Orten und EFA-S: Vollelektrischer 7,5-Tonner vorgestellt

Fahrzeugbauer präsentiert gemeinsam mit E--Spezialist EFA-S einen elektrisch angetriebenen Atego-Umbau. Der soll in Kleinserie produziert werden. 30 Prozent höhere Nutzlast als Diesel.
Strom-Verteiler: Orten bringt gemeinsam mit EFA-S einen elektrischen 7,5-Tonner-Umbau für den City-Einsatz. | Foto: Orten
Strom-Verteiler: Orten bringt gemeinsam mit EFA-S einen elektrischen 7,5-Tonner-Umbau für den City-Einsatz. | Foto: Orten
Johannes Reichel

Nach dem elektrisch angetriebenen Kleinstlieferwagen Elci steigt Orten wie im Sommer angekündigt (LOGISTRA berichtete) jetzt auch ins Verteilersegment ein und präsentiert gemeinsam mit Elektrofahrzeugspezialist EFA-S einen nur mit Strom betriebenen 7,5-Tonner-Umbau auf Basis des Vorgängermodells des aktuellen Mercedes Atego. Der Orten MB E75 verfügt über einen Elektro-Umbau von EFA-S und wird von einem 90-kW-Synchronmotor angetrieben. Die Energie bezieht derMotor aus 72,5 kW großen Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die laut Hersteller besonders leistungsstark sein sollen und eine hohe Energiedichte liefern. Die Kapazität der Akkus soll für eine stadttaugliche Reichweite von 100 km genügen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Das maximale Drehmoment von 1150 Nm liegt wie bei E-Fahrzeugen üblich aus dem Stand an und sollen dem Elektro-Verteiler zu flotten Fahrleistungen verhelfen. Aufgeladen wird der 7,5-Tonnen-Lkw über eine 400-Volt- respektive 22kW-Schnellladevorrichtung mit Typ-2-Anschluss Mennekes Amtron an einer Wallbox. Durch die hohe Spannung soll das Aufladen der leeren Batterie in vier Stunden erledigt sein, auch Zwischenladen ist möglich. Unterwegs speist das Fahrzeug zudem per Rekuperationsfunktion Bremsenergie zurück in die Akkus. Zusätzlich sorgt im Winter eine effiziente separate Fahrerhaus-Heizung für angenehme Temperaturen und Schonung der Akkus. Ein Batteriemanagementsystem mit separatem TFT-Display informiert darüber hinaus über Ladestand- und fortschritt. Beim Lenken unterstützt eine elektrische Antriebshydraulik-Servopumpe, beim Bremsen hilft ein ebenfalls elektrisch betriebener Hochdruck-Kompressor.

Mit 6,1 Meter langem Leichtbaukoffer aus Orten-eigener Produktion in Sandwich-Wabenbauweise und auf einem Alu-Unterbau soll der Elektro-Atego zudem 30 Prozent mehr Nutzlast bieten als die konventionelle Dieselvariante. Inklusive Aufbau und Palfinger-1-to-Ladebordwand nennt der Hersteller 2300 Kilogramm verbleibende Tragfähigkeit, ohne Aufbau wiegt das Fahrgestell 3580 Kilo.

Wie angekündigt will Orten auch einen europaweiten Service für umgerüstete Elektro-Lkw aufbauen. Auch dabei arbeitet man mit Elektro-Fahrzeuge Schwaben (EFA-S) zusammen. Die mittelständischen Unternehmen aus Zell unter Aichelberg und Orten aus Bernkastel-Kues hatten dafür im Sommer einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. EFA-S hat im Umbau von gebrauchten Diesel-Fahrzeugen auf Elektroantrieb für den US-Paketdienstleister UPS mittlerweile vielfache Erfahrung gesammelt. Vor einem Jahr wurde mit UPS eine umgerüstete Version des leichteren P45-Zustellfahrzeugs auf Sprinter-Basis präsentiert, der zusätzlich zum seit 2010 umgerüsteten MB Vario Electric P80 gefertigt wird.

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