Peugeot e-Expert Hydrogen: Ersteinsatz bei Michelin-Tochter Watea

Stellantis-Tochter launcht das nächste elektrische Derivat, das auf einen Hybridantrieb aus kompakter Brennstoffzelle und Batterieelektrik baut und auf schwere und ferne Einsätze abzielt.

Alternativ-Stromer: Der e-Expert Hydrogen adressiert an Kunden mit schweren und weiten Aufträgen und soll 400 Kilometer lokal emissionsfrei absolvieren. | Foto: Peugeot
Alternativ-Stromer: Der e-Expert Hydrogen adressiert an Kunden mit schweren und weiten Aufträgen und soll 400 Kilometer lokal emissionsfrei absolvieren. | Foto: Peugeot
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Auch die Stellantis-Tochter Peugeot startet fast zeitgleich mit den Geschwistern Citroen und Opel ins Wasserstoffzeitalter und hat den ersten e-Expert Hydrogen produziert. Dieser soll an die neue Tochter-Marke von Michelin Watea gehen, die auf grüne Mobilitätslösungen spezialisiert ist. Der Van soll sich durch die gute Integration des gesamten "Mid-Power-Plug-in-Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro"-Systems in Motorraum und Unterboden auszeichnen. Das kompakte Package erfordert keine Kompromisse beim Ladevolumen und sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt, der Handling, Straßenlage und Agilität verbessern soll. 

„Mit dem e-Expert Hydrogen übernimmt Peugeot die Führung in einer zukünftigen emissionslosen Technologie, die für den Markt der leichten Nutzfahrzeuge besonders relevant ist. Die Wasserstoff-Elektrotechnologie ermöglicht einen intensiven täglichen Einsatz ohne Nachladen – ein entscheidender Vorteil für Berufstätige, die an einem Tag mehrere Hundert Kilometer auf der Autobahn zurücklegen und anschließend in emissionsbeschränkte Stadtgebiete einfahren müssen. Die von Stellantis entwickelte Wasserstofftechnologie macht solche Einsätze möglich", wirbt Linda Jackson, Global CEO Peugeot.

Die Markteinführung des  e-Expert Hydrogen erfolge nur 15 Monate nach der Einführung des batterieelektrischen Modells im Jahr 2020, das Anfang 2021 zum "International Van of the Year" gekürt wurde. Der Hydrogen basiert dabei auf dem e-Expert und wird zunächst in Frankreich am Standort Hordain (Norden Frankreichs) produziert und dann in Deutschland in Rüsselsheim auf den Produktionsstätten des Kompetenzzentrums Stellantis für Wasserstofftechnologie umgebaut.
 

Reicht weiter: Über 400 Kilometer sollen drin sein

Dabei produziert eine Brennstoffzelle mittels Wasserstoff den für den Antrieb des Fahrzeugs erforderlichen Strom erzeugt. Eine Lithium-Ionen-Hochspannungsbatterie mit einer Kapazität von 10,5 kWh kann zudem extern aufgeladen werden kann und treibt in Anfahr- und Beschleunigungsphasen den Elektromotor an. Der Tankvorgang soll in drei Minuten erledigt sein, gesamt steht eine Reichweite von über 400 Kilometern im WLTP zur Verfügung. Das Fahrzeug ist in zwei Längen (Standard und Lang) verfügbar, mit den gleichen Ladevolumeneigenschaften wie die diesel- und batterieelektrischen Versionen, sprich bis zu 6,1 m³ Ladevolumen, bis zu 1.000 Kilogramm Nutzlast, bis zu 1.000 Kilogramm Anhängelast. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h.

Neben lokaler Abgasemissionsfreiheit sollen auch die Geräuschemissionen durch den E-Antrieb deutlich niedriger liegen als beim Diesel. Der Hersteller sieht Wasserstoff als einen der wichtigen Pfeiler der Energiewende. Vor allem in Europa wachse das Ecosystem, und die Europäische Allianz für sauberen Wasserstoff investiere etwa 60 Milliarden Euro zur Förderung. In dem Zuge steige auch die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen in Europa ständig. Peugeot arbeitet direkt mit den Energieversorgern zusammen, um hier Gesamtpakete anzubieten, verspricht der Hersteller.

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