Michelin-Faurecia Joint-Venture Symbio entwickelten Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb mit Plug-in-Batterie und soll dank platzsparender Unterbringung der Technik gegenüber dem konventionellen Diesel keine Abstriche beim Raumangebot erfordern. Der E-Van soll mit einer Tankfüllung mehr als 400 Kilometer weit fahren (gemäß WLTP) können. Das Auftanken mit Wasserstoff dauere lediglich drei Minuten, nicht länger als bei einem fossilen Antrieb, wirbt der Hersteller weiter. Dazu bietet er mit 5,3 bis zu 6,1 Kubikmeter einen ebenso großen Laderaum wie die Diesel- oder batterie-elektrischen Vivaro-Varianten. Der neue Opel Vivaro-e HYDROGEN wird in den zwei Längen M und L verfügbar sein (4.959 und 5.306 Millimeter). Die ersten Fahrzeuge sollen an Flottenkunden bereits ab Herbst ausgeliefert werden.

„Wasserstoff ist eine zukunftsweisende Lösung für ein effizientes Energiesystem frei von fossilen Kraftstoffen“, sagt Opel-Chef Michael Lohscheller. „Wir haben mehr als 20 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Dieses Antriebssystem verbindet alle Vorzüge von Null-Emissionen, hoher Reichweite und kurzem Tankstopp.“

Karbontanks statt Batterie: BEV als Basis

Der neue Wasserstoff-Brennstoffzellen-Transporter basiert auf dem bereits erhältlichen batterie-elektrischen „International Van of the Year 2021“-Titelträger Opel Vivaro-e. Aus Wasserstoff und Luft erzeugt die Brennstoffzelle mittels eines Katalysators Strom zum Antrieb des Elektromotors mit dem Reaktionsprodukt Wasserdampf. Beim Plug-in-Brennstoffzellen-Konzept des Vivaro-e Hydrogen findet das komplette Brennstoffzellensystem unter der Motorhaube Platz. Die Antriebsbatterie im Unterboden des batterie-elektrischen Vivaro‑e wird durch drei 700-bar-Wasserstoff-Tanks aus Karbonfaser ersetzt.  Die Nutzlast soll sogar bis auf bis zu 1.100 Kilogramm steigen.

Genug Power für Konstantfahrt - Plug-in für reine BEV-Strecken

Die relativ kompakt gewählte Midsize-Brennstoffzelle soll mit 45 kW genug Leistung für die kontinuierliche Fahrt auf der Autobahn liefern. Beim Start oder Beschleunigen unterstützt die unter den Vordersitzen untergebrachte 10,5 kWh-Lithium-Ionen-Batterie, um Lastspitzen abzudecken, skizziert der Hersteller das Prinzip. So arbeite das Brennstoffzellensystem immer unter optimalen Betriebsbedingungen, was die Lebensdauer erhöhen soll, verspricht man. Darüber hinaus biete der Fuel-Cell-Transporter den Vorteil Elektro-Vans, dass Bremsenergie zurückgewonnen über den Elektromotor (Generator) als Strom in die Batterie gespeist werden (Rekuperation) kann. Über die Plug-in-Option lässt sich die Batterie bei Bedarf auch extern aufladen, so dass das Fahrzeug 50 Kilometer rein batterie-elektrisch zurücklegen könne.

Fertigung und Know-How in Rüsselsheim

Die Fertigung des neuen Vans erfolgt bei Opel Special Vehicles (OSV) in Rüsselsheim, wo sich auch das globale „Kompetenzzentrum Wasserstoff & Brennstoffzellen“ des Mutterkonzerns Stellantis. Der neue Vivaro-e HYDROGEN erweitert das Angebot der elektrifizierten leichten Nutzfahrzeuge von Opel. Noch in diesem Jahr folgen der batterie-elektrische Opel Combo‑e und der Movano-e. Bis zum Jahresende wird so das gesamte Opel-Portfolio leichter Nutzfahrzeuge elektrifiziert sein. Und bis 2024 wird Opel für jedes Pkw- und Nutzfahrzeug-Modell eine elektrifizierte Version anbieten.

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