Prognose: Jedes zehnte Fahrzeug rollt 2030 autonom

Nach Einschätzung von Statistas steigt das Marktvolumen für autonomes Fahren bis 2030 auf 13,7 Milliarden US-Dollar. Robo-Taxis als wichtigste Anwendung.

Der Lkw-Platoon ist eine Vorstufe zum autonomen Fahren. Auf deutschen Straßen ist er in Pilottests bereits unterwegs.(Foto: Daimler AG)
Der Lkw-Platoon ist eine Vorstufe zum autonomen Fahren. Auf deutschen Straßen ist er in Pilottests bereits unterwegs.(Foto: Daimler AG)
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Der Markt für autonome Fahrzeuge (AVs) wird von 2018 bis 2030 deutlich wachsen. Bis in zehn Jahren soll jedes zehnte Fahrzeug selbst fahren. Das Marktvolumen wird auf rund 13,7 Milliarden US-Dollar anwachsen. So beschreibt es Statistas in seinem neuestem Dossierplus über autonome Fahrzeuge, in dem der Anbieter für Markt- und Konsumentendaten den aktuellen Stand der Branche beleuchtet. Das Marktwachstum hängt laut der Prognose davon ab, wie schnell die Verbraucherakzeptanz steigt und Hersteller in der Lage sind, ihre Produktion zu skalieren. Aktuell sieht ein Großteil der Konsumenten Gefahren. Fast vier von fünf Verbrauchern trauen selbstfahrenden Autos nicht zu, dass sie genügend Fahrzeugsicherheit bieten. Mehr als 70 Prozent der Verbraucher glauben nicht, dass fahrerlose Fahrzeugsysteme vor Hackern sicher sind. Mit einer geschätzten Marktgröße von 1.161 Milliarden US-Dollar sind Robo-Taxis eine der wichtigsten Anwendungen im Bereich der fahrerlosen Fahrzeuge. Unternehmen haben bereits Milliarden für entsprechende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgegeben.

Traditionshersteller unter Investitionsdruck

Der Mobilitätsanbieter Uber hat in drei Jahren mehr als eine Milliarde US-Dollar ausgegeben. Seitdem außerdem im Jahr 2018 die General-Motors-Tochter „Cruise“ 3,4 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln erhielt, hätten sich die Investitionen in den vergangenen fünf Jahren verzehnfacht, teilt Statista mit. Im Jahr 2018 hätten sie 27,5 Milliarden US-Dollar erreicht. Traditionelle Autohersteller geraten damit verstärkt unter Investitionsdruck. Sie müssen Kapital für die Weiterbildung der Mitarbeiter sowie Forschungsaktivitäten freimachen. Die weltweite Nachfrage nach Advanced Driving (AD) und Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) wird voraussichtlich das Marktwachstum bei Halbleitern und Sensoren für Kraftfahrzeuge weiter ankurbeln. Die Systeme sind entscheidend, wenn Maschinen die Kontrolle übernehmen und fahrerlose Fahrzeuge bei der Navigation und der Erkennung von Hindernissen auf der Straße unterstützen.

Am aktivsten waren die Testpiloten in Kalifornien, aber auch in Peking, China, und Hamburg, Deutschland, haben eine Infrastruktur für Probefahrten mit fahrerlosen Fahrzeugen aufgebaut. Die Stadt Hamburg plant Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen bereits 2021. Nach Milliarden von Testkilometern in Simulationen oder auf öffentlichen Straßen beginnen die selbstfahrenden Autos die Teststrecken zu verlassen. Schließlich hebt sich der Vorhang für den nächsten Akt der Disruption am Automarkt: die fahrerlosen Autos.

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