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Rio digitalisiert Volkswagen Konzernlogistik und hofft auf Effekte für Klimaschutz

Durch die Zusammenarbeit sollen signifikante Einsparungen erzielt werden. Durch die bessere Auslastung, die Reduzierung von Leerfahrten und Standzeiten will man zudem auch den Klimaschutz verbessern

RIO und Volkswagen Konzernlogistik wollen eine digitale Lösung für die Transportlogistik des Volkswagen-Konzerns umsetzen. (Bild: Rio)
RIO und Volkswagen Konzernlogistik wollen eine digitale Lösung für die Transportlogistik des Volkswagen-Konzerns umsetzen. (Bild: Rio)
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Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Volkswagen Konzernlogistik und RIO, die Digitalmarke der Traton Group, planen eine digitale Lösung für die Transportlogistik des Volkswagen-Konzerns. Ziel der Zusammenarbeit seien „signifikante Einsparungen durch transparentere und effizientere Prozesse“, teilte RIO am 2. Oktober mit.

„Die Komplexität in unserem Geschäft ist enorm“, sagte Thomas Zernechel, Leiter Volkswagen Konzernlogistik: „Durch die geplante Kooperation mit RIO treiben wir die Digitalisierung im Transportsektor voran und gewinnen mehr Transparenz. Damit wird es uns möglich, unser Geschäft auch im Detail optimal zu steuern und weiter zu perfektionieren. Die Optimierung der Auslastung durch weitere Reduzierung von Leerfahrten und Standzeiten wird uns auch helfen, unsere Klimaschutzziele zu erreichen.“

Logistik für 13 Konzernmarken

Die Volkswagen Konzernlogistik GmbH & Co. OHG zählt zu den umsatzstärksten Logistikunternehmen Deutschlands. Allein in Europa koordiniert sie im Schnitt täglich 18.000 Lkw-Transporte im Netzwerk aus Lieferanten, Produktionsstätten, Absatzmärken und Händlern. Die Konzernlogistik stellt sich nach Unternehmensangaben der Herausforderung, den immer weiter steigenden Material- und Warenfluss gemeinsam mit 13 Konzernmarken zu managen und benötigt dafür eine leistungsfähige und zukunftssichere IT-Lösung. Für den Volkswagen-Konzern sind mehr als 150 Speditionen aktiv. Jeder Lkw in diesem Verbund soll in Zukunft in derselben digitalen Umgebung erfasst sein.

Für die Inbound- und die Outbound-Logistik

Die Basis dafür soll der Mitteilung zufolge die Traton-Tochter RIO schaffen. Die Marke entwickelt seit 2016 eine Cloud-basierte Logistikplattform. RIO funktioniert herstellerunabhängig, lässt sich also in Lkw aller Marken nutzen. RIO solle „nun maßgeschneiderte Services für die Volkswagen Konzernlogistik entwickeln, die die Versorgung der Standorte des Volkswagen-Konzerns mit Teilen (Inboundlogistik) und die Auslieferung der fertig montierten Fahrzeuge (Outboundlogistik) effizienter machen werden“, hieß es. Dazu sollen zählen: die Sendungsverfolgung genauso wie die Integration unterschiedlicher Systeme zur effizienteren Datenerhebung und -nutzung – beispielsweise für das Versorgungsmanagement, die Frachtabrechnung und die Behältersteuerung.

Matthias Braun, Leiter Digitalisierung der Materiallogistik bei der Konzernlogistik, sagte: „Cloud-basierte digitale Lösungen, die an der Schnittstelle zwischen Fracht und Transporteur ansetzen, haben das Potential, unsere Effizienz um ein Vielfaches zu erhöhen. RIO ist mit seiner Digitalkompetenz und dem offenen Ansatz der ideale Partner für uns. Wir gehen mit unserem Volumen auch auf diese Plattform, um ein Signal im Markt zu setzen. Wir hoffen auf Nachahmer, damit die Logistik auf Basis transparenter Prozesse für alle effizienter wird.“

Dauerhafte Unternehmenspartnerschaft angestrebt

Über die technische Kooperation hinaus planen Rio und die Volkswagen Konzernlogistik den Angaben zufolge auch eine dauerhafte Unternehmenspartnerschaft. „Der logische Schritt für uns ist, einen dauerhaften Rahmenvertrag mit der Volkswagen Konzernlogistik zu schließen, der unsere Zusammenarbeit schnellstmöglich auf eine solide Grundlage stellt“, sagte Jan Kaumanns, CEO von RIO.

Forschung und Entwicklung für die Digitalisierung

Auf ihrem Innovation Day 2019 in Södertälje (Schweden) kündigte die Traton Group am 2. Oktober an, das Geschäft mit vernetzten Fahrzeugen, Logistik und autonomem Fahren voranzutreiben. Die Marken MAN, Scania und Volkswagen Caminhões e Ônibus (VWCO) entwickeln dabei, so die Unternehmensangaben, gemeinsame Plattformen, um Geschwindigkeit zu gewinnen und die Kosten zu senken. Traton lege entsprechend bei Forschung und Entwicklung (F&E) einen der Schwerpunkte auf Digitalisierung, hieß es: Bis Ende 2024 sollen mehr als eine Milliarde Euro an F&E-Geldern in diesen Bereich fließen.

Die Traton SE ist eine Tochtergesellschaft der Volkswagen AG und zählt sich mit ihren Marken MAN, Scania, Volkswagen Caminhões e Ônibus und RIO zu den weltweit führenden Nutzfahrzeugherstellern. Im Jahr 2018 setzten die Marken der Traton Group insgesamt rund 233.000 Fahrzeuge ab.

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