Reifendrucküberwachung: Kontrollsystem zur Nachrüstung

Neues Trailertelematik- und Reifendruck-Kontrollsystem für Systemanbieter und Flotten mit eigener IT vorgestellt.

Mathias Müller, geschäftsführender Gesellschafter Wertschütz GmbH, präsentiert den Kühlmaschinen- und Reifendruckkontrollsensor. | Bild: Wertschütz
Mathias Müller, geschäftsführender Gesellschafter Wertschütz GmbH, präsentiert den Kühlmaschinen- und Reifendruckkontrollsensor. | Bild: Wertschütz
Tobias Schweikl

Der Telematikspezialist Wertschütz GmbH aus München hat eine Nachrüstlösung für ein Telematik- und Reifendruckkontrollsystem für Lkw, Trailer, Busse und Baumaschinen vorgestellt. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit werden Reifendrucküberwachungssysteme in Zukunft auch für Anhänger/Trailer über 3,5 t Gesamtgewicht Pflicht. Für neue Fahrzeugtypgenehmigungen gilt dies schon ab Juli 2022, bei neu zugelassenen Sattelaufliegern ab Juli 2024.

Die Vorschrift basiert laut dem Mathias Müller, geschäftsführender Gesellschafter bei Wertschütz, auf einer UN-Regelnovellierung und ist für andere Fahrzeugkategorien schon obligatorisch. Die Regelung sieht vor, dass Fahrer bei einem Druckverlust von über 20 Prozent oder einer Fehlfunktion des Systems innerhalb von zehn Minuten eine Warnung erhalten müssen.

Das Wertschütz-Telematik- und Reifendruckkontrollsystem ist eine individuelle, aber auch bei Bestandsflotten nachrüstbare, All-In-One-Lösung. Durch das Druckkontrollsystem werden Nutzfahrzeug-Reifendaten abgefragt und mit Daten des Trailertelematiksystems über Temperaturen (EN 12830), Aggregat-Kühldaten, EBS-Daten sowie Türstatus und Truck-ID ergänzt.

Basierend auf dem iOX-Datenhub werden alle Daten zentral über eine standardisierte Schnittstelle zur Integration in die anwendereigene IT bereitgestellt. Zusätzlich könnten Wertschütz-Kunden Telematikdaten von Fahrzeugherstellern und Drittanbietern beziehen, wie es heißt.

Fast ein Drittel aller Zugmaschinen- und Trailer-Pannen sind laut Wertschütz reifenbedingt. Das Produkt „Tire-Watch“ warnt deshalb vor Reifendruckverlusten und schützt dadurch den Fahrer vor Pannen bzw. schweren Unfällen und den Transporteur vor teuren Ausfallzeiten. Die antennen- und kabellosen „TPMS“-Funksensoren (433 MHz) werden durch Klapp- oder Bandverschluss in der Felge befestigt bzw. an die Innenseite der Reifenlauffläche geklebt.

„Unsere Funksensoren erlauben neben den Reifendruckdaten die Abfrage von Echtzeitdaten über Temperatur und Laufleistung pro Reifen. Und das sogar bei abgekoppeltem Trailer. Durch Aggregation und Import der ganzheitlichen Reifendaten in Kunden- oder Drittanbietersysteme lassen sich im Flottenbetrieb schnell wettbewerbsverbessernde Optimierungspotenziale heben“, so Müller. 

Zu diesen gehörten laut Wertschütz: Kraftstoffeinsparungen von rund 0,7 l pro 100 km, Vermeidung von 30 Prozent aller Pannen/Unfälle sowie eine Reifenlebensdauerverlängerung von jährlich bis zu 20 Prozent. Hinzu kämen ein reduzierter CO2-Ausstoß und eine optimierte Reifendruck- und Temperatur-Kontrolle während der Fahrt.

Die ADR-zertifizierte Trailertelematik von Wertschütz liefert Position, EBS-, Kühl- und Temperaturdaten sowie Tür- und Truckerkennung. Die Telematikbox entspricht der Schutzklasse IP69K für den rauen Außeneinsatz, verfügt über innenliegende Antennen, einen Hochleistungs-Akku und ist mit dem Reifendruckkontrollsystem kombinierbar.

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