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Platooning: DB Schenker und MAN starten ersten Praxistest

Forschungsprojekt von DB Schenker, MAN Truck & Bus und der Hochschule Fresenius startet in die Erprobungsphase. Untersucht werden soll neben den technischen Aspekten auch, wie sich die Rolle des Fahrers dadurch wandelt.
Am Autonom-Knopf: Im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) startete das Pilotprojekt zum Platooning von DB Schenker und MAN. | Foto: DB Schenker
Am Autonom-Knopf: Im Beisein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) startete das Pilotprojekt zum Platooning von DB Schenker und MAN. | Foto: DB Schenker
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Johannes Reichel

Als nach eigenen Angaben weltweit erster Logistikdienstleister hat DB Schenker gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern MAN Truck & Bus und der Hochschule Fresenius zwei digital vernetzte LKW in den Praxiseinsatz geschickt. In Gegenwart von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer startete ein sogenanntes LKW-Platoon von der DB Schenker Niederlassung in Neufahrn bei München über das digitale Testfeld auf der A9 Richtung Nürnberg. Gefördert wird das Pilotprojekt mit rund zwei Millionen Euro durch den Bund. „Der Straßengüterverkehr startet damit in seine automatisierte und vernetzte Zukunft. Die Logistikprozesse - von der Rampe bis zum Kunden - können noch sicherer, effizienter, umweltfreundlicher werden. Und der Lkw-Fahrer kann zur modernen Logistikfachkraft im Digital-Truck werden“, schwärmte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Ab sofort beginnen die regelmäßigen Testfahrten der vernetzten Lkw auf der 145 Kilometer langen Strecke, bis Anfang August noch ohne Ladung. Danach sollen die Platoons täglich mit bis zu drei Fahrten im Logistik-Alltag unterwegs sein, beladen mit Stückgut wie Maschinenteilen, Getränken oder Papier. „Der erstmalige Einsatz von LKW-Platoons in Deutschland setzt neue Maßstäbe im Logistikmarkt, von denen in erster Linie unsere Kunden profitieren“, befand Alexander Doll, DB-Vorstand für Güterverkehr und Logistik. DB Schenker erweitert durch den Einsatz der Technik sein digitales Geschäftsmodell. Mit dem Platooning-Projekt baue man seine Vorreiterrolle im Bereich des autonomen und vernetzten Fahrens weiter aus, urteilte Prof. Dr. Sabina Jeschke, DB-Vorstand für Digitalisierung und Technik. „Es geht nicht nur um die Anwendung einer Technologie. Es geht um ihre sinnvolle Einbindung in die gesamte Logistikkette. Die Erkenntnisse aus dem gemeinsamen Projekt sind ein wichtiger Schritt hin zur Serienentwicklung“, ergänzte Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus AG.

Während der bisher einzigartigen Praxistests wird die Platooning-Technik für den Logistikeinsatz weiter optimiert, zum Beispiel hinsichtlich der Systemsicherheit, des Kraftstoffverbrauchs und der besseren Nutzung des Platzes auf der Autobahn. Die Projektpartner erhoffen sich außerdem einen Erkenntnisgewinn zu der gesellschaftlichen Akzeptanz der vernetzen Fahrweise sowie verkehrspolitischen und infrastrukturellen Voraussetzungen.

Begleitende Studie:Wie sich der Fahrer-Beruf wandelt

Seit Beginn der Zusammenarbeit im Mai 2017 und der offiziellen Übergabe der Testfahrzeuge durch MAN im Februar dieses Jahres würden die LKW-Fahrer durch Schulungen auf ihre Rolle im Projekt vorbereitet, versichern die Kooperationspartner. Die psychosozialen und neurophysiologischen Auswirkungen der neuen Technologie auf die Fahrer im Platoon erforscht die Hochschule Fresenius mit einer begleitenden Studie. So sollen wichtige Erfahrungen der LKW-Fahrer miteinbezogen und ihr Berufsbild weiterentwickelt werden, wie es heißt. „Es ist offensichtlich, dass die Digitalisierung des Mobilitäts- und Transportsystems zu völlig neuen Anforderungen für die Beschäftigten der Branche führt“, erklärte Prof. Dr. Christian Haas, Leiter des Institutes für komplexe Systemforschung an der Hochschule Fresenius dazu. Man hoffe, dass die Erkenntnisse auch zum besseren Verstehen und Gestalten anderer digitalisierter Mensch-Maschine Schnittstellen beitragen.

Unter Platooning versteht man ein Fahrzeug-System für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei Lkw auf der Autobahn mit Hilfe von technischen Fahrassistenz- und Steuersystemen in geringem Abstand hintereinanderfahren können. Alle im Platoon fahrenden Fahrzeuge sind durch eine sogenannte elektronische Deichsel mittels einer Car-to-Car-Kommunikation miteinander verbunden. Das führende Fahrzeug gibt die Geschwindigkeit und die Richtung vor.

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