Quanteninternet: Fraunhofer und QuTech forschen gemeinsam

Neue Prototypen und Testumgebungen für Quantensysteme wollen künftig die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft und das niederländische QuTech-Forschungszentrum zusammen entwickeln.

Fraunhofer und QuTech arbeiten an neuen Technologien für die Quantenkommunikation und Quanteninformationsnetzwerke. Hier gezeigt: Laborprototyp für einen rauscharmen Quantenfrequenzkonverter. (Bild: Fraunhofer ILT, Aachen)
Fraunhofer und QuTech arbeiten an neuen Technologien für die Quantenkommunikation und Quanteninformationsnetzwerke. Hier gezeigt: Laborprototyp für einen rauscharmen Quantenfrequenzkonverter. (Bild: Fraunhofer ILT, Aachen)
Tobias Schweikl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Die Fraunhofer-Gesellschaft und das niederländische Forschungszentrum QuTech haben sich in den Bereichen Quantenkommunikation und Quanteninformationsnetzwerke zusammengeschlossen. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 14. Dezember. Damit wolle man die Innovationskraft Europas stärken und dem Quanteninternet den Weg bereiten, heißt es. Beide Institutionen unterzeichneten dazu am 14. Dezember ein Memorandum of Understanding zur engen Zusammenarbeit.

In einer langfristig angelegten, strategischen Partnerschaft arbeiten die Fraunhofer-Gesellschaft und das QuTech – eine Kollaboration der TU Delft und der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung TNO – bei der Entwicklung des Quanteninternets und beim Wissenstransfer nach eigenen Aussagen eng zusammen. Gemeinsames Ziel sei es, eine umfassendere wissenschaftliche Zusammenarbeit zu initiieren und zu fördern, neue Prototypen und Testumgebungen zu entwickeln und das Know-how in der anwendungsorientierten Forschung und beim Transfer in die Industrie gemeinsam besser zu nutzen, hieß es.

„Um eine zuverlässige und sichere Kommunikation zu gewährleisten und Europas technologische Souveränität im Bereich neuer Quantentechnologien zu stärken, verschreiben wir uns dem Ziel, ein multinationales Quantennetzwerk in der EU zu errichten“, erklärt Paul de Krom, CEO der TNO.

Das Netzwerk soll nach Angaben der Projektpartner Industrie und Wissenschaft als Testumgebung zur Verfügung gestellt werden, um neue Produkte und Anwendungen zu entwickeln und das volle Potenzial des verteilten Quantencomputings zu erschließen. Dazu wollen die Fraunhofer-Gesellschaft und QuTech gemeinsam Technologie- und Schnittstellenstandards in den Bereichen Quantenkommunikation und Quanteninformationsnetzwerke etablieren und sich beim europäischen Agenda-Setting abgestimmt einbringen.

So haben QuTech und Fraunhofer vereinbart, künftig bei der Errichtung von komplexen QKD (Quantum Key Distribution)-Netzwerken grenzüberschreitend oder im Bereich von Knotenpunkten in Deutschland und in den Niederlanden zusammenzuarbeiten. Außerdem wollen sie gemeinsam integrierte photonische Lösungen für solche Netzwerke entwickeln.

„Um eine weltweit führende Rolle bei der Umsetzung und Anwendung neuer Quantentechnologien einzunehmen und wettbewerbsfähig gegenüber den Marktmächten USA und China zu bleiben, sind immense gemeinsame, transnationale Anstrengungen der europäischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft notwendig“, sagt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

Die nahe Zukunft hält nach Ansicht der Kooperationspartner viele Herausforderungen und neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit bereit. Zu erwarten seien beispielsweise weiterführende Ausschreibungen für europäische Quantenkommunikationsinfrastrukturen in länderübergreifenden Netzwerken, die Europas Wettbewerbsposition bei diesen wichtigen Technologien stärken.

„Solche Infrastrukturen erfordern eine grenzüberschreitende Strategie zwischen den führenden Ländern und Akteuren für die Entwicklung der verschiedenen Technologien und ein klares Verständnis der unterschiedlichen Positionen, Rollen und Interessen“, erklärt Dr. Kees Eijkel, Head of Business Development am QuTech.

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