Palettenlager: Dematic automatisiert nach dem Baukastenprinzip

Der Automatisierungsspezialist Dematic bietet automatisierte Palettenlager mit modularen, standardisierten Komponenten an. Versprochen werden kurze Installationszeiten, kompakte Lagerung und hohe Durchsatzraten.

Durch die kompakte Bauweise und die Flexibilität, die palettierte Ware einfach-, doppel- und sogar mehrfachtief zu lagern, nutzt das Dematic Standardised Automated Pallet Storage die vorhandene Fläche optimal aus | Bild: Dematic
Durch die kompakte Bauweise und die Flexibilität, die palettierte Ware einfach-, doppel- und sogar mehrfachtief zu lagern, nutzt das Dematic Standardised Automated Pallet Storage die vorhandene Fläche optimal aus | Bild: Dematic
Tobias Schweikl

Das Intralogistikunternehmen Dematic hat mit dem „Dematic Standardised Automated Pallet Storage“ ein modulares Palettenlagersystem aus vorhandenen Komponenten entwickelt, das entsprechend der Kundenanforderungen konfiguriert werden kann. Es besteht aus einem Regalsystem, Regalbediengeräten mit Lastaufnahmemittel, einer Software und der Vorzone. In letztgenannter finden beispielsweise Palettenförderer, Kommissionierplätze, Stationen für die Konturmessung, Wiegen und Ein- und Auslagerung der Paletten sowie Fahrerlose Transportsysteme (FTS) Platz.

Da die einzelnen Komponenten standardisiert sind, könne die Anlage innerhalb kürzester Zeit installiert und in Betrieb genommen werden, so das Unternehmen. Durch die kompakte Bauweise und die Flexibilität, die palettierte Ware einfach-, doppel- und sogar mehrfachtief zu lagern, nutze das System die vorhandene Fläche optimal aus. Dabei erreiche es Durchsatzraten von bis zu 200 Paletten pro Stunde.

„Das Dematic Standardised Automated Pallet Storage funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Dadurch ist es nicht nur schnell einsatzbereit, sondern lässt sich auch individuell anpassen“, sagt Mortimer von Tschirschky, Director Operational Improvement & Technical Support Central Europe bei Dematic.

Geeignet sei die Automatisierungslösung für die Lagerung von Rohmaterialien und fertigen Produkten. Sie sorgt für die kurzzeitige Zwischenlagerung sowie die Sequenzierung der Artikel für den Warenausgang. Es kann bis zu einer Höhe von 45 Metern gebaut werden. Dabei bleibt die Anzahl der Gassen beliebig wählbar.

„Der vorhandene Raum lässt sich durch die kompakte Bauweise bei hoher Lagerdichte optimal nutzen, sodass im Vergleich zu einem manuellen Palettenlager bis zu 20 Prozent der Fläche eingespart wird“, sagt von Tschirschky.

Der Zugriff auf die einzelnen Paletten ist dabei zu jeder Zeit möglich. Je nach Art der Konfiguration befördern die Regalbediengeräte dafür schnell und präzise Paletten mit einem Gewicht von bis zu 1,5 Tonnen, bei Sonderkonstruktionen bis zu fünf Tonnen

Des Weiteren kann das automatische Palettenlager an die spezifischen Anforderungen einzelner Branchen angepasst werden: Für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie findet eine Unterteilung in unterschiedliche Temperaturzonen statt. Im tiefgekühlten Bereich sind dabei Temperaturen von bis zu minus 28 Grad Celsius realisierbar. Langgut und sperrige Waren finden in dem System ebenfalls Platz.

Damit sei das System auch für die Automotive-, Bau-, Stahl- und Möbelbranche geeignet, so Dematic. Eine Kombination mit anderen Automatisierungslösungen von Dematic wie dem AMCAP (Automated Mixed Case Palletising), dem Multishuttle, dem AKL oder dem Taschensortiersystem sei möglich.

In der Vorzone werden je nach Kundenanforderung unterschiedliche Komponenten für die Kommissionierung und den Warenein- und -ausgang integriert. Bevor die Paletten in das Lager gelangen, werden sie zunächst vollautomatisch auf ihre Eignung geprüft und gewogen.

„Dadurch verbessert das Dematic Standardised Automated Pallet Storage einerseits durch eine nahtlose Warenverfolgbarkeit das Bestandsmanagement. Andererseits sind die Paletten weniger Berührungspunkten ausgesetzt, was die Fehleranfälligkeit reduziert“, sagt von Tschirschky.

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