Schenker Ventures investiert in Liefergrün: Last Mile trifft Middle Mile

Investtochter des Logistikkonzerns erweitert die Series A des Spezialisten für nachhaltige Letzte-Meile-Logistik. Neue Partnerschaft mit DB Schenker soll die Last Mile mit der Middle Mile verbinden. Konkret geplant ist bereits ein Pilotprojekt mit CO₂-neutralen LKWs in Wien. Weitere Felder der Zusammenarbeit denkbar.

Grüne Welle: Die Kooperationspartner wollen die Letzte und die Mittlere Meile verknüpfen und nachhaltiger gestalten. | Foto: Liefergrün/DB Schenker
Grüne Welle: Die Kooperationspartner wollen die Letzte und die Mittlere Meile verknüpfen und nachhaltiger gestalten. | Foto: Liefergrün/DB Schenker
Johannes Reichel

Der Berliner Spezialist für nachhaltige Letzte-Meile-Logistik Liefergrün hat mit Schenker Ventures einen neuen Investor als Aufstockung der eigenen Series A gewonnen. Damit hofft das schnell wachsende Unternehmen auf Unterstützung bei der Etablierung der emissionsfreien Lieferung als Standard für den E-Commerce, wie es heißt. Neben Finanzmitteln gehe es vor allem um eine noch intensivere Kooperation. Konkret werde DB Schenker Liefergrün künftig auf der sogenannten “middle mile”, also der mittleren Meile des Anbieters unterstützen. Dabei handelt es sich etwa um den Versand der Pakete zwischen den Standorten, aber auch um den Versand vom Warenlager eines Online-Shops zu den Liefergrün Terminals. Das Ziel sei es, auch diesen Abschnitt der Liefergrün-Logistik nachhaltig zu gestalten. Während hierfür zwischen den Städten die vollelektrischen Leicht-Lkw eCanter zum Einsatz kommen, setzt man dabei innerstädtisch auf Lastenräder und E-Vans, um die Maxime “Emissionen vermeiden, statt kompensieren” einhalten zu können.

Pilotprojekt in Wien soll Potenziale aufzeigen

Aktuell planen beide Unternehmen hierzu eine Pilotphase, die in Wien starten soll. Die Investition von Schenker Ventures gehe damit deutlich über eine finanzielle Beteiligung hinaus. Durch die Nutzung des umfangreichen Netzwerks von DB Schenker werde man vom Zugang zu Partnern, Kunden und Lieferanten profitieren und gleichzeitig das Branchenwissen des Logistikers im Bereich Logistik und Supply-Chain-Management nutzen, so die Hoffnung. Die Expertise von Liefergrün in der Zustellung auf der letzten Meile könne wiederum das Kerngeschäft von Schenker Landtransport potenziell ergänzen, sodass sich zahlreiche Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit ergeben würden, verspricht sich der Anbieter.

“Der Einstieg von DB Schenker zeigt nicht nur das immense Interesse von VCs an unserer Liefergrün-Erfolgsgeschichte teilzuhaben, sondern ist auch ein wichtiges Signal an den Handel, der nach nachhaltigeren Lösungen verlangt. Wir sehen dies als Durchbruch für Liefergrün für einen optimalen nachhaltigen Warenfluss zu optimalen Laufzeiten. Mit diesem Schritt schauen wir gemeinsam über die letzte Meile hinaus und bringen zusammen, was künftig zusammengehören muss. Daher gehen wir nicht nur die letzte Meile an, sondern wollen auch die Distribution zwischen Städten grüner gestalten”, erklärt Niklas Tauch, Geschäftsführer von Liefergrün.

Paulina Banszerus, Head of Venture Capital bei Schenker Ventures anerkennt die "bemerkenswerte Leistung beim Aufbau eines Asset-light-Geschäftsmodells in einer Asset-lastigen Branche". Dabei habe das junge Unternehmen seine Go-to-Market-Strategie unter Beweis gestellt und eine solide Grundlage geschaffen, um nun zu skalieren.

“Das Investment in Liefergrün fügt sich nahtlos in unsere Investmentthese ein. Liefergrüns Expertise in der CO₂-freien Zustellung auf der letzten Meile ergänzt das Kerngeschäft von Schenker hervorragend und unterstützt unser ambitioniertes Ziel der Klimaneutralität", ergänzt Patric Hoffmann, Senior Vice President Global Ventures and Innovation, DB Schenker.

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