Opel Vivaro: Erster Hydrogen-Van rollt in Einsatz bei Miele

Das lokale Null-Emissions-Modell nimmt bei Miele den Außendienst auf. Der Vivaro-e Hydrogen mit elektrischem Hybridantrieb aus Brennstoffzelle und Batterie soll Zeit sparen und in drei Minuten Wasserstoff für über 400 Kilometer tanken. Ladevolumen bis zu 6,1 m³ und 1.000 Kilogramm Nutzlast.

Wasser(stoff) marsch! Opel macht ernst und launcht den hybriden Brenstoffzellen-Batterie-Vivaro. Das erste Exemplar ist für Miele im Rhein-Main-Gebiet im Außendienst unterwegs. | Foto: Opel
Wasser(stoff) marsch! Opel macht ernst und launcht den hybriden Brenstoffzellen-Batterie-Vivaro. Das erste Exemplar ist für Miele im Rhein-Main-Gebiet im Außendienst unterwegs. | Foto: Opel
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die Stellantis-Tochter Opel hat ihr Versprechen eingelöst und den ersten Vivaro-e Hydrogen mit Brennstoffzellen-Hybrid-Antrieb ausgeliefert. Das Fahrzeug soll im Fuhrpark des Hausgeräteherstellers Miele im täglichen Außendienst im Rhein-Main-Gebiet eingesetzt werden. Beim Produktionsanlauf in Rüsselsheim waren Opel CEO Uwe Hochgeschurtz und Entwicklungschef Marcus Lott anwesend.

„Mit dem neuen Opel Vivaro-e Hydrogen schlagen wir das nächste Kapitel in unserer Offensive für nachhaltige Mobilität auf. Sein cleveres Konzept kombiniert die Vorteile eines Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebs mit der Flexibilität und dem Einsatzspektrum unseres Nutzfahrzeug-Bestsellers“, wirbt Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz am Stammsitz in Rüsselsheim für das Konzept.

Aus Sicht von Entwicklungschef Marcus Lott erfülle der E-Van die Anforderungen von Flottenkunden, der Wasserstoff-Transporter sei etwa die ideale Lösung, um mit Null-Emissionen auch weite Strecken fahren sowie größere Lasten transportieren zu können und dabei keine Zeit für das Laden von Batterien zu verlieren. Der elektrisch angetriebene Transporter basiert auf dem bereits erhältlichen batterie-elektrischen Modell, das zum „International-Van of the Year 2021“ gewählt wurde.

Wie ein PHEV, aber mit Fuel Cell statt Otto

Die neue Variante verfügt nun über einen Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb mit Plug-in-Batterie und soll vollgetankt mehr als 400 Kilometer weit fahren (WLTP). Die 45 kW-Brennstoffzelle liefere dabei genug Leistung für längere Fahrten auf der Autobahn. Das Auftanken mit Wasserstoff dauert etwa drei Minuten, wie ein Tankstopp mit einem konventionellem Diesel. Beim Start oder Beschleunigen unterstützt die unter den Vordersitzen untergebrachte 10,5 kWh-Lithium-Ionen-Batterie, um Lastspitzen abzudecken. So soll das Brennstoffzellensystem immer unter optimalen Betriebsbedingungen arbeiten, was die Lebensdauer erhöhe.

Darüber hinaus bietet das Modell den Vorteil eines Hybrid-Systems, indem Bremsenergie zurückgewonnen und über den Elektromotor als Generator in Form von Strom in die Batterie gespeist werden kann. Dank der Plug-in-Möglichkeit lasse sich die Batterie bei Bedarf auch extern aufladen, so dass das Fahrzeug 50 Kilometer rein batterie-elektrisch zurücklegen kann. Der Vivaro-e Hydrogen verfügt serienmäßig über einen dreiphasigen Onboard-Charger (11 kW) sowie über ein Mode-2-Ladekabel.

Zwei Längen und bis zu 6,1 Kubikmeter Ladevolumen

Die gesamte Antriebstechnik ist  so untergebracht, dass der Transporter gegenüber herkömmlichen Verbrennern keine Einschränkungen beim Laderaumangebot erfordert. In zwei Längen stehen 5,3 oder 6,1 Kubikmeter bereit (4.959 und 5.306 Millimeter). Die Nutzlast beträgt bis zu 1.000 Kilogramm. Wie bei den Pendants sind sämtliche Fahrerassistenzsysteme und Komfortfeatures erhältlich. Zum Serienumfang zählen etwa die 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera, Toter-Winkel-Warner und Parkpilot für Front und Heck. Das Apple CarPlay und Android Auto kompatible Multimedia Navi Pro-Infotainment lässt sich per Spracherkennung oder über den Farbtouchscreen bedienen.

Die Navigation mit Straßenkarte für Europa hält dynamische Routenführung sowie TMC-Meldungen bereit. Mittels der App OpelConnect kann die Heizung oder Kühlung des Fahrzeugs während des Ladevorgangs aktiviert werden. Außerdem lassen sich Ladezeiten per myOpel App programmieren. Das Modell wurde federführend von Opel entwickelt für den Stellantis-Konzern. Dabei verweist man auf mehr als 20 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Die Fertigung erfolgt ebenfalls bei Opel Special Vehicles (OSV) in Rüsselsheim.

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