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Perspektivwechsel: Trucker steigen aufs Rad

Lkw- und auch Radfahrer für gefährliche Situationen und Stellen zu sensiblisieren, das ist das Ziel einer Aktion, die der ADFC, die Unternehmen Remondis GmbH und Heinrich Zoder Spedition GmbH sowie der Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH) und die Straßenverkehrsgenossenschaft SVG Hamburg eG gemeinsam starten.

Ziel der Tour ist, sowohl Rad- als auch Lkw-Fahrende für gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu sensibilisieren. (Foto: ADFC Landesverband Hamburg)
Ziel der Tour ist, sowohl Rad- als auch Lkw-Fahrende für gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu sensibilisieren. (Foto: ADFC Landesverband Hamburg)
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Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Anna Barbara Brüggmann)

Am 29. Juni 2019 wird eine ganz spezielle Radtour organisiert, damit Lkw-Fahrer den Verkehr einmal aus einer anderen Perspektive wahrnehmen können. Initiiert wird die sogenannte Perspektivwechsel-Radtour vom ADFC, der Remondis GmbH, der Heinrich Zoder Spedition GmbH sowie vom Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH) und der Straßenverkehrsgenossenschaft SVG Hamburg eG.

Lkw-Fahrer haben aus ihren erhöhten Kabinen eine ganz besondere, häufig schwierige Sicht auf den Straßenverkehr. Im Rahmen dieser Radtour sollen sich die Lkw-Fahrer in die Lage der Radfahrenden versetzen. Darüber hinaus sollen brisante Stellen gezeigt werden, wo es bereits häufiger zu gefährlichen Situationen und Unfällen zwischen Kfz- und Radfahrenden kam.

Ziel der Tour ist es, so dieMitteilung der Initiatoren, im Verkehrsalltag Unfallrisiken besser einschätzen zu können. Auch die Radfahrenden sollen später die Möglichkeit erhalten, die Sicht aus einem Lkw zu erleben.

Die Spediteure und ihre Fahrer, der ADFC, der VSH sowie die SVG Hamburg haben es sich eigenen Angaben zufolge zum Ziel gesetzt, Abbiegeunfälle ganz zu vermeiden. Das geschieht zum einen durch die Erprobung verschiedener Abbiegeassistenten, die ab 2022 in Europa Pflicht werden sollen und in Hamburg schon getestet werden. Die Perspektivwechsel-Radtour mit Touren-Guides des ADFC soll ein weiterer Baustein sein, die Unfallrate auf null zu senken.

„Es ist gut und richtig, dass die Abbiegeassistenten endlich vorgeschrieben werden sollen. Aber wir wollen mehr tun. Die Fahrer nehmen freiwillig in ihrer Freizeit an dieser Tour teil. Wir wollen mit dieser Radtour ein Umdenken in den Köpfen aller Verkehrsteilnehmer anstoßen. Die Aktion würde auch gut unter das Motto - Hamburg gibt Acht! passen. Uns geht es um das Miteinander im Straßenverkehr", erklärt Maren Hering, Sprecherin des Verbandes Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg e.V. (VSH).

Doch bei der Tour soll es um Aufklärung auf beiden Seiten gehen. Jens Deye vom Vorstand des ADFC Hamburg hat die Radtour mit konzipiert und erklärt: „Radfahrende müssen sich auf Gefahr durch Abbieger einstellen. Und Lkw-Fahrende müssen die spezifischen Unfallrisiken in Bezug auf Radfahrende kennen."

Daher hätten sich Deye zufolge der ADFC und die Straßenverkehrsgenossenschaft Hamburg eG. darauf verständigt, die Perspektivwechsel-Radtour auch als festen Bestandteil in die Aus- und Weiterbildung der Berufskraftfahrer zu integrieren.

"Es freut uns sehr, dass sich die Hamburger Unternehmen Remondis und Zoder und damit deren Lkw-Fahrenden sofort bereiterklärt haben an dieser Aktion teilzunehmen. Das zeigt, wie wichtig dieses Thema gerade auch den Speditionen ist", so Deye.

Die Tour ist circa 15 bis 18 Kilometer lang, gezeigt werden soll dabei ein breites Spektrum an Radinfrastruktur, darunter einige Unfallpunkte. Dauern soll das Fahrrad-Erlebnis mit Zwischenstopps circa drei bis vier Stunden, kurze theoretische Erläuterungen wechseln sich dabei mit aktiven Elementen ab. Am Ende der Tour ist für die die Teilnehmenden ein Austausch auf dem Firmengelände der Heinrich Zoder Spedition GmbH vorgesehen.

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