Peugeot: Boxer Electric kommt in zwei Akku-Versionen

Der Van soll in zwei Versionen über eine Reichweite von 200 und 340 Kilometern verfügen, bis zu 1.890 kg Nutzlast sowie 17 m³ Ladevolumen bieten. Er kommt auch als Fahrgestell. Der Antrieb stammt von Bedeo.

Dampf beim Strom: Noch 2020 soll der e-Boxer und sein Pendant von Citroen auf den Markt kommen. Partner Fiat macht hier sein eigenes Ding, bisher jedenfalls. | Foto: PSA
Dampf beim Strom: Noch 2020 soll der e-Boxer und sein Pendant von Citroen auf den Markt kommen. Partner Fiat macht hier sein eigenes Ding, bisher jedenfalls. | Foto: PSA
Johannes Reichel

Die französische PSA-Tochter Peugeot hat weitere Details zum bereits angekündigten Elektro-Transporter e-Boxer bekanntgebeben. Das Modell ist nun in zwei Batterievarianten erhältlich, die größere mit 70 kWh Kapazität in den L3 und L4-Varianten ermöglicht eine Reichweite von bis zu 340 Kilometern nach WLTP. Die kleinere Version im L1 und L2-Modell verfügt über einen 37 kWh-Akku, der für 200 Kilometer Reichweite genügen soll. Die Leistung des Synchron-Motors beträgt 96 kW (120 PS), 260 Nm Drehmoment sollen für flotten Antritt sorgen. Rekuperiert wird beim Lupfen des Gaspedals oder Tritt auf die Betriebsbremse. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 110 km/h beim 3,5-Tonner und 90 km/h beim 4,0-Tonner limitiert.

Erhältlich ist das Fahrzeug in vier Längen, drei Höhen, mehreren Karosserieformen und einer großen Auswahl an Fahrerassistenzsystemen sowie als Fahrgestell und Plattformfahrgestell. Der neue e-Boxer soll mit bis zu 1.890 kg als 4,0-Tonnen-Version die gleiche Nutzlast wie der Verbrenner bieten, bis zu 1.240 Kilo als L4H2-Vier-Tonner. Ebenso unverändert ist das Ladevolumen von 8 m³ bis 17 m³. Die Standard-Variante in den kürzeren beiden Radständen verfügt über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und 1.150 Kilogramm Nutzlast als L2H2.

Gute Basisausstattung, Fahrerassistenz extra

Äußerlich erinnert nur ein kleines "e" an den alternativen Antrieb. Neu ist im angepassten Interieur der Innenspiegel, in dem Infos zum Ladezustand der Batterie, die verbleibende Reichweite, die Spannung, die Stromstärke und den Fahrmodus schnell ersichtlich abgebildet werden. Serienmäßig ist unter anderem ein Bluetooth-Audiosystem mit 5-Zoll-Bildschirm (12,7 cm) und Lenkradbedienung, eine Einparkhilfe hinten, die manuelle Klimaanlage, Licht- und Regensensor sowie beheizbare und elektrische Spiegel. Als Extras gibt es eine Navigation mit 9-Zoll-Touchscreen (22,9 cm), die Rückfahrkamera, Notbremsassistent (inkl. Spurhalteassistent), Spurhalteassistent inkl. Verkehrszeichenerkennung und Fernlichtautomatik, Toterwinkelassistent, Geschwindigkeitsregler und -begrenzer, eine Grip Control und Bergabfahrhilfe, akustische Parksensoren sowie ein LED-Tagfahrlicht.

Praxisgerechte und flexible Lademöglichkeit mit AC und DC

Der Ladeanschluss ist links neben der Fahrertür platziert. Geladen wird in Serie im AC mit 7 kW einphasig sowie 22 kW dreiphasig und im CCS-Modus mit bis zu 50 kW Leistung. Damit soll das Fahrzeug bei 22 kW in fünf respektive neun Stunden an einer Wallbox geladen sein (37/70 kWh), mit 7 kW dauert es sechs respektive zwölf Stunden. Bei 50 kW sind die Akkus an einer Schnellladesäule binnen einer Stunde auf 80 Prozent Kapazität.

Über den Service Easy Charge bietet man Zubehör wie verstärkte Steckdose, Wallbox, Smart Wallbox. Der Kooperationspartner Inno2Grid berät zu Installationsmöglichkeiten begleitet den Prozess bis zur vollständigen Installation. Die PSA-Tochter Free2Move Services sorgt mit Ladepass und Trip-Planner (4,99 Euro monatlich) für Zugang und optimierte Routenplanung zu einem Netzwerk von mehr als 130.000 Ladestationen europaweit. Der Trip Planner berücksichtige die verbleibende Reichweite und die Ladestationen auf der Strecke. Mit dem Mobility Pass wiederum können Kunden nach Bedarf ein konventionell angetriebenes Fahrzeug mieten, sollte das E-Modell den Anforderungen nicht genügen.

Partner Bedeo Auto liefert die E-Technik

Der neue e-Boxer kommt im vierten Quartal 2020 auf den europäischen Markt. Produziert wird das Modell im italienischen Sevel-Werk in Val di Sangro und elektrifiziert durch das Kooperationsunternehmen Bedeo, ein Elektro-Umrüster aus der Türkei, der bis vor kurzem als BD Auto firmierte. Preise für den E-Van wurden noch nicht kommuniziert. Der Partnerm schweren Transporter Fiat entwickelt bisher eine eigenständige Elektro-Version des weitgehend baugleichen Fiat Ducato, die ebenfalls noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll und der auch in Val di Sangro gebaut wird. 

„Peugeot gibt seinen Geschäftskunden mit dem neuen PEUGEOT e-Boxer die freie Wahl beim Antrieb. Ob Elektro- oder Verbrennerversion, das Ladevolumen und die Nutzlast bleiben identisch“, wirbt Haico van der Luyt, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland.

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