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Platooning: Mercedes-Benz stellt vernetzte Lkw vor

Erstmals hat die Daimler AG drei autonom fahrende Mercedes-Benz-Lkw mit Straßenzulassung vorgestellt, die über WLAN zu einem Platoon vernetzt sind.
Die drei Lkw bilden sind über W-LAN zu einem sogenannten Platoon vernetzt; der Abstand zwischen den Lkw beträgt nur 15 Meter (Foto: Daimler AG).
Die drei Lkw bilden sind über W-LAN zu einem sogenannten Platoon vernetzt; der Abstand zwischen den Lkw beträgt nur 15 Meter (Foto: Daimler AG).
Tobias Schweikl

Im Jahr der IAA Nutzfahrzeuge 2016 hat sich Daimler Trucks das Thema Konnektivität auf die Fahnen geschrieben. Ab 1. April 2016 beschäftigt sich der neue Geschäftsbereich Digital Solutions & Services mit allen Aktivitäten rund um den vernetzten Lkw, so auch mit der Vernetzung der drei vorgestellten autonom fahrenden Mercedes-Benz Lkw.
Seit 2013 ist Konnektivität fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Nach Unternehmensangaben sind bereits rund 365.000 Nutzfahrzeuge von Daimler über die Systeme FleetBoard und Detroit Connect vernetzt. Nun will der Konzern in den nächsten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die Vernetzung seiner Lkw und die Schaffung zugehöriger Dienstleistungen und digitaler Lösungen investieren. Beginnend im IAA-Jahr 2016 wird Daimler Trucks dadurch zusätzlich zum heute bereits umfangreichen Telematik-Angebot kontinuierlich neue Dienste auf den Markt bringen und seine Plattformen auch für Drittanbieter zugänglich machen. „Für eine erfolgreiche Logistik sind Echtzeit-Daten entscheidend – und unsere Lkw können diese Daten liefern. Deshalb investieren wir bis zum Jahr 2020 rund eine halbe Milliarde Euro, um unsere Lkw mit ihrer Umwelt zu vernetzen und konkrete neue Anwendungen zu entwickeln“, sagte Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG zuständig für Daimler Trucks & Buses, anlässlich der Veranstaltung „Campus Connectivity“ am 21. März 2016 in Düsseldorf. Laut Bernhard sollen FleetBoard und Detroit Connect wesentlich dazu beitragen, bislang noch ungenutzte Potenziale im Straßengüterverkehr zu heben.
Ein Beispiel für die Möglichkeiten durch die digitale Vernetzung von Lkw präsentierte Daimler Trucks in einer Liveübertragung auf der Autobahn A52 bei Düsseldorf: Drei über WLAN vernetzte, autonom fahrende Lkw waren als sogenannter Platoon mit Straßenzulassung im öffentlichen Verkehr unterwegs. In dieser Verbindung lässt sich der Kraftstoffverbrauch um sieben Prozent und die benötigte Fahrbahnfläche auf Autobahnen um knapp die Hälfte reduzieren - bei gleichzeitig mehr Sicherheit auf der Straße. Aufbauend auf dem Daimler Trucks-System Highway Pilot für autonomes Fahren von schweren Lkw vernetzen sich dabei drei Fahrzeuge zu einem aerodynamisch optimalen, vollautomatischen Verbund. Das weiterentwickelte System nennt Daimler Trucks Highway Pilot Connect. „Heute legt Daimler den Grundstein für die Dritte Industrielle Revolution. In der Ära des Internets der Dinge werden alle Geräte und Maschinen über Sensoren verfügen, die jederzeit sekundenaktuelle Informationen liefern können. Dies wird die Art und Weise, wie wir wirtschaften, grundlegend verändern. Das Internet der Dinge eröffnet völlig neue Chancen“, sagte Jeremy Rifkin, Autor, Soziologe und Zukunftsforscherebenfalls auf der Veranstaltung Campus Connectivity.
Daimler Trucks wird mit seinen drei Highway Pilot Connect-Lkw auch an der European Truck Platoon Challenge 2016 (EU TPC) teilnehmen. Es handelt sich dabei um eine Initiative der Niederlande im Zuge ihrer EU-Ratspräsidentschaft. Im Rahmen der European Truck Platoon Challenge fahren sechs europäische Nutzfahrzeug-Hersteller mit Lkw-Platoons aus verschiedenen europäischen Städten am 6. April 2016 den Hafen von Rotterdam an. Mit der EU TPC adressieren die sechs Hersteller gemeinsam mit der niederländischen Regierung die Notwendigkeit einer harmonisierten, grenzüberschreitenden Regulierung des europäischen Straßengüterverkehrs.

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