Platooning: MAN und DB Schenker starten die Lkw-Kolonnen

Der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus und der Logistikkonzern DB Schenker testen ab 2018 auf der Autobahn A 9 das so genannte Lkw-Platooning.
Unterschrift auf der transport logistic 2017: Gerhard Klein, Leiter Engineering Central bei MAN, und Ewald Kaiser, Chief Operating Officer Freight bei DB Schenker, unterzeichnen der Kooperationsvertrag. | Foto: Tobias Schweikl
Unterschrift auf der transport logistic 2017: Gerhard Klein, Leiter Engineering Central bei MAN, und Ewald Kaiser, Chief Operating Officer Freight bei DB Schenker, unterzeichnen der Kooperationsvertrag. | Foto: Tobias Schweikl
Tobias Schweikl

Der Logistikkonzern DB Schenker und der Nutzfahrzeughersteller MAN wollen gemeinsam an der Entwicklung vernetzter Lkw-Kolonnen arbeiten und haben zu diesem Zwecke einen Kooperationsvertrag für die auch als Platooning bekannte Technik unterzeichnet. Der Test nutzt das digitale Testfeld des Landes Bayern auf der Autobahn A 9 zwischen München und Nürnberg. DB Schenker betreibt in beiden Städten ein Umschlagszentrum und will Verkehre zwischen den Standorten testweise auch über einen Lkw-Platoon abwickeln. Der Start der Kooperation ist im Frühjahr 2018 geplant. „Wir als DB Schenker wollen die Digitalisierung mitgestalten, so Ewald Kaiser, Chief Operating Officer Freight bei DB Schenker. „Der Platooning-Test soll integraler Bestandteil eines logistischen Ökosystems bei DB Schenker werden.“ Das Unternehmen will dazu auch das Hub in Nürnberg so modernisieren, dass Prozesse halb- oder vollautonom ablaufen.
Die Platoons werden zunächst nur aus jeweils zwei Lkw bestehen. „Zweier-Platoons sind in Deutschland wegen der Vielzahl an Autobahnausfahrten das Optimale“, so Gerhard Klein, Leiter Engineering Central bei MAN. Angestrebt wird durch das Kolonnenfahren eine Kraftstoffersparnis von rund zehn Prozent. Zu Beginn verkehren die Lkw noch ohne Ladung, um die Fahrbedingungen im alltäglichen Verkehrsfluss zu untersuchen und die am Projekt beteiligten Fahrer in der Bedienung der Fahrzeuge und den fahrtechnischen Besonderheiten zu schulen. Es sollen anschließend wöchentliche und anschließend tägliche Testfahrten folgen. Diese sollen im Laufe des Jahres 2018 zu Linienfahrten mit realen Ladungen ausgebaut werden. Bis zu dreimal täglich sollen dann die Platoons unterwegs sein.
Die Kernfragen, die die Kooperationspartner beantworten wollen sind: Wann ist die Bildung eines Platoons sinnvoll? Wie können der Zusammenschluss und das Auflösen je nach Situation und verkehrlicher Lage am besten gestaltet werden? Ebenfalls Gegenstand der Untersuchung ist, welche Daten für eine optimale Überwachung des Platoons an Hersteller und Logistiker übermittelt werden müssen.
Unter Platooning versteht man ein Fahrzeugsystem für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei Lkw auf der Autobahn mit Hilfe von technischen Fahrassistenz- und Steuersystemen in geringem Abstand hintereinanderfahren. Alle im Platoon fahrenden Fahrzeuge sind durch eine sogenannte elektronische Deichsel mittels einer Car-to-Car-Kommunikation miteinander verbunden. Das führende Fahrzeug gibt die Geschwindigkeit und die Richtung vor. Der Abstand der einzelnen Trucks beträgt untereinander circa zehn Meter beziehungsweise etwa eine halbe Sekunde Fahrzeit. Das primäre Ziel dieser Vorgehensweise ist es, durch das so erzeugte Windschattenfahren eine Kraftstoffeinsparung von bis zu zehn Prozent für den gesamten Platoon zu erreichen.

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