SAF-Holland: Vorläufige Zahlen deuten Rekorde bei Umsatz und Profitabilität an

Der Nfz-Zulieferer verkündet vorläufige Jahreszahlen und zeigt sich zufrieden. Der vorläufige Konzernumsatz stieg 2023 signifikant auf rund 2.106 Millionen Euro.

Symbolbild: SAF-Holland
Symbolbild: SAF-Holland
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Die SAF-Holland SE, Zulieferer von Trailer- und Truckkomponenten, hat vorläufige, noch ungeprüfte Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht. Der Konzernumsatz verzeichnete aufgrund der hohen Kundennachfrage und der ab dem 21. Februar 2023 in den Konsolidierungskreis einbezogenen Haldex AB ein Wachstum von rund 35 Prozent auf rund 2.106 Millionen Euro (Vorjahr 1.565,1 Millionen Euro) und bestätigte damit die Prognose von rund 2.100 Millionen Euro. Währungskurs- und akquisitionsbereinigt erhöhten sich die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 um ca. 11 Prozent , wobei alle drei Regionen (EMEA, Amerika und APAC) zum Umsatzwachstum beitrugen.

Regionaler Mix und hoher Anteil des Ersatzteilgeschäfts stärken Widerstandsfähigkeit

Das Erstausrüstungsgeschäft mit Truck- und Trailerkunden profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr von der robusten Nachfrage in allen drei Regionen. Zusätzlich stärkte die Akquisition von Haldex die regionale Umsatzverteilung und Diversifikation je Kundensegment. So stieg das weniger zyklische Ersatzteilgeschäft auch aufgrund des starken Wachstums des Erstausrüstungsgeschäfts in Vorperioden auf rund 31 Prozent der Konzernumsatzerlöse an (Vorjahr 26,9 Prozent). Hinsichtlich der geografischen Verteilung waren die Regionen EMEA und Amerika nahezu gleich auf (rund 45 Prozent bzw. 42 Prozent ; Vorjahr 52,1 Prozent bzw. 37,7 Prozent) wobei APAC auf rund 13 Prozent anstieg (Vorjahr 10,2 Prozent).

Das bereinigte EBIT stieg im Geschäftsjahr 2023 um ca. 62 Prozent auf rund 202 Millionen Euro an (Vorjahr 124,6 Millionen Euro). Die bereinigte EBIT-Marge lag mit ca. 9,6 Prozent ebenfalls deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums (8,0 Prozent) und profitierte maßgeblich von erzielten Effizienzsteigerungen, Skaleneffekten durch höhere Produktionsvolumina sowie einem höheren Anteil des Ersatzteilgeschäfts. Zusätzlich unterstützten Synergieeffekte aus der Integration von Haldex die Verbesserung der Marge. Der Ausblick zur Profitabilität von rund 9,5 Prozent wurde damit leicht übertroffen. 

Alexander Geis, Vorstandsvorsitzender der SAF-Holland SE, sagt: „Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir Beeindruckendes geleistet. Wir haben nicht nur unsere ehrgeizigen Ziele erreicht, sondern konnten auch die Übernahme und Integration der Haldex AB besser als erwartet vorantreiben. Durch die ergriffenen strategischen Maßnahmen und unser bedeutsames Ersatzteilgeschäft sind wir heute resilienter aufgestellt. Mit unserem One-Stop-Shop-Angebot und innovativen Produkten sind wir ein verlässlicher Partner für die Nutzfahrzeugindustrie und möchten mit einer stärkeren Marktposition auch weiterhin den größtmöglichen Beitrag zum Erfolg unserer Kunden leisten.“

Region EMEA: Trotz schwächerem Trailermarkt signifikante Umsatz- und Profitabilitätssteigerung erreicht

In der Region EMEA stieg der Umsatz 2023 insbesondere aufgrund der Übernahme der Haldex AB um ca. 16 Prozent auf rund 946 Millionen Euro (Vorjahr 815,3 Millionen Euro). Bereinigt um Akquisitions- und Währungskurseffekte wurde ein leichtes Plus von ca. 1 Prozent verbucht, trotz einer schwächeren Entwicklung des für SAF-Holland relevanten Trailermarkts.

Kostenerhöhungen unter anderem im Personalbereich und eine im Vergleich niedrigere Profitabilität der Haldex AB konnten durch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Skaleneffekte sowie die Weitergabe von Preissteigerungen in den Markt mehr als kompensiert werden. Zusätzlich wirkten sich akquisitionsbezogene Kostensynergien positiv auf das bereinigte EBIT aus. In Summe führte dies im Berichtszeitraum 2023 in der Region EMEA zu einem bereinigten EBIT von ca. 73 Millionen Euro (Vorjahr 52,7 Millionen Euro). Die bereinigte EBIT-Marge liegt mit ca. 7,7 Prozent deutlich über dem Vorjahr (6,5 Prozent).

Region Amerika: Bereinigte EBIT-Marge deutlich auf zweistelliges Niveau gehoben

In der Region Amerika erhöhten sich die Umsatzerlöse 2023 um rund 51 Prozent auf ca. 890 Millionen Euro (Vorjahr 590,6 Millionen Euro). Haupttreiber waren die Erstkonsolidierung von Haldex sowie ein starkes organisches Wachstum von rund 12 Prozent insbesondere basierend auf einer weiterhin hohen Nachfrage für Trailer- und Truckkomponenten im Allgemeinen als auch eine erhöhte Nachfrage nach technologisch anspruchsvolleren und wirksameren scheibengebremsten Achssystemen für Trailer. Zudem konnte das Ersatzteilgeschäft in der Region Amerika Zuwächse verzeichnen.

Basierend auf dem starken Umsatzwachstum, Skaleneffekten sowie erzielten Kosteneinsparungen im Zuge der Integration von Haldex baute die Region Amerika das bereinigte EBIT im Geschäftsjahr 2023 auf rund 97 Millionen Euro (Vorjahr: 55,9 Millionen Euro) aus, was einem Anstieg von circa 74 Prozent entspricht. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich signifikant von 9,5 Prozent auf ca. 10,9 Prozent.

Region APAC: Deutlich zweistelliges organisches Wachstum und Margensteigerung auf ca. 11,9%

Die Region APAC erzielte 2023 einen Umsatz von rund 270 Millionen Euro (Vorjahr 159,2 Millionen Euro) was einem Plus von ca. 69 Prozent entspricht. Akquisitions- und Währungseffekte hatten in Summe eine untergeordnete Bedeutung, so dass sich die organischen Erlöse im Jahresvergleich um ca. 59 Prozent erhöhten. Wesentlicher Wachstumstreiber war die durch staatliche Infrastrukturmaßnahmen und dem Ausbau des Transportwesens getriebene Nachfrage nach Achs- und Federungssystemen in Indien. Zusätzlich trug das Geschäft in Australien und Südostasien zum starken Wachstum bei. Neben dem Erstausrüstungsgeschäft entwickelte sich auch das Ersatzteilgeschäft positiv.

Das bereinigte EBIT konnte nahezu verdoppelt werden und erreichte rund 32 Millionen Euro (Vorjahr 16,0 Millionen Euro). Positiv hatte sich neben Skaleneffekten auch ein verbesserter Geschäftsmix ausgewirkt. Zudem trug eine signifikante Ergebnisverbesserung in China durch die Erreichung der operativen Gewinnschwelle zur Verbesserung bei. Demnach stieg die bereinigte EBIT-Marge deutlich auf ca. 11,9 Prozent an (Vorjahr 10,1 Prozent).

Investitionsquote erreicht prognostiziertes Niveau von maximal 3 Prozent des Konzernumsatzes

Die Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (vor Effekten aus der Kaufpreisallokation) betrugen im Geschäftsjahr 2023 insgesamt rund 62 Millionen Euro (Vorjahr 36,3 Millionen Euro). Folglich erreichte SAF-Holland eine Investitionsquote von ca. 2,9 Prozent. Investitionsschwerpunkte lagen im Jahresverlauf 2023 auf der weiteren Automatisierung der Produktionsprozesse, dem Aufbau einer neuen Fertigungslinie für Sattelkupplungen in Mexiko sowie auf Kapazitätserweiterungen in Indien.

Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2023

Der Konzernumsatz lag mit rund 517 Millionen Euro im vierten Quartal 2023 um ca. 33 Prozent über dem Vorjahreswert von 389,4 Millionen Euro. Haupttreiber war neben der Konsolidierung von Haldex eine hohe Nachfrage insbesondere in APAC und EMEA. Im Vergleich zum dritten Quartal (552,9 Mio. Euro) verringerte sich der Umsatz hauptsächlich aufgrund eines saisonal bedingt schwächeren Geschäfts in Amerika und APAC.

Das bereinigte EBIT lag bei rund 49 MillionenEuro, was einer Verbesserung von ca. 52 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 32,3 Millionen Euro entspricht. Die bereinigte EBIT-Marge konnte im vierten Quartal 2023 aufgrund der guten operativen Performance auf ca.  9,5 Prozent erhöht werden (Vorjahr 8,3 Prozent). Im Vergleich zum dritten Quartal 2023 (58,6 Millionen Euro) ist das bereinigte EBIT saisonal bedingt leicht gesunken.  

Frank Lorenz-Dietz, Mitglied des Vorstands und CFO der SAF-Holland SE, sagt: „2023 war ein sehr erfolgreiches Jahr, in dem wir unseren mittelfristigen Finanzzielen einen großen Schritt nähergekommen sind. So konnten wir, nicht zuletzt dank der Übernahme von Haldex, einen signifikanten Umsatzzuwachs verbuchen und die bereinigte EBIT-Marge bereits auf unser langfristiges Niveau heben. Wir bleiben dabei, dass wir weiter profitabel wachsen möchten und bis zum Jahr 2027 einen Konzernumsatz von 2.400 bis 2.500 Millionen Euro und eine bereinigte EBIT-Marge im Korridor von 9,0 bis 9,5 Prozent erreichen wollen."

SAF-Holland wird die finalen, geprüften Zahlen mit ausführlichen Informationen zu den Segmenten, den Ausblick für das Geschäftsjahr 2024 sowie den Dividendenvorschlag mit dem Geschäftsbericht 2023 am 14. März 2024 veröffentlichen. Gleichzeitig erfolgt die Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts 2023.