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Power2Drive 2019: E-Truck Elias reif für die Serie

Das Konsortium Elias aus Toni Maurer, der Spedition Ansorge und STW mit einer Retrofit-Elektrifizierung einer 44-Tonnen-Sattelzugmaschine an den Start, noch weit vor einer elektrischen MAN-Werkslösung. Ihr Vorteil: Mit Erhalt des Standardgetriebes hohe Steig- und Zugfähigkeit.

Auf Kurs: Die Kooperation aus Logistiker, Fahrzeugbauer und Elektrospezialist hat mit dem Elias in kurzer Zeit eine serienreife Elektro-Umrüstung realisiert. | Foto: J. Reichel
Auf Kurs: Die Kooperation aus Logistiker, Fahrzeugbauer und Elektrospezialist hat mit dem Elias in kurzer Zeit eine serienreife Elektro-Umrüstung realisiert. | Foto: J. Reichel
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Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Das erstmals zur IAA Nutzfahrzeuge in Hannover präsentierte Projekt Elias zur Elektrifizierung eines schweren Lkw hat auf der Power2Drive die nächsten Schritte in Richtung Serienfertigung bekannt gegeben. Das System, das aus einem Antrieb mit zwei individuell staffelbaren powerMela Duo280-Elektromotoren mit je 80 bis 140 kW Leistung besteht, setzt an das Standardgetriebe von ZF auf und soll dadurch hohe Steigfähigkeit, Zugkraft und Fahreigenschaften des Original-Fahrzeugs erhalten. Über eine im Rahmen integrierte 400 kWh-Lithium-Ionen-Batterie aus vier Modulen erzielt das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 200 km. Die Nachfrage nach solchen Retrofit- und Umrüstlösungen sei hoch, insbesondere für schwere urbane Anwendungen etwa in der Autoindustrie, erklärte ein Sprecher des als Integrator fungierenden Elektro-Spezialisten Sensor-Technik Wiedemann STW am Stand des Anbieters.
 

Prinzip: "Diesel raus, Elektro rein"

Das System sei jetzt in relativ kurzer Zeit serienreif gemacht worden und darüber hinaus von den STW-Ressourcen her skalierbar bis in hohe Stückzahlen von bis zu 1.000 Exemplaren jährlich. Im Praxisbetrieb beim Projektpartner Ansorge Logistik habe man keinen einzigen Ausfall verzeichnet und der Antrieb habe zuverlässig funktioniert, so der Sprecher des Kaufbeurer Unternehmens. Man sei derzeit dabei, eine Fertigungsmöglichkeit für die Umrüstung der Lkw zu erschließen. Denkbar sei aus Sicht des Anbieters auch eine Umsetzung des Systems an Neufahrzeugen, wie bei dem Prototypen "Elias" geschehen, bei dessen Aufbau auch MAN unterstützend beteiligt war. Auch eine Förderung des bayerischen Wirtschaftsministeriums ermöglichte das Projekt. Die Hauptzielrichtung sei aber der Retrofit von Bestandsfahrzeugen, bei denen der Diesel-Motor, Abgassystem und Tanks entfernt werden und ein E-Antrieb inklusive Steuerungselektronik, Energie- und Thermomanagement sowie Software und Akkus integriert wird.

Die Zielsetzung, die Eigenschaften des ursprünglichen Fahrzeugs so weit es geht zu erhalten, gilt auch für das Thema Nutzlast, bei dem der Elias-Lkw auf dem Niveau des Diesel-Pendants liegen soll. Dafür verfüge das Fahrzeug jetzt über bessere Anfahreigenschaften durch die hohen Ausgangsdrehmomente des E-Antriebs. Der Umbau selbst erfolgte beim weiteren Partner im Projekt, dem Spezialfahrzeugbauer Toni Maurer, der auf die Umrüstung und Umbau von MAN-Lkw spezialisiert ist. STW selbst versteht sich im Projekt als Systemlieferant für Komponenten im Bereich Antriebe, Leistungswandlung und -verteilung, Isolationsüberwachung sowie Systemsicherheit für Umrüster, Systemausleger und Hersteller.

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